Sportmesse FIBO 2013

FIBO: Functional Area

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Flexibel einsetzbar: Power Stations

Eine komplette Halle wurde dem Funktionellen Training auf der diesjährigen FIBO gewidmet. Marina Lewun hat sich über die aktuellen Trends informiert.

Das sogenannte „Functional Training“ hat eine sehr lange Geschichte. Bereits zu den Zeiten von Turnvater Jahn im 19. Jahrhundert entstand die „Deutsche Turnkunst“. Ziel dieser Bewegungsform war die körperliche Vorbereitung der Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und somit die Befreiung von Preußen und Deutschland. Zahlreiche Parallelen zum heutigen Kunstturnen lassen sich aufzeigen: Übungen an der Reckstange oder am Boden mit dem eigenen Körpergewicht sowie Lauf- und Fallübungen als Sturzprophylaxe. Das Training hat draußen stattgefunden; der erste Turnplatz wurde im Jahr 1811 in Berlin Hasenheide erbaut. Ein wenig Verwunderung ruft somit ein Zitat von der aktuellen FIBO-Seite 2013 hervor: „Die Bedeutung von Functional Training, als effektives Workout im Fitnessclub nimmt seit 2 Jahren stetig zu. Immer mehr Fitnessstudios nehmen diesen Megatrend in ihre Programme auf und beleben somit ihre Trainingsfläche.“ Das Rad wurde scheinbar wieder neu erfunden.

Ich halte Functional Training für sehr sinnvoll und habe mein gesamtes Trainingskonzept auf diese Idee aufgebaut. Nichtsdestotrotz sollte man diesem Thema etwas kritisch gegenüber stehen, denn nicht alles, was ohne Trainingsmaschinen trainiert wird, ist gleichzeitig Functional Training.

 

Functional Training kompakt und Indoor

Power Stations sind auch im Personal Training beliebt.

Erstaunlicherweise wurden in diesem Jahr von vielen Trainingsmaschinenherstellern die sogenannten „Power Stations“ vorgestellt. Sie repräsentieren die Indoorvariante der möglichen Trainingsart. Power Stations haben oftmals eine kubische Form und bestehen aus Sprossenleitern, die bis zur Decke ragen und zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten für weitere Kleintrainingsgeräte, wie den Sling Trainer, bieten. Es ist eine sinnvolle, kompakte und platzsparende Variante eines Trainingsgerätes. Denn die Bewegungsmöglichkeiten sind beinahe unerschöpflich. Wie bereits erwähnt, kann man an diesen Sprossen vieles befestigen, sich selbst daran hängen oder stützen und somit unterschiedliche Intensitäten für diverse Leistungsniveaus der Trainierenden schaffen. Zusätzlich kann man auf dem Boden diverse Markierungen anbringen, die man zur Koordinations- oder Schnelligkeitsschulung nutzen kann. Power Stations werden mittlerweile in zahlreichen Fitnessstudios im Rahmen von Trainingskursen eingesetzt. Sie bieten jedoch auch Möglichkeiten zur Gestaltung eines Personal Trainings. Ohne Präferenzen äußern zu wollen, halte ich den Anbieter Queenax für die Gestaltung eines Personal Trainings Studios besonders geeignet. Es ist wie eine Einbauküche, die an den Raum, an die Idee und an die Bewegungsvoraussetzungen angepasst wird. Zahlreiche kurze und lange Sprossen bieten unglaublich viele Variationen. Des Weiteren funktioniert Queenax wie ein Stecksystem, so dass jeder Trainer sich selbst verwirklichen kann, aber auch die Anordnung der Sprossen verändern und diverse Kleinanpassungen vornehmen kann.

 

Freies Functional Training

Das funktionelle Training kann man natürlich genauso gut ohne irgendwelche Zusatzhilfen nur mit dem eigenen Körpergewicht machen. Auch hier bieten sich der Bewegungsphantasie keine Grenzen. Auf der FIBO konnte man auch in diesem Bereich sehr gut fündig werden. Hierzu haben sich zahlreiche Functional Shops mit ihren mobilen Kleingeräten oder nur mit diversen Bewegungsmöglichkeiten ohne Hilfe präsentiert. Zu sehr interessanten Trainingshilfen gehören die Ropes, Sandbags, Equalizer oder Power Wheels. Die dazugehörige Weiterbildung wird oft direkt auch mit angeboten. Das Angebot ist sehr vielfältig. Aber es gibt auch separate Akademien, die sich der Trainingslehre und dem Functional Trend verschrieben haben und den Trainer auf seinem beruflichen Weg begleiten.

 

Spielerisches Erlernen

Cube Sports gewann 2011 den Innovation Award.

Eine weitere interessante Trainingsvariation wurde bereits in den letzten Jahren präsentiert und hat sogar den Innovation Award im Jahr 2011 gewonnen. Cube Sports gilt als besonders entwicklungsfördernd und soll in erster Linie Kinder und Jugendliche in Schulen und Vereinen ansprechen. Die Hauptidee ist sehr simpel – man verbindet die Kästen aller möglichen Größen durch Stangen und Netze miteinander und hat somit die Möglichkeit, die Bewegungslandschaft sehr einfach von Mal zu Mal zu verändern. Somit ist ein individuelles Anpassen an unterschiedliche Anforderungen möglich. Dieses Konzept lässt sich aber genauso in ein Erwachsenentraining einbinden. Denn auch hier geht es um das reine Körpergewichtstraining – ums Klettern, Hochziehen und Stemmen. Übrigens fühlen sich die am Parcour interessierten Jugendliche durch solche Bewegungslandschaften sehr angesprochen. Da die Kästen unterschiedliche Höhen haben, benutzt man diese zum Hochspringen, Abrollen, Balancieren oder Hinaufschwingen.

 

Fazit

Egal für welche Trainingsvariante oder Fortbildung man sich als Fitness-Trainer oder Sportwissenschaftler entschieden hat, das Wichtigste bleibt immer noch die Beherrschung des eigenen Körpers. Denn ein guter Trainer sollte für seinen Kunden immer als Vorbild dienen und alle erforderlichen Übungen und Bewegungsabfolgen selbst makellos beherrschen. Die Übung macht immer noch den Meister!

 

Marina Lewun

 

Mehr zur FIBO 2013: FIBO 2013: Impressionen aus den Kölner Messehallen

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