Ratgeber Sportverletzung

Krafttraining gegen den Tennisarm

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Ob als Sportverletzung oder durch Fehlhaltung am Arbeitsplatz: Der Tennisarm ist mehr als unangenehm.

Egal ob Sportler oder Schreibtischtäter, viele Menschen leiden unter dem Tennisarm, der auch als Mausarm bezeichnet wird. Schwedische Wissenschaftler wollen nun herausgefunden haben, was wirklich gegen die Probleme hilft.

Tennisspieler kennen ihn als die Sportverletzung Tennisarm. Wer viel am Computer sitzt, bezeichnet die Probleme als Mausarm oder Sekretärinnenkrankheit. Gemeint ist in beiden Fällen das Gleiche: starke, chronische Schmerzen im Unterarm, die durch Entzündungen der Sehnen in Hand und Unterarm herrühren. Ursachen, die zur Entstehung der Entzündungen führen, gibt es viele. Bei Sportlern ist es meist eine Überlastung, bei Schreibtischtätern eher Fehlhaltungen und Verkrampfungen, die zunächst zu chronischen Entzündungen im Unterarm führen, die dann die Schmerzen auslösen.

Der Tennisarm bezeichnet eine Mehrzahl an Symptomen. Ein klar definiertes Krankheitsbild gibt es dabei nicht. Das macht die Behandlung auch schwierig. Bisher wurde den Patienten entweder Kortison gespritzt, das gegen die Entzündung der Sehnen helfen soll, oder sie bekamen antientzündliche Medikamente. Schwedische Forscher von der Universität Göteborg empfehlen nun eine Therapie, die eigentlich gar nicht so neu ist.

 

Schnelle Heilung ohne Nebenwirkungen

Laut den schwedischen Forschern ist Krafttraining die beste Therapie gegen den Mausarm. Laut Studienleiterin Pia Nilsson, Physiotherapeutin und Wissenschafterin an der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg, hilft ein spezielles Trainingsprogramm sowohl dabei, die Beschwerden besser und schneller zu heilen, gleichzeitig treten im Vergleich zu der Behandlung mit Kortison keine Nebenwirkungen auf. Man schlägt sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Um ihr spezielles Trainingsprogramm zu testen, führten sie mehrere Untersuchungsreihen durch. Zunächst trainierten 78 Patienten mit den speziell ausgewählten Übungen, zwei Jahre später noch einmal 297 Probanden. Und das mit Erfolg. Durch das Training reduzierte sich nicht nur der Schmerz, auch die Beweglichkeit nahm zu und die Heilungsdauer verkürzte sich deutlich. Das beweist den Forschern, dass Training einer medikamentösen Therapie mit Kortison oder entzündungshemmenden Arzneimitteln vorzuziehen ist.

 

Wie sieht das Training aus?

Im Mittelpunkt des Trainings stehen Übungen, die die Muskeln im Arm und besonders um den Ellenbogen herum kräftigen. Das Programm besteht dabei aus einer Mischung aus Kraft- und Dehnübungen für Arm und Hand. Gleichzeitig werden auch Kräftigungsübungen für Brust- und Schultermuskulatur durchgeführt. Ergänzt wird das Schweden-Programm durch Übungen, die die gesamte Stabilität des Körpers verbessern. Nachts wurde der betroffene Arm noch bandagiert, Medikamente kamen indes nicht zum Einsatz.

Bisher wurden neben Medikamenten auch Massagen, Gipsschienen, Ultraschall, Wärme- oder Kältetherapie oder sogar Strom eingesetzt, um die Beschwerden beim Tennisarm zu linden. Zeigten diese Maßnahmen alle keinen Erfolg, wurde teilweise sogar operiert. Wenn die Schweden Recht haben, sind diese Maßnahmen veraltet und ein einfaches Programm aus Kraft- und Dehnübungen (Tennisarm – Dehnübungen als Schlüssel zum Erfolg) für die Arme reicht, um die Beschwerden schnell und einfach zu lindern.

 

Christian Riedel

 

WANC 21.12.2010, Quelle: Universität von Göteborg

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