Techniktraining

Fahrtechnik-Training im Mountainbike Cross-Country

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In der olympischen Mountainbike-Disziplin Cross Country spielt die Fahrtechnik eine entscheidende Rolle. Die Strecken werden sowohl national als auch international fahrtechnisch immer anspruchsvoller und sorgen somit dafür, dass die Fahrtechnik zu einem leistungslimitierenden Faktor geworden ist.

Gerade im Nachwuchsbereich sollte der Trainingsschwerpunkt auf der Fahrtechnik liegen. Im Kindes- und Jugendalter werden Fahrtechnik und die notwendige Koordination am schnellsten erlernt. Sicherlich kommt es dem Erlernenden auch zugute, dass die Angst/Furcht bzw. der Respekt vor der Aufgabe noch nicht so groß ist wie später im Erwachsenenalter. In der Bundesnachwuchssichtung (NWS) des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), der national ranghöchsten MTB Cross Country-Rennserie Deutschlands, wird diesem Aspekt Rechnung getragen. Die NWS erstreckt sich 2012 über 4 Veranstaltungen (Hausach, Pracht, Gedern, Remchingen) plus die Deutsche Meisterschaft in Bad Säckingen. An einem Veranstaltungswochenende finden samstags der Technikwettbewerb statt (Trial, Slalom oder Sprint) und sonntags das Cross Country-Rennen.

 

Das Auffahren

Da die Technik in der NWS gleichstark gewichtet ist wie das Cross Country-Rennen, muss die Fahrtechnik und Radbeherrschung entsprechend trainiert werden. Eine Übungsauswahl finden Sie bereits im Artikel Technik- und Koordinationstraining im Cross Country sowie in der Videothek von trainingsworld.com.

Ist man in der Gruppe unterwegs, bietet sich folgende Übung an: Die Fahrer finden sich paarweise zusammen. Jedes Paar fährt hintereinander mit gleichmäßiger Geschwindigkeit. Der Hinterherfahrende muss dabei seinem Vordermann 10 Mal mit dem Vorderrad gegen das Hinterrad fahren. Dabei ist darauf zu achten, dass das Hinterrad des Vordermanns nur leicht berührt wird und beide Fahrer ihre Fahrt ungehindert fortsetzen können. Wird zu stark gegen das Hinterrad gefahren, kommt es zu einem starken Abbremsen und der Auffahrende verliert u.U. das Gleichgewicht und muss seinen Fuß auf den Boden setzen, um das Gleichgewicht wieder herstellen zu können. Gleiches kann passieren, wenn nicht mittig gegen das Hinterrad gefahren sondern das Rad seitlich berührt wird. Wurde das Hinterrad 10 Mal angefahren, tauschen beide Fahrer ihre Position und der Vordermann wechselt nach hinten und muss jetzt auf das Hinterrad auffahren. Diese Übung sollte bei verschiedenen Geschwindigkeiten durchgeführt und geübt werden. Mit dieser Übung werden das Einschätzungsvermögen (Geschwindigkeit in Abhängigkeit des Abstands) und die punktgenaue Steuerung des eigenen Rades trainiert. Im Wettkampf muss in den fahrtechnischen Abschnitten auch die richtige Geschwindigkeit und Linie getroffen werden.

 

Der Hexenkessel

Der sog. Hexenkessel ist eine gute Übung, um in der Gruppe und unter Druck und Gegnereinfluss das Gleichgewicht auf dem Rad zu trainieren. Voraussetzung ist, dass die Gruppenmitglieder schon mind. 15 Sekunden ruhig auf der Stelle stehen können. Die Größe des Spielfelds ist abhängig von der Anzahl der Fahrer. Die Fahrer befinden sich alle auf ihren Rädern fahrend innerhalb der markierten Fläche. Sie müssen nun versuchen, die anderen Fahrer durch Abschneiden des Weges oder Herausdrängen dazu zu bringen, dass sie die Fläche verlassen oder einen Fuß auf den Boden setzen müssen. Wer das Spielfeld verlassen oder einen Fuß auf den Boden gesetzt hat, muss die Fläche verlassen. Das Spiel dauert so lange, bis sich nur noch 2 Fahrer übrig sind. Diese tragen dann das Finale unter sich aus. Das Spielfeld sollte so groß gewählt werden, dass sich alle Fahrer zu Beginn gut darin bewegen können, sich aber andererseits nicht komplett aus dem Weg gehen können. Im Wettkampf spielt der Druck, der auf die Sportler einwirkt, eine große Rolle. Immer wieder ist es zu beobachten, dass Übungen, die eigentlich kein Problem darstellen, im Wettkampf nicht gelingen. Dieser Druck kann durch den Hexenkessel teilweise geübt werden. Der Druck kann durch eine Belohnung noch erhöht werden.

 

Marc Schäfer

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