Motivation

Motivationslöcher - Wenn mal die Motivation fehlt

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Manchmal ist es schwierig, ein Motivationstief zu überwinden. Doch es gibt Strategien.

Jeder kennt es, jeder hat es mal: Ein Motivationsloch oder Motivationstief. Doch was ist zu tun wenn die Motivation fehlt? Welche Strategien und Tipps gibt es? Monika Sturm-Constantin berichtet ganz persönlich, wie sie mit Motivationstiefs umgeht und sie überwindet.

Letzte Woche hatte ich mal wieder ein Motivationsloch. Das Schwimmtraining erschien mir endlos, die Zeit ging nicht rum und das Wasser war nicht mein Freund. Und als ich so vor mich hingeschwommen bin, fiel es mir ein:

"Sich selbselbsten überwinden ist der allerschwerste Krieg; Sich selbselbsten überwinden ist der allerschönste Sieg." (Friedrich von Logau) (1)

Mein Papa, der leider viel zu früh verstorben ist, hat mir 1971 – da war ich gerade mal 8 Jahre alt - diesen Spruch in mein Poesie-Album geschrieben. Ich habe den Sinn damals nicht verstanden, heute verstehe ich es. Als das Training dann beendet war, fühlte ich mich wie ein Sieger – über mich selbst!

Beim Radfahren greifen bei mir andere Tricks. Meine Freundin Anke hat mir von ihrem „Pumuckl“ erzählt. Der sitzt bei ihr auf dem Lenker und spornt sie an, wenn sie aufgeben möchte. Bei mir gibt es keinen Pumuckl, aber ich habe quasi „einen Mann im Ohr“. Der flüstert mir dann den Tipp ins Ohr, den mir Romain, unser Guide der Damengruppe auf Mallorca 2009 gegeben hat. Da ich Hügel und Berge nicht sonderlich mag, hat er mir immer wieder gesagt: „Nicht nur drücken – auch ziehen!“ Und klar, es hilft! Ganz ehrlich, wenn es mal wieder hügelig ist, höre ich ihn sanft auf mich einreden. Er hat mich schon auf vielen profilierten Radstrecken bei Triathlon Veranstaltungen begleitet. Oft sind es die kleinen Tipps, die im Leben weiterhelfen.

Im „normalen Leben“ hilft mir oft ein anderer Leitspruch. Meine Oma, Omili von mir genannt, hat mir mal gesagt: „Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Und wie immer hat meine Oma natürlich Recht! Man sieht das Licht nicht sofort, aber nach ein oder zwei Mal schlafen oder nach einer Laufrunde sieht man das Licht und kann darauf zusteuern. Ich denke jeder hat so einen Spruch, oder ein Motto, das bei einem kleinen Motivationstief helfen kann.

Den klugen Spruch meiner Oma gibt es in leicht abgewandelter Form gesungen von Jan Delay. Der Titel heißt „Hoffnung“ und es heißt dort: „Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo diese Mucke her“. Ich nutze diesen Song in Spinning-Kursen oft als kleinen Denkanstoß im Cool-down. Aber ich kann das Liedchen auch gut vor mich hinsummen und meist geht es mir dann gleich besser.

Manchmal hat man in einem „Motivationsloch“ auch die kleinen Männlein im Ohr, das Engelchen und das Teufelchen. Je nachdem, worum es geht, wird dann hitzig debattiert. Mal gewinnt der eine, mal der andere. (Siehe auch innerer Schweinehund)

Bei meinem Mann hilft in Motivationslöchern oft ein ganzes Team. Bei seinem Transalpine Run 2010 hat er sein „inneres“ Team so gut im Griff gehabt, dass sogar der „Faule“, der sonst nur vor dem Fernseher sitzt und Chips futtert, aufgestanden ist und ihn angefeuert hat. So hat jeder seine eigenen Mittel und Wege.

Die Motivation versteckt sich manchmal und es ist in diesen Momenten wichtig, verschiedene Wege zu kennen, um die Motivation wieder zu finden.

 

Was tun, wenn die Motivation gerade mal nicht da ist?

Bekanntlich geht mit Musik alles besser, oft hilft es auch den MP3-Player oder irgendein Abspielmedium mit der Lieblingsmusik zu bestücken und sich die gute Laune-Musik „ins Ohr“ zu spielen. In den meisten Fällen kommen dann die gute Laune und die Motivation zusammen zurück.

Oft hilft in einem „Motivationsloch“ auch ein ehrliches Lob von einem netten Menschen. Wenn man für etwas gelobt wird, sollte man das Lob annehmen und sich dafür bedanken. Neulich im Schwimmtraining, als ich das Gefühl hatte, dass gar nichts geht, hat mein Mitschwimmer Thomas gesagt: „Mensch, bist du flott unterwegs heute“. Das hat mich an diesem Abend sehr motiviert.

Manchmal ist man einfach unzufrieden mit sich, wenn etwas nicht klappt. Man hadert mit seinem Schicksal und ist dann oft missmutig. Aber als im Grunde fröhliche Menschen möchten wir unsere Stimmung wieder aufhellen.

Ich war verstimmt, weil ich das Thema Krafttraining/Athletiktraining, das ich seit Januar in Angriff nehmen wollte, nicht umgesetzt habe. Ich habe im Moment nicht genug Motivation, Zeit und Muße, um mich damit sinnvoll auseinanderzusetzen und es umzusetzen. Es läuft mir nicht weg, ich werde im Herbst damit beginnen. Meine Laune ist nun besser und ich habe das Gefühl, alles wieder im Griff zu haben.

Ich finde, man sollte nicht zu verbissen an allen Zielen festhalten. Burn-out oder ein chronisches Erschöpfungssyndrom kann daraus resultieren. Natürlich sollte man auch nicht gleich aufgeben. Oft hilft es, die Ziele oder Herausforderungen neu zu definieren, anders zu priorisieren oder das Anfangsdatum eines Projekts zu verschieben. Die Kunst ist, immer wieder neu abzuwägen und dann neu zu entscheiden, damit das Leben lebenswert bleibt - die Kunst der Psychologie eben. Ein Tag ohne zu lachen, ist ja bekanntlich ein verlorener Tag.

Carpe diem – Seize the day

 

Monika Sturm-Constantin

 

Quellenangabe

1. http://de.wikiquote.org/wiki/Friedrich_von_Logau

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