Gesundheit

Darf man mit Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure Sport treiben?

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Darf man mit Ibuprofen oder Azetylsalizylsäure Sport treiben?

Gesundheitsgefährdendes Risiko unter dem Einfluss von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure! Viele Ausdauerathleten greifen vermehrt zu Schmerzmitteln wie z.B. Ibuprofen, ASS oder Aspirin, ohne sich deren gefährlichen Auswirkungen bewusst zu sein! Immer häufiger dient die Einnahme solcher Präparate in Kombination mit Training oder Wettkampf dazu, einen Einsatz überhaupt zu ermöglichen bzw. schmerzerträglicher zu gestalten.

Schmerzmittel und Ausdauersportarten vertragen sich nicht!

Für Ausdauerathleten, wie z.B. Marathonläufer oder Triathleten, die vor dem Start Schmerzmittel einnehmen, besteht ein zwei- bis sechsfach höheres Risiko, Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufversagen zu erleiden.

Schmerzmittel vor dem Lauf nutzen wenig und schaden nachhaltig!

Das hat eine Studie von Prof. Dr. Kay Brune der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Dr. Michael Küster (Bonn) beim Bonn Marathon ergeben. Über die Hälfte aller Teilnehmer des Laufes über die 42,2km hatten vor dem Start Schmerzmittel eingenommen. Schwere Nebenwirkungen wie Nierenversagen kamen ausschließlich unter den Schmerzmittelanwendern vor.

Ergebnis: In der Gruppe der Schmerzmittelanwender waren Probleme wie Kreislaufversagen, Erbrechen, blutiger Durchfall und blutiger Urin während des Laufs zwei- bis sechsmal häufiger als bei Abstinenten.

Besonders auffällig: Alle krankenhauspflichtigen Fälle von Nierenversagen und Magen-/Darmblutungen traten unter Ibuprofen (Nierenversagen) oder Acetylsalicylsäure (Magen-/Darmblutungen) auf. Schmerzmittel können die Darmschleimhaut schädigen und somit Funktionsstörungen im Magen-Darm-Trakt verursachen.

Die Autoren schätzen, dass sich jedes Jahr Tausende von Ausdauersportlern durch die überflüssige und nur marginal wirksame Einnahme von Schmerzmitteln selbst schaden.

Schmerzen haben Ihre Berechtigung

Schmerzen werden durch die Reizung freier Nervenenden und Rezeptoren im Gewebe (Muskeln, Sehnen, Gelenkkapseln usw.) verursacht. Mit dem Vermitteln von Schmerzen bei Training und Wettkampf zeigt uns der Körper eine akute Dysbalance zwischen Belastung und Belastbarkeit auf. Dieser Schmerz kann harmlos sein, oder aber als Anzeichen eines bevorstehenden Herzinfarktes ernsthaft lebensbedrohlich sein. Schmerzen sollten als Signal für eine Reduktion oder Abbruch der Belastung wahrgenommen werden. Schleichende Fehlbelastungen, Überlastungen oder entstehende Verletzungen werden durch diese Signale vermittelt. Häufig lassen sie nach Abbruch der Aktivität deutlich nach oder verschwinden komplett. Eine Verschleierung oder Missachtung dieses Warnsignales durch die Einnahme von Ibuprofen oder Azetylsalizylsäure kann zu einer zusätzlichen Schädigung der schmerzhaften Strukturen führen.

Wenn überhaupt, dann sollten Schmerzmittel nur im Anschluss an den Lauf und nach ausreichender Flüssigkeits- und Salzzufuhr mit sehr viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Fazit:

Obwohl die Einnahme von Schmerzmitteln bei Training und Wettkampf weit verbreitet ist, sollten Athleten unbedingt die Finger davon lassen und Schmerzen als sinnvolles Warnsignal gegen Überlastung wahrnehmen. Denn wer bereits vor Beginn der Aktivität unter Muskel- und Gelenkschmerzen leidet, sollte überhaupt nicht an den Start gehen. Gerade die chemischen Inhaltsstoffe rezeptfreier Präparate können bei Ausdauerbelastung gefährliche Auswirkungen haben.

Autor: Nicolai Napolski

Quelle: uni | mediendienst | aktuell Nr. 219/2010 | Prof. Dr. Kay Brune

http://journals.lww.com/acsm-msse/Fulltext/2012/12000/Aggravation_of_Exercise_Induced_Intestinal_Injury.1.aspx

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