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Die taktische Antwort auf aggressive Tennis Gegner

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Wie ist das richtige Vorgehen im Tennis bei einem aggresiven Gegner?

Prinzipiell gibt es Tennis-Gegner, die einem spielerisch liegen oder nicht. Jedoch gibt es für jeden Spielertyp auch eine passende Taktik. Wenn Ihr Gegenüber sehr aggressiv spielt, heißt dies zunächst, dass Ihr Gegenüber das Match versucht in die Hand zu nehmen und die Ballwechsel zu dominieren.

Das moderne Tennis ist geprägt von taktischen Raffinessen und strategischen Matchplänen. Besonders schwer ist es gegen Gegner zu spielen, die sehr aggressiv spielen und das Match von Anfang an dominieren wollen. Er selbst ist derjenige, der das Tempo vorgibt und stets darauf aus ist den Punkt zu machen. Aber auch auf diese Strategie gibt es eine taktische Antwort. Im Rahmen dieser Taktik kommt dem mentalen Aspekt eine zentrale Rolle zu.

 

Die taktische Antwort auf aggressives Tennis

Werden zunächst die Fakten betrachtet, so lässt sich eindeutig sagen, dass aggressiv-spielende Tennisspieler ein erhöhtes Risiko eingehen. Nüchtern betrachtet bedeutet das, dass die Fehlerquote hoch liegt, zumindest höher als bei Spielern, die abwartender ihr Spiel aufziehen. Grundsätzlich gilt es jedoch hier den Spielertyp zu unterscheiden:

Spielt Ihr Gegenüber aggressiv mit einer hohen Streuung sollte Ihre Taktik darauf ausgelegt sein, den Ball so oft wie möglich zurückzuspielen. Ziel ist es hierbei auf den Fehler des Gegners zu warten.

Spielen Sie jedoch gegen aggressive Gegner, welche diese Aggressivität auch noch mit einer hohen Sicherheit spielen, kommen Sie mit dieser Taktik nicht weit. Hier gilt es dem Gegner von Anfang an seine eigene Taktik kaputt zu machen. Ihr Gegenüber kann nur aggressiv spielen, wenn Sie es zulassen. Sobald Sie den Spieß jedoch umdrehen und selbst anfangen Druck zu machen, muss Ihr Gegner reagieren. Ihr Ziel muss es hierbei sein, sich das Spiel des Gegners nicht aufzwingen zu lassen. Wenn Sie einen aggressiven Spielertyp unter Druck setzen, machen Sie diesem seine Match-Strategie kaputt.

 

Mentale Entspannung und Lockerheit kann im Match entscheidend sein

Besonders wichtig ist bei aggressiv-spielenden Gegnern die eigene mentale Verfassung. Spielt Ihr Gegner aggressiv, werden Sie viele direkte Punkte kassieren – daran lässt sich auch nichts ändern. Ihr oberstes Ziel muss es ein, zunächst in den Ballwechsel reinzukommen, sich diesen aufzubauen, sofern Sie den taktischen Ansatz des „Zurückbringens“ nutzen. Akzeptieren Sie von vorneherein, dass Ihr Gegner viele Winner schlagen wird und Sie auch das eine oder andere Break kassieren werden. Auch wenn der erste Satz schnell verloren geht, heißt das noch lange nicht, dass Sie auch das Match verlieren. Besonders im Amateurbereich wird selten auf einem konstanten Niveau gespielt. Sie können also davon ausgehen, dass sich die Fehlerquote Ihres Gegenübers erhöhen wird. Wichtig ist, dass Sie mental fokussiert bleiben. Regen Sie sich nicht über schnelle Punktverluste auf, sondern analysieren Sie diese nüchtern.

 

Trainingsformen für Spielertyp 1

Im Training müssen Sie zwischen den zwei taktischen Möglichkeiten gegen aggressive Gegner zu spielen differenzieren. Folgende Übungen können Sie in Ihr Training einbauen, wenn Sie auf den Fehler des Gegners warten wollen.

Oberste Trainingsziele hierbei sind Sicherheit und Länge. Achten Sie bei Ihren Schlägen darauf, dass Sie ungefähr 1 Meter vor die Grundlinie spielen. Markieren Sie sich hierfür auf der gegnerischen Seite mit Markierungen ein Zielfeld, welches Sie stets versuchen anzuspielen.

Aggressive Gegner setzen Sie von Beginn an unter Druck, deswegen ist es wichtig, im Training diese Situationen zu simulieren. Lassen Sie sich von Ihrem Trainingspartner eine Serie von Bällen zuspielen, abwechselnd auf Vor- und Rückhand. Die Bälle müssen jedoch so angespielt werden, dass Sie diese aus der Defensive heraus zurückspielen müssen. Ihre Aufgabe hierbei ist nach wie vor, das Zielfeld vor der Grundlinie anzupeilen. Achten Sie auch darauf die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten.

 

Trainingsformen für Spielertyp 2

Wie schon erwähnt haben Sie auch die Möglichkeit Ihrem Gegner das Spiel kaputt zu machen, indem Sie selbst Ihr Spiel aggressiv aufziehen. Hierbei bestehen Ihre Trainingsziele darin, schnelle und platzierte Schläge zu trainieren und ein erhöhtes Risiko einzugehen. Die beste Trainingsform hierfür sind Punkte.

Spielen Sie mehrere Tiebreaks gegen Ihren Trainingspartner. Setzen Sie sich für jeden Tiebreak separate Ziele: Trainieren Sie zuerst, sich den Punkt aufzubauen und auf den Winner zu gehen, sobald Ihr Gegenüber zu kurz spielt. Mit Schlägen aus dem Halbfeld müssen Sie punkten. In einem nächsten Tiebreak legen Sie den Fokus auf den Return. Gehen Sie hier ein hohes Risiko ein, den gegnerischen Aufschlag als Punkt zu returnieren. Besonders beim 2. Aufschlag müssen Sie auf den Return-Winner setzen. In einem dritten Tiebreak variieren Sie die Trainingsziele vom ersten und zweiten Tiebreak und setzen diese strategisch durchdacht ein.

 

Fazit

Jeder Spieler im Tennis hat bestimmte Spielanlagen, die nicht ohne weiteres geändert werden können. Für Spieler, die darauf bedacht sind den Ball sicher zurückzuspielen, ist es nicht so einfach von jetzt auf gleich extrem aggressiv zu spielen. Sicherlich lässt sich das trainieren, aber dies dann auch im Match umzusetzen ist eine andere Sache.

Versuchen Sie bestimmte Taktiken nur dann einzusetzen, wenn Sie auch die technischen Voraussetzungen dazu haben. Wenn Ihr Gegner 2 Klassen besser spielt als Sie, dann ist es egal mit welcher Taktik Sie spielen, unter normalen Umständen geht das Spiel für Sie verloren. Es gibt Gegner, die einem liegen oder nicht. Diejenigen, die Ihnen nicht liegen, können Sie jedoch mit den genannten taktischen Spielzügen schlagen. Schaffen Sie im Techniktraining intensiv die Voraussetzungen dafür.

 

Markus Czerner

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