Koordination & Technik

Tennistraining für die ganz Kleinen

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Übungen für Tennistraining mit Kindern

Ist es überhaupt sinnvoll, schon in ganz jungen Jahren mit dem Tennis zu beginnen? Definitiv – mit dem richtigen Training und effektiven Übungen.

Es gibt kein richtiges oder falsches Alter, um mit dem Tennissport anzufangen. Viele Kinder beginnen bereits im Alter von 5-6 Jahren mit dem Tennis. Je früher man damit anfängt, desto besser. Denn eines steht fest: Je älter man ist, desto schwieriger ist es, den Sport zu erlernen.

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„Was soll ich bloß mit den kleinen Kindern eine Stunde lang machen?“, fragt sich sicher manch ein unerfahrener Tennistrainer. Grundsätzlich ist es sicher schwieriger mit Kindern im Alter von 5-6 Jahren zu „arbeiten“, da die Konzentrationsfähigkeit noch nicht sehr weit ausgeprägt ist. Der Fokus des Tennistrainings sollte hier auch nicht auf dem Schlagen des Balles oder ähnlichem liegen – vielmehr gilt es in den ersten Monaten, den kleinen Anfängern Spaß, Koordination und Ballgefühl beizubringen und das idealerweise in einer spielerischen Form. Der Rest kommt dann fast von selbst.

 

Koordinative Prozesse spielerisch beibringen – So geht’s

Das Wichtigste bei kleinen Kindern ist das Beibringen koordinativer Prozesse. Diese lassen sich mit kleinen Übungen spielerisch sehr schnell erlernen. Im Folgenden stelle ich Ihnen 3 einfache Übungen vor:

1) Besonders gut geeignet ist die Koordinationsleiter, welche Bestandteil jedes Trainings sein sollte. Legen Sie 2 dieser Leitern nebeneinander und führen Sie ein „Wettrennen“ durch. Diese Übung ist ideal für Trainingsgruppen von 4-6 Kindern geeignet. Es gilt von Anfang an darauf zu achten, dass nicht auf die Gitterstäbe der Leiter getreten werden darf. Hier können Sie kleine „Strafen“ einbauen, wie zum Beispiel wieder von vorne anfangen oder einmal aussetzen.

2) Der Schüler stellt sich mit dem Rücken zum Netz an die Grundlinie, die Beine schulterbreit gespreizt. Sie knien sich daneben und rollen einen Tennisball durch die Beine des Schülers in Richtung des Netzes. Dieser muss sich so schnell es geht umdrehen und versuchen den Ball zu erlaufen und aufzuheben, bevor dieser das Netz berührt. Auch diese Übung lässt sich sehr gut bei einer Gruppengröße von 4-6 Kindern durchführen.

3) Werfen Sie den Schülern einen kleinen Schaumball zu, welche diese fangen müssen. Achten Sie unbedingt darauf, dass es sich hierbei um einen weichen Schaumball handelt, der keine Verletzungen zufügen kann. Werfen Sie diesen so zu, dass der Ball abwechselnd rechts und links vom Körper gefangen werden muss. So können schon die Anfänge von Vor- und Rückhand trainiert werden.

Führen Sie diese Übungen in den ersten 20-30 Minuten der Trainingsstunde durch.

 

Gefühl für Schläger und Ball erlernen

Bevor es mit dem eigentlichen Tennisspielen losgehen kann, muss ein Gefühl für Ball und Schläger trainiert werden. Würden Sie direkt mit dem Schlagtraining im Mini-Feld beginnen, würden die Schüler keinen Ball treffen und schnell die Lust am Tennis verlieren.

Im Folgenden stelle ich Ihnen wieder 3 Übungen vor:

1) Legen Sie Ihren Schülern einen Tennisball auf den Schläger. Die Startposition ist am Netz. Ziel dieser Übung ist es, vom Netz aus bis zur Grundlinie und wieder zurück zu laufen, ohne das der Ball vom Schläger fällt. Fällt dieser dennoch runter, muss wieder von vorne begonnen werden. Der Schläger kann in der Anfangsphase ruhig mit beiden Händen am Griff festgehalten werden. Die Übung lässt sich je nach Fortschritt variieren. Der nächste Schritt ist es, den Schläger mit der rechten und danach mit der linken Hand festzuhalten oder zwei bis drei Bälle gleichzeitig auf den Schläger zu legen.

2) Lassen Sie Ihre Schüler den Ball mit dem Schläger dribbeln. Am Anfang kann der Ball ruhig 2- oder 3-mal auf dem Boden aufspringen, bevor dieser auf den Schläger trifft. Auf dieser Übung sollte der Fokus der ersten Trainingsmonate liegen. Diese Übung können Sie auch je nach Fortschritt immer wieder erschweren. Wird anfangs noch im Stand gedribbelt, so muss zu einem späteren Zeitpunkt ein Weg vom Netz bis zur Grundlinie und wieder zurück gedribbelt werden.

3) Führen Sie in den letzten 15 Minuten des Trainings erste Schlagübungen durch. Handelt es sich um Kinder im Alter von 5-6 Jahren, sollten unbedingt Schaumstoffbälle oder drucklose Methodik-Bälle verwendet werden. Die Schüler stellen sich für die Übung ungefähr 1 Meter vom Netz entfernt auf. Sie werfen (nicht mit dem Schläger anspielen) den Ball zu, welcher als Volley zurückgeschlagen werden muss

Auch interessant: Der Volley – unverzichtbarer Bestandteil eines Tennisspielers

Die Schüler sollen hierzu den Schläger wie ein Lenkrad mit beiden Händen anfassen und den Ball mit einer Druckbewegung des Schlägers über das Netz drücken.

 

Fazit

Legen Sie in den ersten Monaten des Techniktrainings bei kleinen Kindern den Fokus auf koordinative Übungen und der Vermittlung von Ballgefühl. Je spielerischer Sie die Übungen gestalten, desto mehr Spaß entwickeln die Schüler. Mit dem eigentlichen Schlagtraining sollten Sie erst einige Monate später anfangen, je nach Fortschritt der Trainingsgruppe.

Kleinere Schlagübungen, wie zum Beispiel die zuletzt vorgestellte Übung, sollten in jedes Training integriert werden, damit ein erstes Gefühl für das Timing und die Flugkurve des Balles entwickelt werden kann. Wenn mit dem Schlagtraining begonnen wird, dann starten Sie hierzu in der Hälfte des Tee-Feldes oder stellen Sie ein kleines Standnetz zwischen Grund- und Tee-Linie auf. Achten Sie darauf, anfangs weiche, idealerweise drucklose Bälle zu verwenden, damit es nicht zu Verletzungen kommt.

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Markus Czerner

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