Aufwärmtraining

Verbessert statisches Stretching die sportliche Leistung?

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Bei inaktiven Menschen und Freizeitsportlern kann die Flexibilität und Leistung durch statisches Dehnen deutlich verbessert werden.

Eine Studie zur Debatte über das richtige Warm-Up und das damit zusammenhängende Verletzungsrisiko.

Die Praxis des Stretchings ist unter Beschuss geraten, insbesondere seit Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass ein Stretching vor dem Training nicht nur das Risiko von Folgeverletzungen nicht mindert, sondern darüber hinaus auch die maximale Kontraktionskraft reduziert, die die Muskeln für die Dauer von bis zu einer Stunde aufbieten können. Forscher aus Hawaii haben jedoch Beweise vorgelegt, dass ein regelmäßiges 3-maliges wöchentliches statisches Stretching die sportliche Leistungsfähigkeit signifikant verbessert.

Während der Studie absolvierte eine Stretchinggruppe, die aus 19 Probanden bestand, für 10 Wochen 3-mal pro Woche ein 40-minütiges Stretching, das auf eine Dehnung aller großen Muskelgruppen in den unteren Extremitäten ausgerichtet war. Die anschließenden Leistungen der Probanden wurden mit denen einer Kontrollgruppe verglichen, die kein Training absolviert hatten. Vor und nach der 10-wöchigen Studie führten die Forscher bei beiden Gruppen Messungen der Flexibilität, der Leistung (mittels 20-m-Sprints, Weitsprungs aus dem Stand, vertikalen Sprungs), der Kraft (einmalige Kniebeuge und Kniestreckung bei maximaler. Belastung [1RM]) und der Ausdauerkraft (Anzahl der Wiederholungen bei 60 % von 1 RM sowohl für Kniebeuge und Kniestreckung) durch.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Stretchinggruppe eine deutliche Verbesserung bei Flexibilität (18,1 %), Weitsprung aus dem Stand (2,3 %), vertikalem Sprung (6,7 %), 20-m-Sprint (1,3 %), Kniebeuge 1 RM (15,3 %), Kniestreckung 1 RM (32,4 %), Ausdauer Kniebeuge (30,4 %) und Ausdauer Kniestreckung (28,5 %) erreicht hatten. In der Kontrollgruppe hingegen gab es keine entsprechenden Verbesserungen.

Es ist jedoch erwähnenswert, dass es sich hier um Probanden handelte, die als „inaktiv“ oder „Freizeitsportler“ eingestuft worden waren. Es bleibt also abzuwarten, inwieweit Wettkampfsportler von diesem Stretching profitieren können.

 

Med Sci Sports Exerc 2007; 39(10):1825-31

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