Lauftraining

Wald oder Asphalt – wo läuft es sich am besten?

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Wald oder Asphalt - was ist besser?

Laufen kann man fast überall. Aber nicht überall läuft man gerne. Während die einen lieber auf weichen Waldwegen joggen gehen, bevorzugen die anderen lieber geteerte Straßen. Doch wo ist laufen am gesündesten?

Wie so oft gibt es den perfekten Untergrund nicht. Wo man laufen gehen sollte, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Ist man Anfänger oder Gewohnheitsläufer, sind die Gelenke gesund, laboriert man noch an einer alten Verletzung, wie viel wiegt man und welche sportlichen Ambitionen hat man? Erst wenn all diese Fragen geklärt sind, kann man auch sagen, welcher Untergrund am besten zum Laufen geeignet ist.

Waldboden – Vorteile und Nachteile

Waldboden ist deutlich weicher und daher für die meisten angenehmer zum Laufen. Gerade wenn man mit Übergewicht zu kämpfen oder Probleme mit den Gelenken hat, ist weicher Boden besser. Dieser schwingt mit und dämpft dadurch dem Aufprall ab. Das schont die Gelenke. Auch Anfänger, bei denen sich der Bewegungsapparat, also Knochen, Sehnen und Bänder, noch nicht an die ungewohnte Belastung angepasst hat, sollten lieber auf eine gute Dämpfung achten und daher besser auf einem weichen Untergrund trainieren, bis sich der Organismus an die ungewohnte Belastung gewöhnt hat.

Waldboden hat aber auch Nachteile. Denn er ist oft uneben und immer wieder können Äste, Stöcke oder Steine im Weg liegen. Insofern ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten, damit man nicht stürzt oder umknickt und dadurch eine Bänderverletzung riskiert. Zudem wird Waldboden deutlich rutschiger wenn es regnet. Auch das erhöht die Sturzgefahr. Die Unebenheit kann aber auch ein Vorteil sein. Denn wenn der Körper kleine Unebenheiten im Untergrund ausgleichen muss, werden die Gelenke und die Muskeln in den Füßen besser trainiert. Das ist besonders für die Sportler wichtig, die die Muskeln nach einer Bänderverletzung neu aufbauen müssen.

Asphalt – Vorteile und Nachteile

Im Gegensatz zum weichen Waldboden ist die Sturzgefahr auf Asphalt, Teer oder Kies deutlich geringer. Schließlich ist der Untergrund ebener und es liegen in der Regel weniger Stöcke oder Steine im Weg. Dafür ist die Belastung auf die Gelenke bei jedem Schritt deutlich größer, da der Boden nicht federt. Wie groß die Belastung letztendlich ist, hängt vom Gewicht, vom Lauftempo, der Lauftechnik und den Schuhen ab. Für Menschen mit Übergewicht ist daher weicher Boden oder Laufschuhe mit einer guten Dämpfung oft besser als auf Asphalt zu joggen.

Das heißt aber nicht, dass man nie auf Asphalt laufen sollte. Gerade wenn man plant, an einem Wettkampf teilzunehmen, ist es wichtig, immer wieder auf hartem Untergrund zu trainieren. Schließlich finden die meisten Läufe auf normalen Straßen statt. Wenn man nie auf der Straße trainiert hat und sich die Gelenke daher nie auf den Untergrund gewöhnt haben, kann es leicht passieren, dass man im Wettkampf große Probleme mit Knien oder Knöchel bekommt. Und es wäre schade, wenn man zwar genug Kraft und Kondition bis ins Ziel hat, aber wegen Schmerzen abbrechen müsste. Insofern wäre es fahrlässig, niemals auf Asphalt zu trainieren.

Fazit: 

Den perfekten Untergrund gibt es nicht. Vereinfacht könnte man sagen, dass Anfänger besser auf weichem, fortgeschrittene Läufer und Sportler in der Aufbauphase nach einem Wettkampf abwechselnd auf weichem und auf hartem und Sportler in der Vorbereitung auf einen Wettkampf mehr auf hartem Untergrund trainierten sollten. Im Zweifel können Sie immer noch einen Trainer oder einen Sportmediziner Ihres Vertrauens befragen.

Christian Riedel

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