Zurück zum gesunden Rücken: Rückenschmerzen und ihre Ursachen

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Rückenschmerzen und ihre Ursachen

Ihre Rückenschmerzen sind höchstwahrscheinlich das Ergebnis des Verschleißes Ihrer Wirbelsäule, verursacht von jahrelangen falschen Bewegungsabläufen.

Seit wann haben Sie Schmerzen? Obwohl diese Frage bei der Diagnose von Rückenschmerzen häufig gestellt wird, führt sie zu irreführenden Antworten, egal von welcher Seite man sie betrachtet. Wenn Sie davon ausgehen, dass Ihre Rückenprobleme in dem Moment begonnen haben, als Sie zum ersten Mal Schmerzen verspürten, suchen Sie nach den Symptomen.

Ihre Rückenprobleme haben meistens viel früher begonnen als die Schmerzen.

Ihre Rückenschmerzen sind höchstwahrscheinlich das Ergebnis des Verschleißes Ihrer Wirbelsäule, verursacht von jahrelangen falschen Bewegungsabläufen. Schmerzen sind eine tückische Sache. Wie fühlt sich der Schmerz an? Ob er nun dumpf, stechend, heiß, kalt, tief, oberflächlich oder einfach nur unangenehm ist, er kann einem das Leben schwer machen. Manche Schmerzarten verlangen mehr Aufmerksamkeit als andere. Achten Sie darauf, was Ihnen Ihr Körper mitteilt. Wenn Sie zum ersten Mal intensive, stechende Rückenschmerzen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich eine Diagnose stellen lassen, bevor Sie sich selber therapieren. Plötzlich auftretende, intensive Rückenschmerzen oder Dauerschmerzen können Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung sein, dazu gehören auch einige häufige Krebsformen. Wenn Sie zum ersten Mal Rückenschmerzen verspüren, ist es am besten, Sie wenden sich an einen Arzt Ihres Vertrauens. 80 Prozent aller Rückenschmerzen sind akut und intensiv, aber von kurzer Dauer. Akut, subakut oder chronisch – für manche Menschen bieten diese Schmerzzeitschienen keine Antworten. Wenn Sie mehr als einige Male Schmerzen im selben Körperbereich verspüren, müssen Sie sich diesem Problem widmen. Es besteht das Risiko, dass es sich verschlimmert, wenn die Ursache nicht richtig behandelt wird. Mit der Kenntnis der Wirbelsäulenanatomie können Sie sich die verschiedenen Bereiche Ihres Rückens besser vorstellen und verstehen, warum Ihr Rücken verletzungsanfällig istund was physisch passieren muss, damit Schmerzen entstehen.

Die Wirbelsäule

Problemzone Lendenwirbelsäule

Ihre Wirbelsäule ist eine kraftvolle Stützstruktur, die Ihnen ermöglicht, aufrecht zu stehen, Ihrem Körper eine Form gibt und die Nerven beherbergt, die Ihr Gehirn mit dem übrigen Körper verbindet. Ihre Wirbelsäule besteht aus den Wirbeln und den Bandscheiben, dem Rückenmark und den Nervenwurzeln sowie den Muskeln und Bändern, die sie stabilisieren. Diese Teile arbeiten zusammen, um Ihren Körper aufrecht zu halten und Ihr Rückenmark zu schützen. Die Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbeln mit jeweils zwei Wirbelfortsätzen, die übereinander angeordnet sind, um eine flexible und das Rückenmark vor Verletzungen schützende Stützstruktur zu bilden. Mehr als 70 kleine Facettengelenke zwischen den einzelnen Wirbeln (Wirbelbogengelenke) ermöglichen der Wirbelsäule die Bewegung. Die Wirbel sind durch Knorpelringe, die sogenannten Bandscheiben, die aus einem Faserring und einem gallertartigen Kern bestehen, getrennt, die – normalerweise – als Polster zwischen den Wirbeln dienen. Hunderte kleiner Bänder und Muskeln, die an der Rückseite der Wirbelsäule befestigt sind, liefern die Kraft für Bewegung und Unterstützung.

Die Zusammensetzung der Wirbelsäule

Das Kreuzbein verbindet die Wirbelsäule mit dem Becken. Die fünf Lendenwirbel des unteren Rückens (L1–5) sind der Ort, an dem die meisten Rückenschmerzen auftreten. Die Lendenwirbelsäule sollte nicht das Gewicht des Oberkörpers tragen, sondern den Rücken stabilisieren, damit die Gesäßmuskulatur dieses Gewicht auffangen kann. Wenn die Bewegung jedoch nicht aus der Hüfte kommt, wird Ihr unterer Rücken an Bewegungen wie Vorbeugen, Strecken und Drehen aus der Taille beteiligt und muss das Gewicht des Oberkörpers auffangen. Wenn Sie sich auf diese Weise bewegen, wird die Lendenwirbelsäule, die bereits genug damit zu tun hat, die Wirbelsäule zu stabilisieren, einer großen Belastung ausgesetzt.

