Taekwondo

Der Roundhouse Kick (Halbkreistritt)

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Der Roundhousekick ist ein sehr anspruchsvoller Tritt im Kampfsport

Der Roundhouse Kick (oder auch Halbkreistritt) ist sehr gefährlich und ziemlich schwierig zu meistern. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie ihn im Kampfsporttraining üben können.

Der Roundhouse Kick ist der Mehrheit der Kampfsportler schon bekannt - ihn sollte aber auch jeder Kampfsportler kennen. Dieser Kick ist in den meisten Kampfkünsten wie Taekwondo, Muay Thai, Kung Fu, ect. vorhanden. Es ist der häufigste Tritt in den UFC Kämpfen und sorgt meistens für einen K.O., wenn er den Gegner trifft.

 

Was macht den Roundhouse Kick so gefährlich?

Kicks sind in der Regel viel stärker als Schläge. Die Beine sind wesentlich länger als die Arme und somit ist eine Erweiterung aus der Distanz besser möglich. Eine Faustformel sagt, je länger die Distanz, desto mehr Drehkraft ist möglich. Diese Drehkraft kann für verheerende Schäden sorgen.

Das physikalische Geheimnis liegt im Drehmoment. Hier gibt es 2 Faktoren, die die Leistung des Drehmoments auf ein Objekt bestimmen:

- Die Kraft und

- die Länge des sich bewegenden Objekts, während es sich auf seiner Bahn bewegt.

 

So führen Sie den perfekten Roundhouse Kick aus

Roundhouse Kicks können auf viele verschiedene Arten erfolgen, dementsprechend viel Zeit brauchen sie im Techniktraining. Bevor man einen Roundhouse Kick ausführt, muss man genau überlegen, mit welcher Stelle man den Aufprall abfangen will. Die beliebtesten Aufprallstellen sind der Fußspann und das Schienbein. Um zu entscheiden, womit man den Roundhouse Kick plant, sollte man sich als Angreifer Trittziele setzen. Der Fußspann erlaubt dem Angreifer höhere Kicks, die mehr Reichweite haben. Das Schienbein hingegen ist für kürzere Reichweiten gut einsetzbar. Durch diese kurze Reichweite kann die Explosivkraft für mehr „Power“ sorgen.

Die Muskeln, die an einem Roundhouse Kick beteiligt sind, sind v. a. Beinmuskeln, wie z. B. der M. Quadrizeps Femoris. Diese Muskeln sind doppelt so leistungsfähig wie die der Arme und können daher viel mehr Druck ausüben.

 

Zwei verschiedene Ausgangspositionen

1. Halbkreistritt - Roundhouse Kick vorne

Aus dieser Kampfstellung wird das Knie möglichst nah am Körper hochgezogen. Die Hüfte wird links oben eingedreht. Das Standbein wird dabei mit der Ferse in Richtung Gegner eingedreht. Schulter, Hüfte und der Fuß bilden eine gerade Linie zum Gegner. Aus dieser Position kann nun gezielt getreten werden. Während des Treffens müssen der Kopf und der Oberkörper mit den Armen gedeckt werden. Der Fuß wird so zurückgezogen, wie er zum Gegner getreten worden ist.

 

2. Halbkreistritt - Roundhouse Kick hinten

Hierbei ist die Ausgangsposition gleichzeitig die Grundstellung. Das Gewicht wird auf das vordere Bein verlagert. Auf dem vorderen Bein dreht man in Richtung Ziel. Um Knieverletzungen zu vermeiden, muss das vordere Standbein mit der Körperdrehung gedreht werden. Den vorderen Fuß muss man so drehen, dass die Fußspitze vom Ziel weg zeigt. Die Fußspitze zeigt also nach hinten, der Fuß wird komplett eingedreht. Dreht man den vorderen Fuß nur halb ein, so ist es schwieriger, die rechte Hüfte einzudrehen. Nun lehnt man sich zurück und streckt das rechte Bein durch. Um das Gleichgewicht zu kontrollieren, kann der linke Arm zur Seite genommen werden. Mit dem Tritt wird die Hüfte eingedreht. Der Fuß wird nach dem Tritt wieder auf demselben Weg nach unten bewegt.

 

Die richtige Ausführung eines Roundhouse Kicks

Stufe 1: Nehmen Sie die richtige Haltung ein

Richten Sie den Blick auf das Ziel und halten Sie die Hände vor den Körper. Es ist sehr wichtig, dass die Beine nicht angespannt sind, dennoch sollten Sie eine stabile Haltung einnehmen: Stabil aber beweglich.

 

Stufe 2:

Heben Sie das Knie hoch und achten Sie auf Ihr Gleichgewicht. Ihr Blick ist immer noch auf das Ziel gerichtet.

 

Stufe 3:

Nun drehen Sie das Standbein maximal nach außen. Sollten Sie es nicht schaffen, das Standbein komplett einzudrehen, so wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals hintereinander, bis Sie ein Gefühl dafür entwickelt haben.

 

Stufe 4:

Das Knie bis zum höchsten Punkt hochziehen und die Hüfte langsam nach innen eindrehen.

 

Stufe 5:

In der Endstellung ist das Schlagbein ganz gestreckt. Getroffen wird mit dem Fußspann.

 

Stufe 6:

Der Fuß wird wieder zurückgeführt.

 

Vermeiden Sie Fehler

1. Fehler:

Der Fuß wird nach dem Strecken des Schlagbeins nach unten hängengelassen. Somit geht die gesamte Kraft verloren.

 

2. Fehler:

Der Blick ist nicht auf das Zielobjekt gerichtet. Damit ist es unwahrscheinlich, zu treffen.

 

3. Fehler:

Der Oberkörper hängt nach unten. So ist es sehr schwierig, die Balance zu halten. Außerdem kann der Gegner einen leichten Gegenangriff ausführen.

 

Woher kommt die Kraft?

Die meiste Kraft kommt aus der Schulter, dem Rumpf und den Hüften. Durch eine Zusammenarbeit dieser Muskelgruppen entsteht der eigentliche Roundhouse Kick. Bei diesem Kick müssen beide Beine aktiv trainiert werden, sowohl das Standbein (in der Gelenkbeweglichkeit) als auch das Schlagbein (in der Kraft). Letztendlich ist es nicht die rohe Kraft, die den Kick ausmacht, sondern die ausgefeilte Technik.

 

Merke:

Stretching verhindert viele Verletzungen und erhöht Ihre Flexibilität. Wenn Sie mit dem rechten Bein stärker sind, dann trainieren Sie zuerst Ihr linkes Bein. Oder kicken Sie z. B. 50-mal mit dem rechten Bein, aber dafür 100-mal mit dem linken. Wenn Sie mit dem Training beginnen, sollten Sie sich auf jeden Fall warm machen. Führen Sie die ersten Kicks nicht zu hoch aus. Beginnen Sie z. B. auf Kniehöhe, dann folgt die Bauchhöhe, dann die Kopfhöhe. Atmen Sie bei jedem Tritt aus. (Lesen Sie auch: Training mit dem Sandsack)

  

Vahab Yektapour Tabrizi

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