Studie

Allergische Rhinitis im Ausdauersport

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Laut einer groß angelegten Untersuchung aus Finnland tendieren Ausdauersportler erheblich häufiger dazu, unter Allergischer Rhinitis (AR) – einer Entzündung der nasalen Schleimhaut – zu leiden, als andere Sportler oder keinen Sport treibende Kontrollpersonen.

Obwohl eine nicht behandelte AR die maximale Leistung eines Sportlers unter Umständen erheblich schwächen kann, hatte nur die Hälfte der Sportler, bei denen eine allergische Rhinitis festgestellt worden war, während des vergangenen Jahres antiallergische Medikamente genommen.

Ziel der Untersuchung war es, die Häufigkeit des Auftretens von allergischer Rhinitis und der Einnahme von antiallergischen Medikamenten bei Untergruppen von Elitesportlern im Vergleich zu einer repräsentativen Anzahl junger Erwachsener im gleichen Alter zu beurteilen. Ein strukturierter Fragebogen zu Asthma und Allergien wurde von 446 Sportlern ausgefüllt, die von dem nationalen Olympischen Komitee finanziell unterstützt wurden. Außerdem wurde dieser Fragebogen von 1.504 finnischen jungen Erwachsenen, einer repräsentativen Anzahl, die als Kontrollgruppe fungierte, beantwortet.

Die Schlüsselergebnisse lauteten wie folgt:

- Ausdauersportler gaben häufiger als andere Sportler oder Kontrollpersonen an, an einer ärztlich diagnostizierten allergischen Rhinitis zu leiden – mit Häufigkeitsraten von 36,1 % im Vergleich zu 23,4 % bzw. 20,2 %.

- insgesamt gaben 55,1 % der Sportler und 53,5 % der Kontrollpersonen mit einer ärztlich diagnostizierten allergischer Rhinits an, antiallergische Medikamente zu nehmen.

- Sportlerinnen mit einer ärztlich diagnostizierten Rhinitis nahmen häufiger antiallergische Medikamente ein als ihre männlichen Kollegen (65,3 % im Vergleich zu 47,8 %).

 

Eine allergische Rhinitis tritt bei erhöhter Atemfrequenz, bei der eine kombinierte Mund- und Nasenatmung erforderlich ist, besonders häufig auf. Dies führt zu einer größeren Ablagerung von durch die Luft übertragenen Allergenen und anderen durch die unteren Atemwege eingeatmeten Partikeln.

Die chronische AR, so stellten die Wissenschaftler fest, wird mit vielen Komplikationen in Verbindung gebracht, einschließlich Schnarchen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit, die alle zu einer Reduzierung der Lebensqualität führen.

Für einen an einer AR erkrankten Sportler sind diese, die Lebensqualität betreffenden Aspekte jedoch besonders lästig, denn sie können zu signifikanten Beeinträchtigungen der sportlichen Leistung führen.“

Aus diesem Grund ist die offenkundige Nichtbehandlung der Symptome, wie die Untersuchung sie dokumentierte, bedenklich. Zu den zur Verfügung stehenden Behandlungen der AR gehören intranasale Corticosteroide, kurzzeitig angewandte abschwellende Mittel sowie oral oder lokal verabreichte Antihistamine. Frühere Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass intranasale Corticosteroide zur Linderung der Symptome sowie zur Erhaltung der Lebensqualität und der Leistung erheblich effektiver sind als andere Medikamente. Deshalb beunruhigte es die Wissenschaftler ganz besonders, dass nur 6 % der an der Untersuchung teilnehmenden Sportler und 3,6 % der Kontrollpersonen angaben, von diesen zur Auswahl stehenden Medikamenten Gebrauch gemacht zu haben.

Sie kamen zu der Schlussfolgerung, „dass der optimalen Handhabung von AR bei Hochleistungssportlern mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss“.

 

Medicine and Science in Sports & Exercise, 2005; Bd. 37 (5), S. 707-711

 

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