Ergänzendes Krafttraining (Teil 2/4)

Strength Coaching: Trainingsgrundlagen

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Diese Fragen stellen sich Sportler zum Thema ergänzendes Krafttraining und Strength Coaching.

Zum ergänzenden Krafttraining in allen Sportarten lässt sich sagen: Der ganze Körper wird trainiert! Niemand, der über die Kreisliga hinaus will, trainiert nur die Muskulatur, die die Hauptbewegung ausführt. Der Körper stellt eine funktionale Einheit dar.

Sie können nur dann ein besserer Athlet werden, wenn Sie umfassend athletischer werden. Das sollten Sie bei Ihrer Übungsauswahl berücksichtigen. Zudem benötigen Sie natürlich die Übungen, die Ihrer Sportbewegung entsprechen und zudem noch Übungen, die Ihre Schwachpunkte ausgleichen.

Klingt viel auf einmal und so, als ob Sie ab jetzt 5-mal pro Woche Krafttraining machen müssen? Falsch. Im Folgenden werden Sie feststellen, dass ein optimales Krafttraining immer auch einfach strukturiert und vor allem ohne erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand umzusetzen ist. Ihr Training findet vornehmlich mit Lang- und Kurzhanteln statt. Es gibt quasi keine Sportart und keine Spezialbewegung, die Sie nicht auch mit Lang- oder Kurzhanteln trainieren können. Dazu stellen sich den Athleten immer wieder folgende Fragen:

 

1. Habe ich Nachteile davon, wenn ich keine Maschinen zur Verfügung habe?

Natürlich nicht. Sie haben davon nur Vorteile, denn nur dadurch wird gewährleistet, dass auch Ihre Stütz- und Koordinationsmuskulatur optimal entwickelt wird. Eine Maschine kann keine natürliche Bewegung simulieren und das schädigende Potenzial verschiedener Maschinen ist sportmedizinisch gesichert. Ihre großartigsten Fortschritte werden Sie mit Hilfe freier Übungen realisieren. Sie brauchen also möglicherweise nicht viel mehr als ein Kurzhantelpaar, eine Langhantel und ausreichend Gewichte.

 

2. Kann ich auch andere Hilfsmittel, wie z. B. Kettlebells, statt Hanteln nutzen?

Klar, das stellt kein Problem dar. Darauf hinweisen möchte ich allerdings, dass das Training mit Kettlebells in der eigentlichen Form eine eigene Sportart darstellt, die nicht dazu gedacht ist, Ihre Primärsportart zu optimieren! Dafür bietet sich nichts so optimal an, wie das klassische Krafttraining mit Durchführung des Satz- und Wiederholungstrainings. Dies bietet zusätzlich den Vorteil, dass Sie Ihre Satz- und Wiederholungszahl sowie Ihr Trainingssystem optimal auf die Saisonplanung abstimmen, und somit punktuell Ihre Bestform zum gewünschten Zeitpunkt erreichen können.

Ob Sie Hanteln, Kettlebells oder Baumstämme nutzen, spielt dabei keine Rolle, solange Sie das Gewicht an Ihren steigenden (!) Leistungsstand anpassen können. Wenn Sie mit Baumstämmen trainieren, brauchen Sie also vielleicht noch eine Waage, damit Sie die Baumstämme optimal auswählen können ;-)

 

3. Wird meine Technik schlechter, wenn ich Krafttraining durchführe?

Wenn Sie noch nie ergänzend Krafttraining absolviert haben, empfehle ich, zumindest nicht in der unmittelbaren Wettkampfzeit damit zu beginnen. Durch den gesteigerten Muskelquerschnitt und den Zugewinn an Kraft wird sich Ihre technische Ausführung für einen begrenzten Zeitraum zumindest nicht verbessern, vielleicht sogar etwas verschlechtern. Dieser Zustand ist vorübergehend und über Monate betrachtet werden Sie die gleiche technische Höchstleistung durch verbesserte inter- und intramuskuläre Koordination, zusammen mit dem gesteigerten Kraftniveau, mit weniger Reserveaufwand erreichen und Sie werden sich und Ihre Fitness stetig weiter verbessern können.

 

Im nächsten Teil der Reihe zum ergänzenden Krafttraining/Strength Coaching erwartet Sie die Übungsauswahl!

 

Denis Tengler

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