30 Wochentrainingsstunden als Basis für Ihren nächsten Kletterlevel oder: Die Lehrjahre eines Kletter-Profis (Teil 3)

Für Kondition und Kraft: Grundlagen des „Robert & Jürgen early years systems“

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Auch zusammen mit seinem Athletik-Coach Marty Gallagher führte Jürgen das "Robert-und-Jürgen" Kraft- und Konditionssystem durch

Der Master-Peak-Plan von Jürgen hält fit und gesund und ist genau das Richtige für Klettersportler und Boulderer.

Sollte Ihr Master-Peak-Plan, wie in meinem Beispiel in Kolumne #40, einen C- bzw. Athletiktag beinhalten (der Freitag in der dort veröffentlichten Tabelle), möchte ich Sie auf jeden Fall dazu motivieren, dem hier in den ersten 2 Teilen beschriebenen „Robert & Jürgen“ System eine Chance zu geben. Ich garantiere: Speziell wenn Sie meine nun folgenden „Basic rules“, sowie deren Fortsetzung in den abschließenden 2 Teilen dieser 5er-Kolumne beherzigen: Nicht nur Ihre Kletterform wird kurz- und langfristig davon profitieren. Allein, was Ihr Immunsystem beim Training im Freien anhand der frischen Luft an „positiv, sanfter Gesundimpfung“ mitbekommt ... ich schreibe hier aus 3 Jahren tagtäglicher Dauererfahrung.

 

Nie mehr kränkeln dank Conditioning-Zirkel an der frischen Luft!

Eins ist garantiert: Seit ich mit Robert den ersten (joggenden) Fuß in den Fitnessparcours setzte, wurde ich quasi kein einziges Mal (!) mehr von einer schweren Grippe, einem Schnupfen oder Ähnlichem „angesteckt“. Und noch einmal: Sollten Sie bei sich eine „Gesamtfitness-Schwäche“ vermuten, welche Sie auch in Ihrer Hauptsportart (wie dem Sportklettern oder Bouldern) limitiert.. Ich wiederhole mich ungern, aber denken Sie über meine Zeilen im ersten Teil dieser Serie nach: Bei weit über 90 % der Aktiven ist dies definitiv der Fall!! Also Do IT!

Speziell für Einsteiger in den Klettersport kann ein solches Kraft- und Konditionszirkeltraining in der von mir beschriebenen oder ähnlichen Form, evtl. sogar mehrmals wöchentlich ausgeführt, nach wie vor sinnvoll sein. Und selbst fortgeschrittene Fels- oder Kunstwandathleten könnten dank dieser Strategie, v. a. in kletterfreien (Zwangs-)Off-Seasons-, oder „Urlaubswochen“ bzw. im schlimmsten Fall bei verletzungsbedingten Trainingsausfällen, einen Formabbau doch zumindest stark einschränken. Für mich ist und bleibt es einfach ein „Athlet-aus-Leidenschaft-Trainingsprinzip“, welches auch zahlreiche meiner Coachies während der vergangenen Jahre fit und fitter machte. Oft profitierten diese Athleten in deren Haupt-(Kraft-)Sportarten davon, selbst wenn sie den „Robert & Jürgen System-Zirkel“ nur 1-mal pro Woche absolvierten. Und sei es „nur“ in der Form vom „Immer gesund und verletzungsfrei“-Sein.

Fazit: Langfristiger Erfolg ist dabei garantiert! Und noch ein letztes Wort zum Thema NO EXCUSES bzw. „in unserer Stadt gibt es keinen Freiluft-Parcours...“: Selbstverständlich lässt sich ein Zirkel, wie Robert und ich diesen täglich an der frischen Luft praktizierten, auch im GYM oder im Homegym umsetzen. Ich selbst greife in Urlaubs- bzw. „Never-Off-Season“-Wochen immer wieder gerne auf dieses System zurück.

 

Die Erfolgs-Basics des Systems

Doch nun zu den „Basics“ bzw. den Hintergründen, welche unser damaliges System, selbst wenn Klettern selbstverständlich meine und Ihre Hauptsportart bildet, nach wie vor zum Erfolgsrezept machen. Richtig: Klettertraining steht im Vordergrund meiner Artikel hier auf www.trainingsworld.com. Und aus diesem Grund habe ich selbstverständlich in die nun folgenden Punkte relevante Tipps nicht nur fürs allgemeine Conditioning, sondern auch fürs generelle Kletter-Workout, bzw. Ihren Master-Peak-Plan (s. Kolumnen #37 bis #41) integriert. Also ... was sind nun die Grundregeln, welche unser „early years system“ so erfolgreich machten?

