Ausdauertraining

Der Unterschied zwischen Laufband und Feldtest

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Blutabnahme im Rahmen einer Leistungsdiagnostik.

Die Argumente für oder gegen ein Laufband bzw. Feldtest sind vielfältig und müssen mit dem Probanden im Gespräch abgewogen werden. Grundsätzlich können die Trainingsbereiche zwischen Feldtest und Laufband erheblich variieren. Das gilt jedoch nicht für die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max).

In Untersuchungen zeigte sich zudem kein Unterschied zwischen der VO2max bei Feldtest- oder Laufbanduntersuchungen. Vor allem in der Koordination und im Abdruckverhalten ist das Laufen im Freien nicht mit dem Laufen auf einem Laufband vergleichbar. Der Abdruck auf einem Laufband ist etwas geringer einzuschätzen, da das Bein durch das Band passiv unter dem Körper durchgezogen wird und weniger Vortriebsleistung nötig wird. Gleichzeitig erhöht das Band die Koordinationsleistung, so dass unerfahrene Läufer bei höheren Geschwindigkeiten auf einem Laufband das Gleichgewicht nur schwer halten können. 

Hohes Tempo auf dem Laufband ein Problem

Auf der anderen Seite kann das Laufen auf einer Laufbahn vor allem Anfänger schon auf den ersten Stufen überfordern. Das liegt daran, dass die Stufenlänge insgesamt wesentlich länger ist, als unter Laborbedingungen. Während Sie auf einem Laufband Stufen von 3–5 Minuten laufen würden, dauert die 1. Stufe über 1200 m auf der Laufbahn bei niedrigem Einstieg um die 7 Minuten. Dafür hat die Bahn allerdings den Vorteil, dass auch hohe Geschwindigkeiten ohne koordinative Schwierigkeiten zu laufen sind. Gerade bei Langstreckenläufern oder Triathleten stellen hohe Geschwindigkeiten auf dem Laufband ein Problem dar. Bei entsprechend guter Ausdauerleistungsfähigkeit kann es sein, dass der Sportler bei 22–25 km/h aus konditioneller Sicht noch könnte, aber die hohe Bandgeschwindigkeit bei eingeschränkter Schrittlänge Probleme bereitet. 

Wo liegt Ihre Zielstellung?

Bei ambitionierten und gut trainierten Sportlern ist die kardiovaskuläre Auslastung eher bei einem Feldstufentest zu erreichen. Dafür sind Zusatzdaten wie das Schreiben eines EKGs oder die Messung der Atemgase mittels einer Spirometrie auf dem Laufband wesentlich einfacher zu handhaben. Wer auf diese Zusatzinformationen besteht, ist auf dem Laufband gut aufgehoben. Mittlerweile gibt es allerdings auch mobile Messgeräte, mit deren Hilfe die Atemgasmessung (Was ist VO2max?)auch im Feld möglich wird. Zusammenfassend müssen Sie also genau abwägen, wo Ihre Zielstellung liegt und wie belastbar Sie oder Ihre Sportler sind. Erst dann lässt sich endgültig entscheiden, ob ein Feldstufentest oder eine Diagnostik auf einem Laufband absolviert werden sollte. 

Nicht zu viel testen!

Für Feldtests ist darauf zu achten, dass der Anbieter gute Qualität bietet und Ihnen begründet erklären kann, was geplant wurde und wie die Abläufe sein sollten. Eines sollte aber für Sie als Trainer, Sportler und/oder Testleiter ein wichtiger Grundsatz bleiben: Von all zu vielen Tests im Trainingsverlauf ist eher abzuraten! Lernen Sie, auf Ihren Körper zu hören und die Informationen zu interpretieren. Gepaart mit einer geplant eingesetzten Diagnostik und intelligenter Trainingsplanung können Sie so gezielt Ihre Leistung verbessern ohne Überlastungen zu riskieren. 

Spiroergometrie liefert zusätzliche Ergebnisse

In der letzten Zeit häufen sich in Sportmagazinen die Hinweise, dass der Laktatstufentest sehr ungenau ist und dass die Laktatschwelle mit 10% Fehlern einhergeht. Da sehr viele unterschiedliche Schwellenmodelle existieren und die Schwelle keinen Punkt, sondern einen Übergangsbereich markiert, sind solche Aussagen eher von wirtschaftlichem Interesse geprägt und nicht von wissenschaftlichen Ergebnissen. Ganz konkret geht es bei solchen Aussagen darum, die wesentlich teureren Testverfahren zu verkaufen. Richtig ist, dass die Spiroergometrie, also das Messen der Atemgase, zusätzliche Informationen liefert. Trotzdem sind der Laktatstufentest und der Feldtest mit Laktatmessung kostengünstige Alternativen, die bei guter Durchführung das Bestimmen der Trainingsbereiche ermöglichen.

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