Moderner Fünfkampf

Schießen: Allgemeine Grundlagen der Technik (Teil 1)

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Das Schießen im modernen Fünfkampf braucht ein gesondertes Techniktraining

Um im Fünfkampf 5 perfekte Schüsse abgeben zu können, ist es wichtig, dass der Athlet im Training immer wieder auf seine Technik achtet, sich korrigieren und verbessern lässt. Denn wer denkt, dass Schießen einfach ist, täuscht sich.

Im modernen Fünfkampf wurde bis 2010 mit einer 4,5 mm-Luftpistole in stehender Position auf ein 10 m entferntes Ziel geschossen. Jeder Athlet hatte 10 Schüsse abzugeben. Pro Schuss war eine Höchstzeit von 40 Sekunden vorgegeben. Seit 2010 findet die Disziplin im Combined statt, d. h. in der Kombination des Querfeldeinlaufs. Der Fünfkämpfer muss mit einer Laserpistole innerhalb von 70 Sekunden fünf Treffer auf ein 10 m entferntes Ziel schaffen. Um fünf perfekte Schüsse abgeben zu können, ist es wichtig, dass er im Training immer wieder auf seine Technik achtet, sich korrigieren und verbessern lässt. Wer denkt, dass Schießen einfach ist, täuscht sich. Durch die Zusammenführung von Laufen und Pistolenschießen werden Ausdauer- und Präzisionsport vereint, wodurch höhere Anforderungen an den Athleten gestellt werden.

 

Das Training

Um das Pistolenschießen zu erlernen muss die Technik beherrscht werden, die zu Beginn als Einzeldisziplin und später in Kombination mit dem Laufen trainiert wird. Die sportliche Technik bildet die Voraussetzung für das Erreichen einer Höchstleistung. Der Athlet erlernt die Stellung, Schussabgabe (Schussphase), Schießrhytmus, Schussrhytmus, Atemtechnik, körperliche Fitness und die mentale Stärke zu verbessern, d. h. es kommt zum Aufbau eines stabilen und individuellen Technikniveaus. Wichtig beim Pistolenschießen ist die Stellung, sowie die Schussabgabe, die in diesem Artikel beschrieben werden.

 

Die Stellung

Grundvoraussetzung für einen guten Schuss ist die Stellung. Bei der Stellung sollte der Schütze im hüftbreiten Stand (seitlich) stehen, um ein stabiles Gleichgewicht zu erzielen. Durch die feste Position ist der Schütze unbeweglich. Die gerade und aufrechte Haltung (Schultern sind entspannt, Beine leicht durchgedrückt, Hüfte gerade, Kopf aufrecht), die Fixierung des nichtschießenden Arms und der Hand, das Versteifen des schießenden Arms/Hand sowie die Verlagerung des Körperschwerpunkts leicht nach hinten führen zu der optimalen Haltung beim Schießen.

Bei der Armhaltung ist zusätzlich zu beachten, dass der Waffenarm gestreckt ist und im Schulter-, Ellenbogen und Handgelenk fixiert wird. „Da Körperhaltung und Druckverlauf die Fixierung der einzelnen Gelenke beeinflussen können, ist vor allem bei der Vorbereitung des Schusses gedanklich darauf einzugehen.“(4)

 

Die Schussabgabe 

Bei der Schussabgabe bzw. Schussphase wird zwischen Vorbereitungsphase, Ausführungsphase für den Schuss/Auftaktphase, Arbeitsphase, Auslösephase und Nachhaltephase differenziert.

Die Schussabgabe wird in verschiedene Phasen unterteilt

Unter der Vorbereitungsphase wird die Zeit unmittelbar vor dem Ansetzen des Schusses verstanden, d. h. der Schütze hat seinen Stand eingenommen bzw. die Pause seit dem vorhergehenden Schuss eingehalten.(2) In dieser Phase konzentriert sich der Athlet auf die kommende Handlung, und geht die unterschiedlichen Phasen noch einmal durch: Sitz der Waffe, richtige Körperhaltung, Aufbau von Muskelspannung (Wenn der Schütze seine übliche Muskelanspannung festsetzt, entscheidet er „ich bin bereit“, senkt die Pistole auf die Schießzone und unterstützt die Bewegung durch volles Ausatmen), Auftakt-, Arbeits-, Auslöse- und Nachhaltephase.

In der Auftaktphase wird die Waffe mit tiefem einatmen angehoben und gestrecktem Arm hochgeführt. Der Waffenarm geht über die Scheibe und senkt sich bis etwa zur Papieroberkante der Scheibe.(5) Das Auge wird in Richtung der Scheibe gerichtet und erfasst die Visierung. Es kommt zum Ausatmen der Luft mit einem langsamen Senken des Arms. Nach dem Senken der Pistole auf die Schießzone beginnt der Schütze mit einer langsamen Bewegung des Zeigefingers.

Die Arbeitsphase ist durch ein langsames Absenken der Waffe durch die Scheibe bis in den Halteraum gekennzeichnet. In dieser Phase wird die Brustatmung (leichtes Einatmen) eingesetzt, durch ein leichtes Ausfließen der Luft kommt es zum Senken des Brustkorbs, wobei Arm und Waffe in den Halteraum geführt werden.(4)

Es folgt die Auslösephase, in der sich die Waffe so wenig wie möglich im Halteraum unter der Scheibe bewegt. In dieser Phase erfolgt die Schussabgabe in einer Atempause. Eine letzte Kontrolle des Zielbilds mit einer leichten Korrektur ist möglich, die maßgeblich für die Schussauslösung verantwortlich ist. Fällt die Entscheidung, den Schuss nicht auszulösen, erfolgt das Absetzen der Waffe. Beim Auslösen des Schusses muss der Schütze weiterhin „die Konzentration auf die Fixierung des Hand- und Schultergelenks sowie die auf das Visierbild beibehalten.“(4)

Die Visiserung des Ziels ist von besonderer Bedeutung im Sportschießen, auch im Modernen Fünfkampf

In den genannten Phasen ist das richtige Erfassen der Visierung und des Ziels von besonderer Bedeutung. Das Auge spielt eine wesentliche Rolle für den Zielvorgang, dabei ist die Konzentration des Auges auf das Korn gerichtet. Grund dafür ist, dass das Auge nur ein Element - Kimme, Korn oder Scheibe - scharf sehen kann.(4)

 

Es folgt das Nachhalten. Diese letzte Phase ist ein wichtiger Bestandteil bei der Schussabgabe mit der Pistole. In der Nachhaltephase bleibt die Waffe einige Sekunden nach Schussabgabe im Halteraum stehen. Eine zu frühe Muskelreaktion würde einen schlechten Schuss verursachen.(1) Ziel der Nachhaltephase ist die Kontrolle des Zielbilds sowie erste Fehleranalysen.

 

Fazit

Allgemein gilt, dass die Leistungsentwicklung eines Schützen sich in mehreren Phasen vollzieht, dabei ist der vorhin genannte Aufbau eines individuellen und stabilen Technikniveaus die erste Etappe. Es folgen 2. die Stabilisierung der erlernten Technik, 3. die Umsetzung der Technik unter Stress und 4. die Umsetzung der Technik im Wettkampf.

 

Dr. Caroline Trautmann

 

1. http://www.trefferbild.de

2. http://www.schussbild.de

3. http://www.mc-optique.de 

4. http://www.nsc83.de/texte/2000_Die_sportliche_Technik_im_Kurzwaffenschiessen.html 5.

5. Skanaker. R., Antal L (2011), Sportliches Pistolenschießen, Stuttgart: Motorbuch-Verlag

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