Die natürliche Krümmung der Wirbelsäule

Die natürliche Krümmung der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist in drei Segmente untergliedert, die drei natürliche Kurven oder Krümmungen bilden, und zwar im Nacken,im Brustbereich und im unteren Rücken. Im Nacken und im unteren Rücken ist die Wirbelsäule nach vorne gekrümmt (Lordose) und im Brustbereich ist sie nach hinten gekrümmt (Kyphose). Wie Sie an der Abbildung erkennen können, hat die untere Wirbelsäule eine kleine Vorwärtskrümmung. Die lordotische Kurve der Lendenwirbelsäule ist für die richtige Bewegung der Gesäßmuskeln und Hüften verantwortlich. Ohne diese Krümmung wären die Gesäßmuskeln nicht in der Lage, richtig zu kontrahieren. Eine innenrotierte Haltung (Rundrücken) und Bewegungsabläufe, die der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule zuwiderlaufen, bringen Ihren Rücken aus seiner natürlichen Haltung. Wenn Sie Ihren unteren Rücken flach machen, indem Sie Ihr Becken vorschieben, ist das nicht gut für die Stabilität Ihrer Wirbelsäule. Wenn Sie die lordotische Kurve des unteren Rückens abflachen – auch Hypolordose genannt –, kann Ihre Gesäßmuskulatur nicht aktiviert werden und Ihr unterer Rücken muss mehr Druck und Gewicht abfedern, als es seiner natürlichen Aufgabe entspricht. Die Folge sind Rückenschmerzen.

Die Festung

Die Nerven der Wirbelsäule

Die übereinander angeordneten Wirbel erzeugen einen Kanal, der das Rückenmark schützt, das wiederum die Botschaften des Gehirns zu den Muskeln weiterleitet. Das Rückenmark zieht sich von der Hirnbasis ungefähr zwei Drittel Ihres Rückens hinunter. Ab dem ersten Lendenwirbel setzen sich Nervenwurzeln fort, die aufgrund ihrer pferdeschweifartigen Form Cauda equina (lateinisch für Pferdeschwanz) genannt werden. Das Rückenmark endet kurz hinter der Cauda equina an dem Filum terminale (Endfaden). Die Lücke im Rückenmark ermöglicht eine Lumbalpunktion, Epiduralanästhesie und andere Verfahren, ohne dass sie direkt das Rückenmark betreffen. Vom Rückenmark aus verzweigen sich Nerven durch die Wirbelöffnungen. Bei jedem Wirbel sendet ein Nervenpaar Impulse an einen bestimmten Körperteil. Die Nerven im Bereich der Lendenwirbelsäule (Lumbalnerven) sorgen für Empfindungen und stimulieren die Muskeln des unteren Rückens und der unteren Gliedmaßen. Kleine Facettengelenke zwischen den Wirbeln ermöglichen die Bewegung der Wirbelsäule. Jeder Wirbel besitzt vier dieser Wirbelbogengelenke, ein nach oben und ein nach unten gerichtetes Paar. Die Wirbelkörper sind durch die Wirbelbogengelenke miteinander verzahnt und stabilisieren auf diese Weise die Wirbelsäule.

Die Wirbel

Die Wirbel sind durch flache, runde, ungefähr 1,25 Zentimeter dicke Bandscheiben voneinander getrennt. Diese Bandscheiben haben eine harte äußere Schicht – den Faserring –, die mit den Wirbeln verbunden ist. Der Bandscheibenkern besteht aus einer weichen, gallertartigen Masse. Die Bandscheiben dienen als Stoßdämpfer und verhindern, dass die Wirbel aneinanderstoßen oder -reiben. Wir bilden hier die Schichten der Rückenmuskeln und Bänder ab, weil wir möchten, dass Sie ein Gefühl für das komplizierte Netzwerk bekommen, das nötig ist, damit Ihre Wirbelsäule stabil und gleichzeitig beweglich ist (siehe Seite 43). Hunderte von Bändern, die sich von Knochen zu Knochen spannen, verbinden die Wirbel. Zur Kontrolle der Bewegungen sind viele hundert Muskeln in Ihrem Rücken nötig. Die Schwerkraft, der natürliche Verschleiß, falsche Bewegungsmuster und zu viel vor dem Computer verbrachte Zeit fordern ihren Tribut von der Wirbelsäule, aber Sie können den degenerativen Prozess mit dem Grundlagen- Training aufhalten und sogar umkehren.

Autorenteam: Eric Goodman und Peter Park

Starker Rücken ohne Schmerzen

Quelle: Starker Rücken ohne Schmerzen - Das funktionelle Trainingsprogramm, um Beschwerden zu lindern, die Haltung zu verbessern und Muskeln aufzubauen

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