Sportarten aus sportmedizinischer Sicht

Eishockey: Prävention von Verletzungen

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Mit einer guten Trainingsplanung können Verletzungen minimiert werden. Hierzu zählt natürlich auch, dass zuvor der Leistungsstand gemessen wird, um das Training dementsprechend anzupassen.

Trainingssteuerung - Du kannst nicht managen, was du nicht misst 

Diese Regel aus der Unternehmensberatung gilt auch in das Belastungsmanagement in der Trainingssteuerung. Beachtet werden muss, dass die Systeme der Spieler individuell unterschiedlich auf objektiv gleiche Belastungsreize reagieren können. Gemessen werden sollten Input und Output des Trainings, um gegebenenfalls Umfang und Intensität der Belastung anpassen zu können.

Input: Trainingsvolumen (gelaufene Meter, Zeit), Trainingsintensität (Herzfrequenz, Beschleunigungsdaten, GPS Daten), Spielvolumen (Zeit auf dem Eis)

Output: Herzfrequenzvariabilität, Ruheherzfrequenz und Sprungkraft als Repräsentation der vegetativen und neuromuskulären Leistungsbereitschaft (X,XI,XII), sowie subjektive Fragebögen für Spieler und Therapeuten zur Erfassung des muskulären Zustandes.

Prävention von Verletzungen

Die wichtigsten Punkte für eine optimale Leistung und ein geringes Verletzungsrisiko beim Eishockey sind:

1. Fair Play: Das Fair Play und die Umsetzung der Spielregeln ist eine der wesentlichen Präventionsmaßnahmen, da die meisten Verletzungen aus Kollisionen resultieren. Schiedsrichter sollten auf eine korrekte Regelauslegung achten und bei Verstößen ("high sticking" etc.) entsprechend hart durchgreifen.

2. Ausrüstung: Das Vorhandensein eines individuell angepassten Equipments ist auf Grund der sportartspezifisch hohen Geschwindigkeit und des teils unvermeidbaren Körperkontaktes absolute Pflicht. Insbesondere ein Helm mit Vollvisier ist hilfreich, um Gesichtsschädelbrüche und Zahnverletzungen deutlich zu reduzieren.

3. Regeneration: Eine vollständige Ausheilung von Verletzungen ist wie in anderen Sportarten auch entscheiden dafür, dass langfristig Überlastungsschäden vermieden werden. In der laufenden Saison ist vor allem auf eine ausreichende Regeneration der Spieler zu achten und die Trainingsbelastung zwischen den Wettkämpfen sollte den hohen Belastungen angepasst sein. In der Saison abseits des Eises sollten laktazide Belastungen limitiert werden.

4. Professionelle Betreuung: Um Überlastungen vorzubeugen ist ein fortlaufendes Screening der Sportler in regelmäßigen Intervallen sinnvoll. Das umfasst eine Leistungsdiagnostik, Bewegungsanalysen, Athletik- und mentales Training (VI).

Eine Vermeidung von Verletzungen ist immer sinnvoller, als jede Therapie. Prävention erspart nicht nur dem Sportler Verletzungen, sondern auch den Vereinen im Profibereich hohe Ausfallkosten.

Lesen Sie auch Teil eins und zwei der Serie zu Verletzungen im Eishockey:

Eishockey aus sportmedizinischer Sicht - Epidemiologie

Eishockey: Lokalisation und Besonderheiten von Verletzungen

Quellen 

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III. Verletzungen des Bewegungsapparats im Eishockey. Weisskopf L. Übersichtsartikel. Orthopädische Chirurgie und Sportmedizin SGSM, Praxisklinik Rennbahn AG, Mutenz 

IV. Eishockey aus sportmedizinischer Sicht. Hämel D., GOTS Pressenewsletter 02/2009 

V. The effectiveness of a preseason exercise program to prevent adductor muscle strains in professional ice hockey players. Tyler T.F. Am J. Sports Med. 2002 Sep-Oct, 30(5): 680-3 

VI. Ankle syndesmosis sprains in national hockey league players. Wright R.W. et al. Am J. Sports Med. 2004 Dec., 32(8): 1941-5 

VII. American collegiate men's ice hockey: an analysis of injuries. Am J. Sports Med. 2005 Feb, 33(2): 183-87 

VIII. Diagnosis and Treatment of Movement Impairement Syndroms. Shirley A. Sahrmann. Mosby. 1. Auflage,2001 

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X. The Dysphoric Component of Stress Is Encoded by Activation of the Dynorphin κ-Opioid System. B.Land, Benjamin. J Neurosci. 2008 January 9; 28(2): 407–414. doi:10.1523/JNEUROSCI.4458-07.2008. 

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