Trainingstipps

Übergang vom Jugendtraining zum Herrentennis

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So erleichtern Sie Jugendlichen den Eintritt ins Herrentennis.

Der Übergang vom Jugendtennis hin zum Herrentennis ist der schwierigste Wechsel, den ein Tennisspieler durchmacht. Denn Herrentennis ist eine eigene Liga, die mit den Junioren nicht verglichen werden kann. Doch wann sollte man diesen Wechsel dann vollziehen?

Der Übergang vom Jugendtennis hin zum Herrentennis ist der schwierigste Wechsel, den ein Tennisspieler durchmacht. Nicht nur im Amateurbereich, sondern auch in der Profiszene ein stets aktuelles Thema. Viele Profis waren bei den Junioren absolute Talente und Ausnahmespieler, sind auf der Herrentour aber untergegangen. Das Gleiche gilt für den Breitensport. Grund dafür: Das Herrentennis ist eine eigene Liga, die mit den Junioren nicht verglichen werden kann.

Ein konkretes Alter für den Übergang vom Jugend- zum Herrentennis gibt es nicht. In der Praxis ist dies absolut von der Leistung abhängig. Gibt es im Verein zum Beispiel einen 12-jährigen, der als Talent gilt und im Jugendbereich bereits unterfordert ist, muss dieser so schnell wie möglich in das Herrentennis integriert werden. Leistungsmäßig werden hier dann auch die größten Sprünge gemacht. Für den zwischenmenschlichen Bereich ist die Integration von solch jungen Nachwuchsspielern sicher nicht immer gut, jedoch sollte hier klar der Leistungsgedanke in den Vordergrund gestellt werden. In vielen Vereinen ist es jedoch so, dass Jugendliche frühzeitig in das Herrentennis integriert werden und dann im Rahmen der Medenspiele sowohl bei den Junioren als auch bei den Herren spielen. Das hat den Vorteil, dass recht früh in die Leistungsanforderungen der Herren hineingeschnuppert werden kann.

 

Neue Bedingungen erschweren den Einstieg

Beim Übergang vom Jugend- hin zum Herrentennis sind die Geschwindigkeit der Schläge und die körperliche Fitness entscheidende Faktoren. Hat ein Jugendspieler zuletzt noch seine Altersklasse spielerisch dominiert, fängt er jetzt quasi wieder von ganz unten an. Die ersten Matches werden meistens klar verloren, so dass der betroffene Spieler schon einmal die Lust verlieren kann. Es kommt oft vor, dass gute Jugendspieler den Sprung in das Herrentennis nicht schaffen. Hier gilt es ehrgeizig zu trainieren und Geduld mitzubringen. Es dauert eine ganze Weile, bis man sich an die viel schnelleren und härteren Schläge gewöhnt hat. Auch wird auf einmal gegen erfahrene Gegner gespielt, die auch taktisch ein Match für sich entscheiden können, obwohl diese spielerisch unterlegen sind. Auch die Fitness ist oftmals entscheidend. Die Ballwechsel werden länger und intensiver, so dass man sich auch körperlich weiterentwickeln muss, um im Herrentennis den Anschluss zu schaffen. Diese Bedingungen gilt es zunächst zu akzeptieren und Stück für Stück aufzuarbeiten. Der Trainer hat hier neben dem technischen Training auch viel taktische und psychologische Arbeit zu verrichten.

 

Mit gezielten Trainingsmethoden heranführen

Grundsätzlich ist das Herrentraining wesentlich intensiver und härter als das Jugendtraining. Hier wird versucht, mit den Schlagübungen eben auch das Fitnesstraining zu kombinieren. Auch liegt der Trainingsfokus auf anderen Inhalten. Im Jugendtennis ist der Aufschlag zum Beispiel nicht von allzu großer Bedeutung – im Herrentennis schon. Das heißt, dass viel mehr Zeit für das Aufschlagtraining investiert wird. Bei den Junioren werden die wenigsten einen vernünftigen Kick-Aufschlag spielen können, im Herrenbereich ist dies auch in den untersten Klassen ein Standardschlag. Wird man erstmals mit einem solchen Aufschlag konfrontiert, sind die meisten Spieler überfordert, den Kick-Aufschlag zu returnieren. Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass sich der Aufschlag über viele Jahre hinweg bei jedem Spieler entwickelt. Die Qualität des Aufschlags und des Trainingsfortschritts ist unter anderem auch abhängig von der Größe des Spielers. Ein 15-jähriger, der 1,50 m groß ist, kann noch keinen starken Aufschlag haben. Das gilt es auch, von Anfang an zu akzeptieren.

Besonders nach einem Wechsel vom Jugend- hin zum Herrentennis geht jedoch nichts über Matchpraxis. Die neue Schlaggeschwindigkeit im Herrentennis kann nicht durch Korbübungen seitens des Trainers trainiert werden. Hier gilt es, Punkte gegen bessere und stärkere Trainingspartner zu spielen, damit sich nach und nach an die Bedingungen angepasst werden kann. Besonders das Return-Spiel sollte im Training zunehmend geübt werden. Im Herrentennis können auch im Amateurbereich Aufschlaggeschwindigkeiten von 180 km/h erreicht werden. Im Jugendtennis ist diese Geschwindigkeit utopisch.

 

Fazit

Der Übergang vom Jugendtennis hin zum Herrentennis ist sehr schwer, ganz besonders im Herrenbereich. Es muss sich zunächst an die Schlaghärte und die neuen körperlichen Voraussetzungen gewöhnt werden. Für Jugendliche, die beispielsweise im Alter von 16 ins Herrentennis wechseln, kann die Tatsache mental sehr schwer sein, dass sie im Jugendbereich stets gewonnen haben und nun im Herrenbereich eine Niederlage nach der anderen kassieren. Das muss nicht die Regel sein, jedoch dauert es in vielen Fällen eine gewisse Zeit, bis man im Herrentennis Fuß gefasst hat. Für einen 16-jährigen kann es mental sehr schwer sein, zum Beispiel gegen einen 30-jährigen zu Spielen. Dieser bringt jede Menge Spielerfahrung und Routine mit sich und viele junge Nachwuchsspieler haben Respekt und spielen sehr nervös. Nach einiger Zeit und intensivem Training lernt man jedoch, solche Situationen spielerisch auf dem Platz zu meistern. Allein aus diesem Grunde sollten Jugendliche früh an den Herrenbereich herangeführt werden. Für die spielerische Entwicklung ist es ebenfalls gut, parallel zu den Junioren auch schon bei den Herren zu spielen.

 

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Markus Czerner

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