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Waves for Change: Surfen gegen AIDS

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Heute möchte ich über die Organisation Isiqalo und deren Projekt Waves for Change berichten, ein großartiges Projekt, dass Jugendliche in Südafrika im Rahmen eines Surfkurses über die Gefahren von AIDS und HIV aufklärt.

Die Rate der HIV-Infizierten liegt in Südafrika bei über 30% und Viele kennen die Bedeutung und Auswirkungen dieses Virus und der Krankheit AIDS nicht bzw. unterschätzen diese. Vor allem Jugendliche denken bei ersten sexuellen Kontakten nicht über Verhütung nach und sind besonders gefährdet.

Genau hier greift das Projekt Waves for Change der NPO (Non-profit organization) Isiqalo, das Kinder aus dem Township Masiphumelele unterstützt. Die Kinder erhalten Surfunterricht in Gruppen und lernen gleichzeitig Wichtiges über AIDS, HIV und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Körper, das Individuum und die Gesellschaft. Das Besondere ist, dass Surfen ja eigentlich ein Individualsport ist - genau wie HIV auch zunächst nur eine Person betrifft. In der Interaktion mit der Gesellschaft aber muss man sein Handeln kritisch reflektieren. Auch beim Surfen ist man nie alleine. Sei es der Ozean selbst oder die anderen Dudes (andere Surfer in der Surfersprache) im Wasser.

Es gibt zahlreiche etablierte Programme, die im Teamsport ansetzen (z. B. Grassroot Soccer). Tim, Mitgründer von Isiqalo, arbeitet eng mit ihnen zusammen, denn er sieht die Notwendigkeit gerade im Miteinander-Voneinander-Lernen. Der Ideenaustausch kommt so auch weiteren ähnlichen NPOs zugute. In Südafrika konkurrieren zahlreiche Hilfsorganisationen und buhlen um staatliche Fördergelder, deshalb ist solch eine Interaktion verschiedener Akteure oft unerwünscht.

 

Tims Ansatz fand bei der Laureus Sport Konferenz vor zwei Wochen in London viel Zuspruch. Er selbst ist der Ansicht, dass man ein ähnliches Konzept auch in Deutschland, z. B. bei der Gewaltprävention, durchführen könnte.

Mir gab er die Möglichkeit seinen Stunden beizuwohnen, die er zusammen mit zwei Ortsansässigen einmal pro Woche pro Gruppe hält. Es war eine unglaublich schöne und sehr interessante Erfahrung für mich. Zunächst gibt es eine kurze Revision der vergangenen Stunde, anschließend folgen Gruppenspiele am Strand und im Wasser bevor zum Schluss frei gesurft werden darf. Vor allem hierbei gibt es dann noch Tipps zum Surfen selbst. In den Spielen wird das Thema der Stunde spielerisch erarbeitet und das jeweilige Verhalten reflektiert. Die Absolventen des 10-stündigen Kurses werden außerdem motiviert, sich selbst zum Coach ausbilden zu lassen und so vielleicht sogar mittel- bis langfristig Fuß in der Surfbranche zu fassen, anstatt den Tag auf der Straße zu verbringen. Die inoffizielle Arbeitslosenquote liegt bei über 50%!!!

Wer Tim und Waves for Change unterstützen möchte, findet hier mehr Informationen.

Wer weitere Fragen zur Mittelverwendung hat, kann sich gerne an mich (warian@gmx.de) oder direkt an Tim (tim.conibear@isiqalo.org) (nur auf Englisch) wenden!

Dies ist übrigens mein letzter Artikel aus Kapstadt, denn es geht über den großen Teich nach Australien. Erster Stopp: Sydney.

 

Sandra Holte

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