Studie

Ausdauertraining und oxidativer Stress

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Verringert Ausdauertraining freie Radikale bei Übergewichtigen?

Eine Studie über den Zusammenhang von Ausdauertraining und oxidativem Stress bei übergewichtigen Frauen.

Oxidativer Stress ist eine Stoffwechsellage, bei der ein Übermaß an reaktiven Sauerstoffverbindungen in Ihrem Körper vorhanden ist. Diese so genannten "freien Radikale“ werden in Verbindung mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit und einem beschleunigten Alterungsprozess Ihrer Körperzellen gebracht.

Im Rahmen einer Studie sollte die Auswirkung eines Ausdauertrainings auf spezifische Marker, die in Verbindung mit dem oxidativen Stress stehen, gebracht werden.

Dabei wurden 173 übergewichtige Frauen in eine Trainings- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Trainingsgruppe führte 5-mal pro Woche ein Ausdauertraining über 45 Minuten bei einer Intensität von 60–75 % der maximalen Herzfrequenz durch. Neben dem oxidativen Stress wurde auch das Körpergewicht, der Körperfettprozentsatz und die maximale Sauerstoffaufnahme gemessen.

Im Laufe des 12-monatigen Untersuchungszeitraums zeigten sich erwartungsgemäß keine Veränderungen bei der Kontrollgruppe (VO2max +0,2 %, Körpergewicht +0,1 kg). In der Trainingsgruppe hingegen konnten Verbesserungen in der Sauerstoffaufnahme (+13,6 %) und eine Reduktion des Körpergewichts (-1,3 kg) verzeichnet werden. Die Marker für den oxidativen Stress nahmen in der Kontrollgruppe zu (+3,3 %) und in der Trainingsgruppe ab (-6,2 %), wobei diese Veränderungen statistisch nicht signifikant sind. Veränderungen in der Körperzusammensetzung waren statistisch ebenfalls nicht signifikant.

Zusammenfassend lassen die Ergebnisse die Vermutung zu, dass eine verbesserte aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit bei Frauen die oxidativen Belastungen verringern kann. Diese Veränderungen gingen einher mit einer Reduktion des Körpergewichts, so dass eine kausale Verbindung auch zu anderen veränderten Parametern bestehen kann. Weitere Studien mit veränderten Trainingsbedingungen sind notwendig, um die Ergebnisse dieser Studie einordnen zu können. 

 

Medicine and Science in Sports and Exercise, 2010, Bd. 42, (8), S. 1448–1453

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