 

Grundsatz 1: Starten Sie - ob allein oder im Team!

Wenn Spitzenkletterer rund um den Globus eines gemeinsam haben, dann ist es aus meiner Erfahrung, dass Sie wissen: Das Universum würfelt nicht. Also nutzen Sie die Gunst der Stunden. Morgen ist nie! Sie wissen es: Der erste Schritt ist der entscheidende. Starten Sie los!

Meinen Athletik-Coach Marty Gallagher (s. Bild oben), seines Zeichens 5-facher Powerlifting-Masters-Weltmeister zitierte ich in Bezug auf die unbezahlbaren Vorzüge einer soliden Trainingspartner(freund)schaft bereits in Kolumne 39 hier auf www.trainingsworld.com. Ein kleiner „MP3-Powerwalk-Tipp“ für den nächsten Inspirationsspaziergang: In quasi allen www.Power-Quest.cc Podcasts, außer der Marty Gallagher Initialsendung 126, ist auch mein Trainingslager in seiner US-Heimat im Winter 2009 Thema. Bedienen Sie sich einfach der Suchfunktion auf dem kostenlosen Portal und „füttern“ Sie diese mit „Marty Gallagher“. Achten Sie darauf, wie er und auch ich die Zeit bei ihm besprechen. Richtig: Das „Robert & Jürgen early years system“ still works :) Ob im Stadtwald Dornbirns oder den Hardcore-Krafträumen und Wäldern Pennsylvanias. Und auch dort war Marty Gallagher es – als Trainingspartner und Coach in einer Person – welcher mich regelmäßig zum „Rocky“ machte, der den Peak, im wahrsten Sinne des Wortes, mit ihm gemeinsam erreichte.

Im Gegensatz zu den Kletter-Workouts, bei denen ich persönlich einen Trainingspartner (zumindest bei den entscheidenden Haupt-Workouts) sogar für ein MUST HAVE halte, ist es Ihnen, speziell bei Conditioning-Tagen noch freigestellt, ob Sie alleine oder im Team trainieren.

 

Mein Tipp: Legen Sie binnen der nächsten 48 Stunden los und bleiben Sie dran!

Sie sollten jedoch, wenn irgendwie arrangierbar, selbst wenn Sie „nur“ mit dem originalen Conditioning-System starten, von Anfang an einen Trainingspartner mit ins „Trainingsboot“ holen. Mehr als das: Sorgen Sie für einen Wegbegleiter, einen Freund, eine Freundin, der bzw. die nicht nur den Sport genau so lebt, wie Sie es tun. Sie sollen nicht Ihre gesamte Freizeit mit dieser Person verbringen. Aber: Gespräche, auch solche, die über den Tellerrand der Workoutkoordination hinaus gehen, dürfen Ihren Tag bereichern und natürlich Spaß machen. Viel Spaß sogar! Und sehen Sie auch das Trainingspartnersuchen als kleine „Challenge“ für sich. Ähnlich wie das Flirten (Sorry für den abstrakten Vergleich, aber es ist so ...), lässt sich auch diese Form der „die/den Richtige/n anziehende Art der Kommunikation“ lernen und trainieren.

 

Fazit

Wenn machbar, bevorzugen Sie das „Wir“ bei Ihren Trainings. Je öfter, desto besser.

Allein mit dem Trainingsplan bzw. dem Master-Peak-Plan und einer Eieruhr, zur exakten Kontrolle der Pausen- und Belastungszeiten im Boulderraum?

Allein mit dem Trainingsplan bzw. dem Master-Peak-Plan und einer Eieruhr, zur exakten Kontrolle der Pausen- und Belastungszeiten im Boulderraum? Klar: Auch dies gehörte, nicht nur in meinen Kletteranfängen, quasi „immer schon zum business“. Gerade werktags ist es schwer, ständig Kletterpartner zu haben. Trotzdem zu trainieren macht Sie noch stärker und konsequenter. ABER sorgen Sie, mindestens 1- bis 2-mal pro Woche, für Ihr persönliches Top-Team!

Dazu jedoch noch eine spannende Zugabe im nächsten Teil dieser 5-teiligen Kolumne. Fürs Erste wünsche ich Ihnen wie immer viel Spaß mit dem Umsetzen des bislang Gelernten und bis bald hier auf www.trainingsworld.com

Jürgen Reis mit Nikolai Janatsch

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