Studie zum Kraftsport 

Strongmen-Trend als Risiko!

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Die VO2max ist bei Strongmen geringer.

Extreme Ausdauerwettbewerbe liegen im Trend. Strecken über Stock und Stein, Flussdurchquerungen bei kalter Witterung bieten Spannung und Spaß. Eine englisch-litauische Studie verglich die kardialen Strukturen und Funktionen sowie die Blutfettwerte bei Strongmen, inaktiven Menschen und Marathonläufern.

Dazu wurde ein Echokardiogramm durchgeführt und die Endothelfunktion des Herzens, Blutfette und die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) bei 27 erwachsenen Männern kaukasischer Abstammung (8 Strongmen, 10 Marathonläufer, 9 Kontrollpersonen) gemessen. Absolute kardiale Größenparameter wie linker Ventrikeldurchmesser (LV) und Herzwanddicke waren bei den Strongmen signifikant erhöht (p < 0.05), relative Parameter (in Relation zur Körperoberfläche) unterschieden sich jedoch nicht zwischen Strongmen und Kontrollgruppe. Bei den Strongmen war der relative linke Ventrikeldurchmesser (p < 0.05), die Herzwanddicke (p < 0.001) und der LV Massenindex (p < 0.01) kleiner als bei den Marathonläufern. Der absolute, nicht jedoch der relative rechte Ventrikeldurchmesser, war bei den Strongmen größer als bei der Kontrollgruppe. Alle gemessenen relativen Parameter waren bei den Marathonläufern größer als in der Kontrollgruppe. 

VO2max bei Strongmen kleiner als bei anderen Sportlern 

Die Endothelfunktion und das Verhältnis Herzwanddicke zu Kammerdurchmesser zeigten im Gruppenvergleich keine Unterschiede (p < 0.05). Die VO2max war bei den Strongmen kleiner als bei der Kontrollgruppe (p < 0.05) und den Marathonläufern (p < 0.05). Die Blutfettwerte unterschieden sich nicht bei den Strongmen und der Kontrollgruppe. Im Vergleich zu den Marathonläufern wiesen die Strongmen jedoch höhere Werte an low-density lipoprotein-cholesterols (LDL) und niedrigere Werte an high-density lipoprotei-cholesterols (HDL) auf (p < 0.01). Die Teilnahme am Strongmen-Sport ist verbunden mit höheren absoluten, jedoch nicht relativen kardialen Größenparametern, einer erhöhten kardialen Relaxation und niedriger kardiorespiratorischer Fitness. Es lässt sich deshalb festhalten, dass Strongmen als sportliche Gruppe ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufweisen. 

Quelle:

The Journal of Strength and Conditioning Research, 2011, 25 (10), S. 2919-2925.

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