Basketball Techniktraining

Basketball Techniktraining: Das Dribbling (Teil I) - Allgemeine Tipps

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Allgemeines zum Thema Dribbling - einer Grundtechnik im Basketball

Ob in der Offensive, als Center oder Flügelspieler: Das Dribbeln ist eine Grundtechnik des Basketballs, die jeder Spieler beherrschen muss. Wie Sie das Dribbling am besten in Ihr Techniktraining einbauen und so ein besserer Basketballspieler werden, erklärt Ramy Azrak. 

Das Dribbeln gehört im Basketball zu den Grundfähigkeiten eines jeden Spielers. In einer starken Offensive sollte der Aufbauspieler den Ball sicher in die gegnerische Hälfte vortragen und sich durch ein schnelles Dribbling gegen größere Spieler behaupten können. Vom Flügelspieler wird verlangt, explosiv und sicher zum Korb durchbrechen und sich in eine gute Wurfposition bringen zu können. Der Center sollte durch ein sicheres Dribbling im 1-gegen-1 näher zum Brett gelangen, um einfache Punkte zu erzielen.

 

Spielnahe Situationen im Kleingruppentraining simulieren

Um dieses Ziel zu erreichen muss das Dribbeln im Mannschaftstraining regelmäßig trainiert und verbessert werden. Grundsätzlich sollte jeder Spieler das Dribbeln trainieren, um sicher am Ball zu sein, Ballverluste zu minimieren und die Effektivität im Angriff zu steigern. Das simulieren von Bewegungsabläufen von Center, Flügelspieler und Aufbauspieler in spielnahen Situationen verbessert das Spielverständnis. Neben komplexen Übungen und Spielformen sollte das Dribbeln auch unbedingt in Kleingruppen trainiert werden. Durch die Reduktion der Komplexität kann der Trainingsschwerpunkt verstärkt auf die Technik gelegt werden.

 

Methodik: kein Verteidiger - passiver Verteidiger - aktiver Verteidiger

Grundsätzlich sollten Übungen verschiedener Schwierigkeitsstufen durchgeführt werden. Hierfür eignet sich die methodische Vermittlung, eine Bewegung erst ohne Verteidiger, dann mit passivem Verteidiger und schließlich mit aktivem Verteidiger zu trainieren. Dies möchte ich am Beispiel eines typischen Center-Move darstellen:

Im ersten Schritt übt ein Center das aufposten mit anschließendem Spin-Move ohne Gegenspieler. Im nächsten Schritt wird ein passiver Verteidiger installiert, der beim Dribbling zum Korb entweder einen Fuß von einer vorgegebenen Markierung nicht entfernen oder nicht hochspringen darf. Erst wenn der angreifende Spieler das Dribbling optimiert hat, kann er gegen einen aktiven Verteidiger die spielnahe Situation im 1-gegen-1 simulieren und Kleinigkeiten optimieren. Bei Anfängern sollte diese methodische Vermittlung unbedingt praktiziert werden.

Nach diesem Prinzip sollten auch die Aufbau- und Flügelspieler trainieren. In Parcours und Korridoren kann ein Slalomdribbling, ein Ballvortrag und das Dribbeln mit Abschirmen des Balles ohne Gegenspieler geübt werden. Selbst professionelle Basketballspieler üben das Dribbling ohne Gegenspieler in jeder Trainingseinheit, weil die "Basics" regelmäßig trainiert werden müssen, um die Feinmotorik nicht zu verschlechtern. Im Anschluss kann der Komplexitätsgrad durch das Einbringen eines passiven und eines aktiven Verteidigers gesteigert werden.

 

Verbesserung des Zusammenspiels zwischen Nervensystem und Skelettmuskulatur

Je mehr man das Dribbeln trainiert, desto besser wird die Abspeicherung der Bewegungsmuster und damit auch das Zusammenspiel des Nervensystems mit der Skelettmuskulatur, was positive Auswirkung auf die Feinmotorik hat. Insgesamt wird das Ballgefühl besser und die Fehlerquote geringer. Das Dribbling wird aber nicht nur präziser, sondern auch schneller, flexibler und letzten Endes unberechenbarer.

