Golf Training

Der Kopf spielt mit - Mental gestärkt auf den Golfplatz

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Mental Training kann Golfern ebenso helfen, besser zu werden, wie den Abschlag zu üben.

Auf den Golfplätzen hierzulande beginnt wieder die Saison. Wer sich jetzt Zeit nimmt, sich als Golfer mental zu stärken, profitiert bald von neuen Erkenntnissen, wie er sein Spiel verbessern kann.

Die Macht der Gedanken

Unser Unterbewusstsein ist während des Golfens stets präsent. Gedanken wie „wenn der Ball jetzt ins Wasser geht …“, nehmen unseren Geist in Beschlag. Die Macht der Gedanken ist einer der effektivsten Zugänge zur Psyche. Ein Abschlag geht daneben, wenn wir voller negativer Erwartungen und Bilder sind. Wir können jedoch unsere Gedanken bewusst kontrollieren und negative Gedanken, Glaubenssätze und Vorstellungen durch positive Affirmationen (positive Selbstgespräche) ersetzen. Kommt ein „Oh je, ich kann doch keine Bunkerschläge!“, „ich bin ein schlechter Putter“ oder ähnliches, holt der Golfer ein imaginäres Stoppschild hervor, sagt laut oder leise STOPP und atmet tief durch. Die Aufmerksamkeit gilt dann der Handlung: „Ich schlage jetzt ruhig ab!“ Positives Denken ist realistisches Denken, kein Selbstbetrug.

 

Die Einstellung macht´s

Eine positive Einstellung zu uns selbst und unserem Golfspiel und ein Umfeld, das an uns glaubt, stärkt unser Selbstvertrauen. Jenes nimmt in Bezug auf Erfolge auf dem Golfplatz eine Schlüsselrolle ein. Mindestens genauso viel, wie Golfer an ihrem Schwung arbeiten, sollten sie auch an ihrem Selbstvertrauen, ihrer mentalen Stärke, Stressresistenz und ihren Einstellungen arbeiten. Viel Zeit wird auch mit der Suche nach vermeintlichen Schwächen vergeudet. Dabei ist dies eine ständige Quelle der Demotivation, kostet Kraft und Energie, die man auch ganz gezielt in den Aufbau von Stärken investieren könnte! Versuchen Sie es doch stattdessen mit Mentalem Training!

In der spielfreien Zeit bewusst über die eigenen Stärken nachzudenken, sie schriftlich festzuhalten, bringt enorm viel: Wann, wo, mit wem und unter welchen Bedingungen habe ich (beim Golfen) welche Stärke gezeigt, sie ausgelebt? Stärke zeigen bedeutet zum Beispiel, eine schwierige Situation mit Humor gemeistert zu haben. Ausdauer, Fokussierung, Gelassenheit, Willenskraft, Intuition: Wer einmal begonnen hat, sich seiner Stärken bewusst zu werden, findet immer mehr von ihnen. Nicht allgemeine Begriffe, sondern die eigene Definition zählt.

Selbstvertrauen und Stärken gezielt zu stärken, ist möglich. Ein Weg, dies noch zu unterstützen, ist die Visualisierung von erfolgreichen Erfahrungen und Erlebnissen über alle Sinne (man versetzt sich gedanklich so in die Situation, dass man mit der Kraft der inneren Bilder sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen kann). Visualisieren ist Kino im Kopf, bildhaftes Vorstellen, Denken in Bildern statt in Worten. Hilfreich ist diese hoch wirksame Strategie aus dem Mentaltraining etwa, um Mängel im Bewegungsablauf zu beheben oder sich Details einzuprägen; um das emotionale Gleichgewicht nach verpatzten Putts oder Schlägen wieder herzustellen, um sich an Herausforderungen heranzuwagen wie neue, schwierige Golfplätze. Visualisieren zieht, regelmäßig geübt, erstaunliche Erfolge nach sich.

 

Mit neuen Zielen in die Saison

Viele Golfer spielen so vor sich hin – Golf eignet sich als schöner Ausgleich zum Alltag. Aber dann gibt es immer wieder Ärgernisse, Leistungsabfall, Probleme, die einem den Spaß am Golfen verderben können. Sich p-o-s-i-t-i-v-e (positive, attraktive, sensorisch/sinnesspezifisch konkrete, individuelle, selbst kontrollierbare und initiierbare, testbare, interessante und visionäre) Ziele beim Golfen zu setzen, gehört nicht nur in den Spitzensport, sondern ist für alle, die erfolgreich golfen wollen, wichtig. „Ich bin vor dem Putt nicht mehr so unkonzentriert“, ist ein Vermeidungsziel. Unser Gehirn merkt sich das Stichwort „unkonzentriert“ – es kennt keine Verneinungen und setzt den Gedanken nach dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung um. Klare, konkrete und positive Anweisungen für Handlungen und ihre Umsetzung führen zum Erfolg: „Ich schwinge locker und konzentriert meinen Putter durch.“ Wichtig ist die Formulierung des Ziels in der Gegenwart.

 

Kleiner Trick für mehr Konzentration

Für mehr Konzentration auf dem Golfplatz abschließend noch folgender Tipp: Konzentrations-Anker. Eine Runde Golf dauert ein paar Stunden. So lange kann sich niemand am Stück konzentrieren. Sinnvoll ist es, jeden Schlag hoch konzentriert auszuführen, beim Weg über den Golfplatz zwischen den Schlägen dagegen zu entspannen.

- Vermeiden Sie auf dem Weg zum Ball „tu dies“-, „tu jenes“-, „du musst“-Anweisungen, sondern beschreiben Sie über alle Sinne (Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken) einen Golfball in der Hand oder die Fahne, auf die Sie zumarschieren im Wechsel mit der Betrachtung der Natur, den Bergen im Hintergrund und den Bäumen rechts und links des Fairways. Ihr Kopf wird so frei für den nächsten Schlag.

- So tun, als ob: ein paar Minuten lang spielen, als sei man hoch konzentriert.

- Humor statt Verbissenheit: Auf dem Golfplatz darf gelacht werden.

- Affirmationen einsetzen: „Ich bin ganz im Hier und Jetzt. Ich bin voll konzentriert!“

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg in der kommenden Golfsaison.  

 

Ihre Antje Heimsoeth,

Golfmentaltrainerin, Management Trainerin, Gründerin von Leadership Academy und Sport- & GolfNLPAcademy, Veranstalterin von Golfspezialreisen Golf Mental & Technik, www.sportmentaltraining.eu 

  

Von Antje Heimsoeth ist zu diesem Thema bereits erschienen:

Golf Mental (mit 50 Coaching-Karten für ein besseres Handicap). 2012, pietsch. ISBN: 978-3-613-50678-7

 

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