Funktionelle Bewegungsanalyse Oberkörper

Funktionelle Bewegungsanalyse

Die funktionelle Bewegungsanalyse für den Oberkörper

Im 1. Teil unserer 2-teiligen Reihe über die funktionelle Bewegungsanalyse stellt Nick Grantham einige einfache Tests vor, mit denen Sie die Beweglichkeit des Unterkörpers überprüfen und anhand einer Punktetabelle auswerten können (siehe „Die funktionelle Bewegungsanalyse – der TÜV für Ihren Körper“). Der 2. Teil dieser Serie  stellt Ihnen einige grundlegende funktionelle Bewegungstests für den Oberkörper vor. Aber zunächst soll kurz wiederholt werden, was eine funktionelle Bewegungsanalyse überhaupt ist und warum sie ein aussagekräftiges Screening-Tool darstellt.

© Fotolia

Mit zunehmendem Alter kommt es infolge von Verletzungen, Narbengewebe, muskulären Dysbalancen, Muskelschwäche, Beweglichkeitsverlust etc. zu mechanischen Veränderungen im Körper. Alle diese Faktoren können mitverantwortlich für Verletzungen sein. Diese haben selten nur eine Ursache. Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen, wie z. B. frühere Verletzungen, Geschlecht, anthropometrische Merkmale, mangelnde Beweglichkeit, schlechtere Leistungsindikatoren wie z. B. beim Vertikalsprung, ein Valguskollaps beim Landen und Abbremsen, eine verkürzte Reflexantwort, die Stabilität und das Gleichgewicht.

Die Folge davon ist, dass die Effizienz unseres Körpers im Laufe der Zeit nachlässt und wir grundlegende und elementare Bewegungen nicht mehr richtig ausführen können. Wird diese zunehmend mangelnde Bewegungsfähigkeit nicht überprüft, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir dies kompensieren, indem wir neue, fehlerhafte Bewegungsmuster entwickeln. Die Folge hiervon können Leistungsverluste und Verletzungen sein. Mit einer Art „TÜV-Prüfung“ für Ihre grundlegenden und elementaren Bewegungen können Sie sicherstellen, dass Sie sich weiterhin so effizient wie möglich bewegen und so Verletzungen vorbeugen.

Eine sehr einfache aber wirksame Methode zur Beurteilung Ihrer Bewegungsmuster ist die funktionelle Bewegungsanalyse (FBA). Sie besteht aus 7 verschiedenen Tests zur Bewertung der Mobilität und der Stabilität. Anhand der Testergebnisse lassen sich Aussagen zum Funktionsstatus und zum Verletzungsrisiko eines Sportlers machen.(1,2) Die funktionelle Bewegungsanalyse soll

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Untersuchungsmethoden, die für die Erkennung möglicher Verletzungs- und Bewegungsprobleme nach wie vor wichtig sind, stellt die FBA ein einfaches Screening-Tool dar, das es praktisch jedem ermöglicht, die Funktionalität seiner Bewegungen zu beurteilen. Das besonders Positive an der FBA ist, dass sie aus bewegungsorientierten Tests besteht, dass sie leicht und überall durchzuführen (alle 7 Tests dauern insgesamt nur ca. 10 Minuten) und dabei sehr zuverlässig ist.


Bewertung nach Punkten

Die Auswertung der FBA ist ganz einfach und erfolgt anhand eines Punktesystems. Ein Test beinhaltet lediglich 4 Möglichkeiten, die zeigen, wo eventuell Probleme bestehen und wie der Sportler sein(e) Ziel(e) am besten erreichen kann. Die Punkte werden wie folgt vergeben:

 

Die letzten 4 Tests

Die Basis-FBA beinhaltet 7 Tests und ist eine ideale Grundlage für die Beurteilung eines Sportlers. Im 1. Teil dieser Serie „Die funktionelle Bewegungsanalyse – der TÜV für Ihren Körper“ wurden 3 Tests für den Unterkörper beschrieben. In diesem 2. Teil lernen Sie 4 Tests für den Oberkörper kennen.

Fazit

Zusammen mit den Fertigkeitstests des 1. Teils für den Unterkörper („Die funktionelle Bewegungsanalyse – der TÜV für Ihren Körper“) ermöglicht dieser funktionelle Bewegungstest für den Oberkörper eine einfache und effektive Bewegungsanalyse, mit der Sie Ihre eigene funktionelle und sportliche Leistung oder die Ihrer Sportler verbessern und gleichzeitig das Verletzungspotenzial im Training und Wettkampf reduzieren können. Wenn Sie Dysbalancen und Schwächen kennen, werden Sie Ihr eigenes Trainingsprogramm oder das Ihrer Klienten viel individueller gestalten können.

Nick Grantham ist Kraft- und Konditionstrainer und trainiert seit 10 Jahren Spitzensportler. Er hat viele amerikanische Profisportler trainiert, u. a. Finalteilnehmer der Olympischen und Paralympischen Spiele sowie Leistungssportler aus verschiedenen Disziplinen. Er leitet derzeit das Kraft- und Konditionsteam von GENR8 Fitness.

 

Quellenangaben
1. C. Murphy Functional movement screening of NCAA Division II male and female athletes. MS Thesis, 2001
2. Journal of Strength & Conditioning Coach 2007, Bd. 15 (4), S. 3–4

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