Aufwärmtraining

Sind Aufwärmen und Dehnen vor dem Wettkampf sinnvoll?

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Im Allgemeinen geht man davon aus, dass Aufwärmen und Dehnen vor einem Workout das Risiko einer Verletzung reduzieren und dem Sportler helfen kann, bei Training und Wettkampf bessere Leistungen zu erzielen. Doch was wäre, wenn das Dehnen vor Kraftanforderungen zu schlechteren Leistungen führen würde?
 

Wissenschaftler der Appalachian State University in den Vereinigten Staaten sind die dazu vorliegende Literatur in dem Versuch durchgegangen um herauszufinden, welche Auswirkungen ein ausgedehntes Dehnen auf die sportliche Leistung hat.(1) Die Ergebnisse sind eine interessante Lektüre für Trainer und Sportler, die im Kraft- und Leistungssport aktiv sind. Erste Studien haben die Kraft der unteren Extremitäten mit Hilfe von isokinetischen Drehmomentmessern untersucht. In diesen Studien wurde festgestellt, dass ausgedehntes Dehnen, Aufwärmen oder Massage nicht zu einer Steigerung der Kraft führen. Schilling und Stone wiesen jedoch darauf hin, dass die Schnelligkeit der Bewegungen, die typischerweise bei realen sportlichen Anforderungen zu beobachten ist, erheblich über den durch die isokinetischen Drehmomentmesser produzierten Geschwindigkeiten liegt und die Anwendbarkeit der Forschung auf reale sportliche Anforderungen infrage stellt. Das Forschungsteam sah sich daraufhin 2 weitere Studien an, die die Auswirkungen des Dehnens auf Bewegungen untersucht hatten, die typischerweise bei Sportlern während des Wettkampfs oder Trainings zu beobachten sind. Die erste Studie untersuchte die Auswirkung des Dehnens auf Knie und Hüftstrecker bei Sprungleistungen. Nach einem ausgiebigen Dehnen sanken sowohl die statischen als auch die Ausholsprunghöhen, was ein ernsthaftes Problem für Basketballspieler und Hochspringer darstellt. Die zweite Studie ergab, dass ein ausgiebiges Dehnen die mittlere Stärke der Beinmuskeln beim Absolvieren von 1 Satz Beinstreckungen und Curls reduziert. Dies ist negativ für Sportler, die einen Großteil ihres Trainings im Fitnessstudio verbringen, um Kraft und Stärke aufzubauen. Die Wissenschaftler der ASU schlossen daraus, dass die gegenwärtigen Forschungsergebnisse die Vermutung nahelegen, dass Dehnen einen negativen Effekt auf die darauf folgende Kraft- und Stärkeleistung haben könnte.Als Richtlinie könnten Sportler in Betracht ziehen, die Dehnübungen mindestens 20 Minuten vor den sportlichen Anforderungen zu absolvieren, obwohl es weiterer Forschung bedarf, um definitive Trainingsempfehlungen auszusprechen. Nick Grantham Quellen:1. Schilling, BK & Stone: „Stretching: acute effects on strength and performance“, Strength & Conditional Journal, 2000, Bd. 22 (1), S. 44–47) 

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