 

Einzeltraining - harte Arbeit und Defizite aufarbeiten zahlt sich aus

Wer es besonders weit schaffen möchte, sollte Extraschichten einlegen und mit seinem Dribbling nie zufrieden sein. Insbesondere im Einzeltraining – im Anschluss an das Mannschaftstraining, im Sommer auf dem Freiplatz oder im Slalom durch Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer – kann man sein Dribbling nachhaltig verbessern. Ob mit einem Ball, 2 Bällen, verbundenen Augen oder Freestyle-Tricks, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Mein persönliches Glück zum „Ball-Handler“ habe ich einer unvergesslichen Flugeinlage zu verdanken: Spät im Alter von 13 Jahren begann ich mit Basketball, dribbelte anfangs allerdings nur mit der rechten Hand und hatte mit der linken Hand offensichtliche Schwächen. Im 1-gegen-1 war ich dadurch sehr berechenbar und gelinde ausgedrückt hatte ich große Schwierigkeiten, wenn ein Verteidiger mir die rechte Seite zustellte, damit ich mit meiner linken Hand penetrieren sollte. Als ich im Alter von 14 Jahren das 1. Mal so hoch sprang, dass ich mich einarmig am Ring festhalten konnte, änderte sich das jedoch grundlegend.

Ich sprang hoch und hielt mich plötzlich und unerwartet mit der rechten Hand am Ring fest, ein unbeschreiblich "geiles" Gefühl, doch nach nur einem Bruchteil von einer Sekunde verlor in der Luft die Kontrolle und fiel ungebremst - und durch den Schwung fatalerweise horizontal - auf meinen rechten Arm, leider mit meinem gesamten Körpergewicht. In diesem Moment war mein „Glück“ perfekt. Der rechte Arm war gebrochen. 6 Wochen Pause!? 6 Wochen kein Sport?! 6 Wochen ohne Basketball?! Ein Ding der Unmöglichkeit für einen 14-Jährigen Basketballverrückten wie ich es damals war! Ich hatte keine Lust „abzuhängen“ und nutzte die Zeit sinnvoll. Ich trainierte 6 Wochen lang - den rechten Arm in Gips eingepackt - nur mit meiner linken Hand zu dribbeln und mit Korblegern und Hakenwürfen Körbe zu erzielen. Und tatsächlich: Nach 6 Wochen war der Gips ab und ich ein ganz anderer Spieler. Ich habe mich in dieser kurzen Zeit sehr gut weiterentwickelt. Meine Gegner hatten nun richtig Probleme mich zu verteidigen. Ein Jahr später qualifizierte ich mich mit 3 guten Freunden sogar für die deutschen Streetball-Meisterschaften in Ulm, was ich wohl ohne den gebrochenen Arm nicht erlebt hätte. 19 Jahre nach diesem einschneidenden Erlebnis kann ich heute zu Recht sagen, dass sich harte Arbeit und das Aufarbeiten von Defiziten nachhaltig auszahlt. Und versprochen, ihr braucht Euch dafür auch nicht unbedingt den Arm zu brechen.

 

Aussicht

Im 2. Teil unserer Dribblin-Reihe stelle ich die 5 wichtigsten Dribbeltechniken vor (Kontrolliertes Dribbling, Speed Dribbling, Reverse Dribbling, Crossover Dribbling, Dribbling mit Tempowechsel), die Eure Fähigkeiten bei einem regelmäßigen Training garantiert verbessern werden.

Im 3. Teil geht es um Spiel- und Wettkampfformen zum Dribbeln, durch die Defizite in spielerischer Form abgebaut werden können.

 

Ramy Azrak

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