Sportarten aus sportmedizinischer Sicht

Eishockey: Lokalisation und Besonderheiten der Verletzungen

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Fuß und Knie sind besonders häufig betroffen.

Die häufigsten Verletzungen (I., VIII) betreffen die untere Extremität (31-36%), gefolgt von der oberen Extremität (22-34%), Kopf und Nacken (15-25%) und Rumpf (11-26%). Von allen Gelenken weist das Kniegelenk die meisten Verletzungen auf (ca. 22%).

Kniegelenk Am Kniegelenk ist die Verletzung des Innenbandes am häufigsten (III). Innenbandläsionen können häufig konservativ mit Schienen (Orthesen) behandelt werden. Im Vergleich zu anderen Mannschaftssportarten wie Fussball und Handball sind Verletzungen der Kreuzbänder und Menisken seltener. Bei Bedarf werden diese Verletzungen operiert, um das Gelenk zu stabilisieren und Folgeverletzungen zu vermeiden.

Sprunggelenk Eine Besonderheit bei den Sprunggelenksverletzungen sind die durch die Fixierung im Schlittschuh und die typische Dorsalextensions-/Eversions- und Aussenrotationsbewegung bedingten Kraftvektoren. Das Ligamentum Deltoideum (Innenband) und die Syndesmose (Verbindung Schien-/Wadenbein) werden dadurch besonders belastet und Syndesmosenverletzungen machen 50-74% der Bandverletzungen am Sprunggelenk aus (II, VII). Syndesmosenverletzungen müssen im Regelfall operativ stabilisiert werden.

Verletzungen an Sprunggelenk und Kopf

Schulterverletzungen An der oberen Extremität dominieren mit etwa 46,5% Verletzungen der Schulter und da vor allem Verletzungen des Schultereckgelenks. Bei der Therapie der Schulter ist ebenso wie an der unteren Extremität entscheidend, den gesamten Bewegungsapparat als Einheit zu betrachten, um Fehlbelastungen, die eine Verletzung unterstützen rechtzeitig zu erkennen.

Verletzungen am Kopf Die meisten leichteren Platzwunden und Quetschungen können vor Ort behandelt werden. Kritischer sind SRC (sports related concussions), also zum Beispiel eine Gehirnerschütterung. Entscheidend ist es rechtzeitig zu erkennen, wenn ein Spieler leichte Anzeichen wie Müdigkeit, Unwohlsein und ein reduziertes Reaktionsvermögen aufweist. Eine Spielpause und eine weitere klinische Abklärung sind dann dringend zu empfehlen. Der Wiedereinstieg in den Sport (Return-to-Play) nach Kopfverletzungen sollte einem klaren Rehabilitationsprotokoll (V) folgen.

1. Absolutes Sport- und Reizüberflutungsverbot, Ruhephase 

2. Leichtes aerobes Training, "Regeneration" 

3. Intervalltraining mit sportspezifischem Ansatz (Technik und Kraft) 

4. Mannschaftstraining ohne Körperkontakt 

5. Normales Mannschaftstraining 

6. Einsatzfähigkeit

Lesen Sie auch Teil eins und drei der Serie zu Verletzungen im Eishockey:

Eishockey aus sportmedizinischer Sicht - Epidemiologie

Eishockey: Prävention von Verletzungen

Quellen:

I. Descriptive Epidemiology of Collegiate Men's Ice Hochey Injuries: National Collegiate Association Injury Surveillance System, 1988-1989 Trough 2003-2004. Agel J. et al, J Athl. Train. 2007 Apr-Jun, 42(2): 241-248 

II. Syndesmosis sprains of the ankle. Hopkinson W.J. et al, Foot and Ankle. 1990 Jun, 10(6): 325-30 Intercollegiate ice hockey injuries. A case for uniform definitions and reports. Pelletier R.L. et al, Am J. Sports Med. 1993 Jan-Feb, 21(1): 78-81 

III. Verletzungen des Bewegungsapparats im Eishockey. Weisskopf L. Übersichtsartikel. Orthopädische Chirurgie und Sportmedizin SGSM, Praxisklinik Rennbahn AG, Mutenz 

IV. Eishockey aus sportmedizinischer Sicht. Hämel D., GOTS Pressenewsletter 02/2009 

V. The effectiveness of a preseason exercise program to prevent adductor muscle strains in professional ice hockey players. Tyler T.F. Am J. Sports Med. 2002 Sep-Oct, 30(5): 680-3 

VI. Ankle syndesmosis sprains in national hockey league players. Wright R.W. et al. Am J. Sports Med. 2004 Dec., 32(8): 1941-5 

VII. American collegiate men's ice hockey: an analysis of injuries. Am J. Sports Med. 2005 Feb, 33(2): 183-87 

VIII. Diagnosis and Treatment of Movement Impairement Syndroms. Shirley A. Sahrmann. Mosby. 1. Auflage,2001 

IX. Monitoring Neuromuscular Fatigue in High Performance Athletes. Lee-Taylor, Kristie. Edith Cowan University. August 2012. 

X. The Dysphoric Component of Stress Is Encoded by Activation of the Dynorphin κ-Opioid System. B.Land, Benjamin. J Neurosci. 2008 January 9; 28(2): 407–414. doi:10.1523/JNEUROSCI.4458-07.2008. 

XI. Practical tests for monitoring performance, fatigue and recovery in triathletes. Coutts, Aaron. Journal of Science and Medicine in Sport (2007) 10, 372—381

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