Triathlontraining

Was erwartet mich beim Crosstriathlon?

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Der Crosstriathlon führt Sie über Stock und Stein und stellt damit besondere Anforderungen an Athleten

Ein Gegenmodell zum Boom der Triathlonveranstaltungen in Großstädten mit überfüllten und wenig fordernden Radstrecken stellt die wachsende Zahl der Crosstriathlon-Veranstaltungen dar. Wir verraten Ihnen, welche Wettkampfformen es gibt und was Sie bei solch einem Event erwartet.

Distanzen und Anforderungen

Grundsätzlich besteht ein Crosstriathlon aus dem exakt gleichen Wettkampfablauf wie jeder andere Triathlon auch. Gestartet wird im Wasser, dann geht es aufs Rad und zum Abschluss wird gelaufen. Nicht einheitlich sind allerdings die Bestimmungen zur Länge und dem Schwierigkeitsgrad der Strecken. Die meisten Veranstalter orientieren sich an den klassischen Triathlondistanzen, kürzen die Strecken allerdings je nach Streckenbeschaffenheit leicht ab. Denn diese können zum Teil äußerst hart sein und stellen hohe Anforderungen an Fahr- und Lauftechnik. Während das Schwimmen (meist im Freiwasser) noch keine Besonderheiten aufweist, gleicht der Radpart einem MTB-Cross-Country-Rennen.

Ein Mountainbike mit mindestens 1,5 Zoll Reifenbreite ist hier zwingend erforderlich. Die Athleten erwarten teils ruppige Anstiege, technische Abfahrten auf Singletrails und Schiebepassagen. Nicht selten sind die Crosstriathleten mit einer dicken Schlammschicht überzogen, wenn zum Laufen gewechselt wird. Auch hier empfiehlt sich ein geländetaugliches Schuhwerk. Steinige Rampen, matschige Trails und Hindernisse müssen überwunden werden und fordern den Athleten nach dem harten Radabschnitt noch einmal alles ab.

 

Die “Xterra“-Serie

Ähnlich der „Challenge“- oder „Ironman“-Serie, welche Rennen über Lang- und Mitteldistanz weltweit anbietet, können Crosstriathleten innerhalb der sogenannten Xterra-World-Tour (http://www.xterraplanet.com/races/global_tour.cfm) eine Vielzahl von Rennen mit einheitlicher Organisationsgüte auswählen. Die Rennen finden meist in landschaftlich reizvollen Gegenden statt und lassen sich so gut mit dem Familienurlaub oder einem Trainingslager verbinden.

Wie die Ironman-Triathleten küren die Querfeldeinspezialisten ihren Weltmeister übrigens auch auf Hawaii. Die Meisterschaft findet auf der Insel Maui statt, immer ein oder zwei Wochen nach dem Klassiker auf Big Island.

  

Als Anfänger zum Crosstriathlon?

Die Anforderungen der „echten“ Crossveranstaltungen schrecken Einsteiger sicherlich ab und sollten in der Tat nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es gibt aber auch für Triathlon-Neulinge Crossrennen, die gut zu schaffen sind. Denn viele Veranstalter schreiben ihre Rennen als Crosstriathlon aus, wenn keine geeigneten Straßen für den Radpart zur Verfügung stehen. Die Lauf- und Radstrecken führen dann über technisch leicht zu bewältigende Waldwege und können auch mit Crossrädern oder einfachen Mountainbikes befahren werden. (Lesen Sie auch: (Grundlagen-)Ausdauertraining für Ihre erste Triathlonsaison)

  

Geht es noch extremer?

Selbstverständlich geht es im Ausdauersport immer auch noch extremer. Ein Höchstmaß an physischem und psychischem Durchhaltevermögen im Gelände beweist, wer z. B. beim Inferno-Triathlon finisht. Bei diesem Rennen werden zunächst rund 3 Kilometer im Wasser zurück gelegt. Anschließend beginnt der zweigeteilte Radpart. Im ersten Abschnitt überwinden die Sportler auf dem Rennrad mehrere Pässe mit insgesamt über 2000 Höhenmetern und haben so schon fast 100 Kilometer in den Beinen, bevor zu Teil 2 auf das Mountainbike gewechselt wird. Weitere 1000 Höhenmeter auf 30 sehr technischen Kilometern kommen noch einmal hinzu, bis die Trailschuhe geschnürt werden dürfen. Was sich nur die wenigsten Alpentouristen zutrauen, liegt jetzt noch vor den Athleten. Die Laufstrecke führt über 25km bis auf das Schilthorn (2970m). Nach einer Renndauer von weit über 10 Stunden und angesichts der Höhe werden die letzten Meter hier noch einmal zur Herausforderung, wenngleich der Ausblick im Ziel alle Qualen schnell vergessen lässt.

 

Das Training für den Crosstriathlon

Durch die großen Übereinstimmungen zum gewöhnlichen „Asphalt-Triathlon“ kann das Training für beide Wettkampfausprägungen sehr gut miteinander vereint werden und eine Wettkampfplanung mit beiden Formaten ist problemlos möglich.

Wer zuvor hauptsächlich Wettkämpfe mit dem Schwimmen im Becken bestritten hat, profitiert von einem speziellen Freiwassertraining und sollte sich zudem mit dem Schwimmen längerer Strecken im Neoprenanzug vertraut machen.

Triathleten, die sich als gute Radfahrer bezeichnen würden, können sich neue Trainingsimpulse durch Ausfahrten mit Querfeldeinspezialisten oder einem Mountainbikeverein erarbeiten. Diese kennen die besten und beschaulichsten Trainingstrecken in der näheren Umgebung und geben Tipps, wie Berganpassagen und Downhillabschnitte schnell und sturzfrei bestritten werden. In der weiteren Vorbereitung bietet es sich an, einen Mountainbike-Marathon oder ein Cross-Country-Rennen zu bestreiten. Das Gelernte wird hier unter Wettkampfbedingungen getestet und es stellt sich rasch heraus, ob im Bereich der Fahrtechnik oder der speziellen Ausdauer weitere Verbesserungen notwendig sind.

Auch das Lauftraining kann mühelos ins Gelände verlagert werden. Suchen Sie gezielt enge Pfade und Strecken, die Sie bisher aufgrund der zu steilen Anstiege oder Gefällstrecken gemieden haben. Bauen Sie in der späteren Vorbereitung immer wieder auch Anschlussläufe ein, die auf solch unebenen Wegen zurückgelegt werden.

 

Fazit

Wer als Triathlet neue Herausforderungen sucht und kein Problem mit schmutzigen Schuhen hat, ist beim Crosstriathlon genau richtig. Veranstaltungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden für Anfänger, Fortgeschrittene oder Ultrasportler finden Sie z. B. im Veranstaltungskalender der Deutschen Triathlon-Union unter http://www.dtu-info.de/wettkampfkalender/.

 

Daniel Kilb

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