Richtig über den Sprung (Teil 2)

Galoppwechsel üben - Weitere Übungen

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Weitere Übungen zum Training des Galoppwechsels

Aufbauend auf dem ersten Teil des Artikels erklärt Caroline Trautmann hier weitere Übungen, um den Galoppwechsel im Reittraining zu üben.

Lesen Sie hier Teil 1 des Artikels: Galoppwechsel üben

 

Übung 4: Sechs Bodenstangen/Cavalettis mit Möglichkeit zum Handwechsel

Aufbau: Zwei der Bodenstangen bzw. Cavaletti werden in den Mittelpunkt der Reitbahn gelegt. Die anderen Bodenstangen/Cavaletti werden einige Meter vor die vier Zirkelpunkte gelegt (siehe Abb.1).

 

Abb. 1: Sechs Bodenstangen mit Möglichkeit zum Handwechseln, a) schwarzer Pfeil: Nutzung aller Bodenstangen, b) orangener Pfeil: Überquerung der Bodenstangen mit Nutzung der kompletten Bahn, c) grüner Pfeil: Nutzung der Bodenstangen mit Handwechsel

Übungsausführung: Diese Übung verlangt eine hohe Konzentration von Pferd und Reiter und bietet sehr viel Abwechslung. Die Bodenstangen/Cavaletti können in Schritt, Trab und später im Galopp überquert werden. Die Zirkel (Achten) können in unterschiedlicher Größe geritten werden. Je stärker der Innenzirkel geritten wird, desto mehr muss das Pferd mit der Hinterhand arbeiten und die Beine heben. Bei dieser Übung bestehen folgende Möglichkeiten:

a) die zwei Bodenstangen (Mitte) zu überqueren und dann sofort auf den Zirkel (rechte oder linke Hand) zu wechseln (siehe Abb.1, schwarzer Pfeil),

b) die komplette Bahn zu nutzen und erst am Ende Bahn die Richtung beizubehalten oder zu wechseln,

c) einen Teil der Bodenstangen vom Zirkel zu nutzen. Bei einer der Bodenstangen aus dem Zirkel reiten, um später mit einem Handwechsel die Richtung zu ändern (siehe Abb. 1 grüner Pfeil). Diese Lektion ist für die Übung des Galoppwechsels sehr gut geeignet. Auch hier ist die mittige Überquerung der Stange sowie das nach vorne Schauen des Reiters auf die nächste Stange wichtig.

 

Übung 5: Bodenstangen auf dem Mittelzirkel

Aufbau: Die vier Bodenstangen bzw. Cavaletti werden auf die Zirkelpunkte des Mittelzirkels platziert.

 

Abb. 2: Bodenstangen auf dem Mittelzirkel mit anschließender Volte

Übungsausführung: Es werden Achten ausgeführt, wobei bei der ersten Biegung die Stangen überquert werden; bei der zweiten Biegung folgt eine Volte (siehe Abb. 2). Auch hier gilt: Es muss mittig über die Stangen geritten werden. Der Reiter ist gezwungen, frühzeitig (über den jeweiligen Cavaletti) zur nächsten Bodenstange zu schauen. Eingehen mit dem Oberkörper in die Bewegung des Pferdes, um den Rhythmus zu halten. Sollte das Pferd schneller werden, müssen viele halbe Paraden gegeben werden.

Die Übung ist eine Gehorsamkeitsübung. Zudem dient sie dazu, das Pferd zu versammeln und die Konzentrationsfähigkeit des Pferdes zu testen.(1) Die Lektion 2- bis 3-mal pro Hand wiederholen 

 

Übung 6: Arbeit auf gerader Linie

Aufbau: Zwei Bodenstangen bzw. Cavaletti werden in einem Abstand von ca. 15 m in einer geraden Linie hintereinander gelegt, so dass die Stangen aus beiden Richtungen angeritten werden können.

 

Abb. 3: Arbeit auf gerader Linie in Schritt und Trab

Übungsausführung:Als Vorbereitung für das Springen haben sich Übungen über Bodenstangen im Trab mit doppelten Abstand bewährt. Zu diesem Zweck wird in der Mitte eine Bodenstange/Cavaletti aus der Reihe herausgenommen, so dass die Pferde einmal einen Tritt ohne Cavaletti machen müssen.“(2) Der Abstand der Bodenstangen (ca. 80- 110 cm) ist abhängig von der Größe des Pferdes. 

 

Caroline Trautmann

 

Literaturverzeichnis:

1. Allen, L., Dennis D. (2002), Springreiten mit System, BLV Buchverlag GmbH & Co KG: München

2. Klinke, I., Klimke, R. (2011), Cavaletti Dressur und Springen, Kosmos

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