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Top-Experten beim Functional Training Summit in München

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Matthias Steiner präsentierte auf dem Functional Training Summit die korrekte Technik im Gewichtheben.

Vom 24.-27. Juli trafen sich in München nationale und internationale Top-Trainer und vermittelten in Vorträgen und Workshops neueste Entwicklungen und Tipps zur Trainingspraxis.

Wenn die internationalen und nationalen Experten des Functional Training rufen, kommen zahlreiche Personal- und Fitness-Trainer, um von den Top-Spezialisten effektive Trainingsmethoden zu lernen. Bei optimalem Sommerwetter waren die Hallen auf der Allwetter-Anlage in Unterföhring rappelvoll besetzt und es bei der fünften Austragung des Functional Training Summit ein neuer Besucherrekord erreicht. 

Doch nicht nur für Trainer war die Veranstaltung ein voller Erfolg, auch die Referenten waren begeistert. „Was für ein wundervoller Summit“, ist Mark Verstegen, als Fitness-Coach des DFB-Teams frisch gebackener Weltmeister, begeistert, „es ist eine Ehre hier zu sein“. US-Coach Todd Durkin, der zahlreiche NFL-Profis trainiert, ist begeistert von „Intensität mit der die Teilnehmer in den Hands-On dabei sind“. Karsten Schellenberg, wohl Deutschlands bekanntester Personal Trainer, findet’s „einfach nur genial“. Die Intensität mit der Referenten und Teilnehmer vor Ort aktiv waren, begeisterte alle. 

Regeneration ein wichtiger Faktor im Functional Training 

Mark Verstehen auf dem Functional Training Summit.

Mark Verstegen, der die Deutsche Nationalmannschaft als Fitness- und Athletik-Coach bei der WM in Brasilien begleitet hat, stellte in seinem Vortrag „Every Day is Gameday“ das Konzept vor nach dem auch das Team trainiert hat. Ziel ist es, mit „der richtigen Einstellung, gezielter Ernährung und richtiger Regeneration Sportler auf das nächste Level zu bringen“. So etwas kann natürlich nicht von heute auf morgen passieren, daher sieht er den Erfolg in Brasilien auch als einen Langzeit-Prozess. Wichtig ist, dass der Trainer dem Sportler die Mittel an die Hand gibt, damit dieser sich jeden Tag Schritt für Schritt verbessern kann. 

Begeistert empfangen wurde auch Matthias Steiner. Der Gewichteben-Olympiasieger von Peking 2010 stellte das Olympic Lifting, mit den Techniken Reißen und Stoßen vor. Wer könnte diese komplexen Bewegungen auch besser präsentieren als der stärkste Mann der Welt. Steiner: „Eine tolle Veranstaltung.“ Gerade das Langhantel-Training findet ja auch immer mehr Einzug in den Profisport und auch das Fitness-Training, z. B. beim Crossfit. Wichtig ist hier jedoch, dass die Sportler eine saubere Technik erlernen, da ansonsten schwere Verletzungen drohen.

Faszientraining im Mittelpunkt

Einen zunehmen großen Stellenwert nimmt in der Trainingsplanung der Top-Athleten die richtige Erholung ein, egal ob nach Training, Wettkampf oder Verletzung. Daher war das Faszientraining ein großes Thema beim diesjährigen Summit. Die Pre-Conference beschäftigte sich ausschließlich mit dem Bindegewebe bzw. den kollagenen Strukturen. Die Faszienexperten Dennis Krämer und Berengar Buschmann präsentierten neueste Erkenntnisse und praktische Trainingstipps aus der faszialen Forschung. Insbesondere nach Verletzungen ist es wichtig, verklebte Strukturen der kollagenen Fasern wieder zu lösen und zu befreien. 

Darüber hinaus war mit Dr. Robert Schleip ein Vorreiter der Faszienforschung vor Ort. In seinem Vortrag erläuterte er die Grundzüge einer optimalen faszialen Aktivierung. Dabei geht es u.a. anderem darum, dass die Faszien mit der richtigen Frequenz und ca. 1/3 Maximalkraft angesprochen werden. Dies hilft, Leistungsreserven aus Katapult-Effekten, wie sie u.a. auch Kängurus nutzen, zu aktivieren. Studien belegen, dass eine Verbesserung der Leistung nicht nur in der Erhöhung der Muskelkraft sondern vielmehr auch in der besseren Ausnutzung der Dehnfähigkeit und Elastizität des Bindegewebes liegt. Es zeigt sich sogar, dass sich bei effektivem Training der Anteil der Muskelkraft an der Bewegung verringert und die Effekte der kollagenen Strukturen zunehmen. Aus dem Bereich der Faszienforschung sind definitiv in den kommenden Jahren noch einige positive Effekte für das Training und die Trainingssteuerung zu erwarten. 

Insgesamt präsentierten an den vier Tagen über 30 Referenten wissenschaftliche Grundlagen und Trainingspraxis. Die Teilnehmer waren fasziniert von der Theorie und konnten sich bei den praktischen Einheiten richtig auspowern.

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