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CrossFit: Kein Trend, sondern eine eigene Sportart

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CrossFit arbeitet mit großartigen Übungen - ist aber trotzdem mit Vorsicht zu betrachten

CrossFit ist einer der Fitnesstrends der letzen Jahre. Zumindest, wenn man die Berichterstattung vieler Fitnessmedien liest. Da werden immer wieder Phrasen von der „wahren Fitness“ und dem „besten Fitnesstraining“ und die Vorteile des CrossFit-Trainings genannt. Doch wie ist das wirklich?

Lesen Sie hier, was CrossFit ist

 

CrossFit ist eine eigene Sportart

Es handelt sich bei CrossFit eben nicht um ein Fitness-Programm, mit dem Sie gezielt an Ihrer Kraft oder Ausdauer arbeiten können. Es handelt sich eher um eine eigene Sportart, für die es Wettbewerbe wie die CrossFit Games gibt, bei denen enorme Preisgelder ausgelobt wurden. Die Inhalte des CrossFit Trainings können Sie besser in dieser einen Sportart machen. Gerade der strukturelle Aufbau des CrossFit Trainings erfordert es, dass Ihr Körper unter Belastung viele verschiedene Energiestoffwechselwege ausnutzt. Die Pausen sind sehr kurz und dies führt zu einer großen Ermüdung. Viele der Kerntrainingseinheiten sind daher eine Form des hochintensiven Intervalltrainings. Gerade im Rahmen des „Workouts of the day“ geben vorgegebene Zeiten oder Wiederholungszahlen die Intensität des Trainings vor. Ermüdung und Ausbelastungen sind die Folge dieser Trainingsform. Ein Ergebnis dieser Ermüdungen ist jedoch, dass die Übungsausführung leidet und dadurch die Verletzungsanfälligkeit steigt.

 

Mischmasch führt zu Mittelmaß!

Das Vermischen von Krafttrainingsübungen mit Sprüngen und anderen Trainingsinhalten führt zwangsläufig dazu, dass die Trainingsanpassungen in Bezug auf Kraft, Schnellkraft und Schnelligkeit nicht mehr optimal ablaufen können. Sie können ermüdet keine Trainingsanpassungen erzielen, die auf das Verbessern neuronaler Abläufe zielen. Sie müssen ausgeruht trainieren und große Pausen zwischen den Wiederholungen machen, um effektiv Ihre Maximalkraft oder Ihre Schnellkraft steigern zu können. 

 

Nicht jeder Trend ist gut!

Das oberste Prinzip beim Erstellen eines Trainingsplanes und beim Optimieren des Trainings (z. B. eines Funktionellen Trainings) ist, dass Ihre persönlichen Trainingsziele zu berücksichtigen sind. Wenn Sie an den CrossFit Games teilnehmen möchten oder sich einfach dauerhaft auspowern wollen, ist das CrossFit Training optimal für Sie. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass CrossFit ein hohes Risiko für Überlastungsschäden und Verletzungen birgt.

Wenn Sie Ihre Kraft steigern möchten, gezielt an Ihrer Ausdauer arbeiten möchten oder Ihre Leistung in einer bestimmten Sportart steigern wollen, ist CrossFit wahrscheinlich ein falscher Weg. Auch wenn Sie Ihr Gewicht reduzieren möchten, sollten Sie nicht ausschließlich intensiv trainieren, sondern die Trainingsinhalte insgesamt auf eine breite Basis stellen.

Allerdings sind die Übungen, die im CrossFit Training zur Anwendung kommen großartig! CrossFit arbeitet mit den besten Übungen, hat aber einen problematischen Trainingsaufbau.

 

Problematischer Aufbau der Trainingseinheiten

Sprünge, explosive Übungen und plyometrische Trainingsinhalte führen ebenso zu speziellen Trainingsanpassungen, wie Krafttrainingsübungen. Allerdings ist der Einsatz dieser Übungen im CrossFit entgegen jeglicher pysiologischen Grundlage vermischt mit anderen Trainingsinhalten.

 

Fazit

CrossFit hat den Anspruch, jedem Sportler dieselben Übungen bei individuell angepasster Intensität anbieten zu können. Das bedeutet in der Praxis, dass die Intervallabfolgen eben im Rahmen des individuellen Maximums stattfinden. CrossFit ist aber keinesfalls eine Möglichkeit, ein gesundheitsorientiertes Training oder ein gezielt leistungssteigerndes Training auszuüben. Die Zirkeltrainingsform ist nicht geeignet, Anpassungsvorgänge nach ihren jeweiligen physiologischen Einflussgrößen anzustreben.

 

Dennis Sandig

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