Klettern

Sportklettern: Sicher klettern im Top-Rope

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Eine gute Sicherungstechnik ist das A und O beim Sportklettern

Bevor du mit dem Technik-, Kraft-, und Ausdauertraining beim Sportklettern beginnen kannst, benötigst du zuerst das Wissen über Sicherungstechniken, um sicher und unverletzt wieder auf den Boden zurückkehren zu können.

Das Anseilen

Abb. 1: Der Achterknoten

Damit du durch das Seil gesichert werden kannst, musst du dich an dem Seil befestigen. Beim Klettersport wird direkt mit einem Knoten in die Anseilschlaufe des Hüftgurts eingebunden. Es wird kein Karabiner als Zwischenglied zwischen Seil und Gurt verwendet, da dadurch ein weiteres Glied in der Sicherungskette ist, das eine zusätzliche Fehlerquelle darstellt. Der am häufigsten verwendete Knoten ist der Achterknoten. Der Achterknoten zeichnet sich dadurch aus, dass er sich unter Belastung zuzieht, aber dennoch nach einem Sturz relativ gut zu lösen ist. Ein großer Vorteil ist sein übersichtliches Knotenbild, wodurch Fehler leicht erkennbar sind.

Zuerst wird eine einfache Acht in das Seil gelegt (Abb. 1;1-3). Im nächsten Schritt wird das Seil durch die Anseilschlaufe gezogen, so dass der Knoten direkt vor der Anseilschlaufe ist. Nun folgst du dem gleichen Seil durch den Knoten (Abb. 1;4-6). Am Ende sollten überall zwei Seile nebeneinander liegen und das Seilende mindestens zwei Handbreit aus dem Knoten herausragen.

 

Abb. 1 groß

 

Sichern mit einem Tuber

Nun kommen wir zu der zweiten Person in einer Seilschaft – dem Sicherungspartner. Seine Aufgabe ist es, das Seil zu halten, so dass der Kletterer bei einem Sturz von dem Seil aufgefangen wird. Da das Seil beim Top-Rope-Klettern oben nur durch zwei Karabiner umgelenkt wird, hat man nicht genügend Reibung im System, um das Seil einfach mit den Händen halten zu können. Das Gewicht des Kletterers würde dem Sichernden das Seil durch die Hände ziehen und zu Verbrennungen an den Händen führen. Aus diesem Grund verwenden wir Sicherungsgeräte, die uns den größten Teil der Arbeit abnehmen.

Abb. 2: Sicherung mit dem Tuber - der Karabiner

Es gibt einige unterschiedliche Typen von Sicherungsgeräten. Hier gehen wir erst einmal auf die Sicherung mit einem Tuber ein, da sie am häufigsten verwendet wird. Eine Seilschlaufe (Abb. 2;1) wird durch den Tuber geschoben (Abb. 2;2), so dass die Seilschlaufe und der Bügel des Tubers parallel liegen. Es wird ein Verschlusskarabiner durch beide Schlaufen (Bild2;3) und danach in die Anseilschlaufe des Gurts eingehängt. Das lose Seilende sollte vorne aus dem Sicherungsgerät herauskommen. Dieser Teil des Seils ist das Bremsseil. Das Seil, das nach oben zum Umlenker und danach zum Kletterer führt, ist das Führungsseil.

Abb. 2 groß

Viele Tuber sind nicht symmetrisch, sondern sind auf einer Seite geriffelt und V-förmig zulaufend. Das Bremsseil soll durch diesen Teil des Tubers laufen, da es die Bremswirkung erhöht. Die Wichtigste Regel beim Sichern ist: Das Bremsseil darf beim Sichern NIE losgelassen werden!

Abb. 3: Sicherungstechnik mit dem Tuber - das Halten

In der Ausgangsposition ist die starke Hand (beim Rechtshänder die Rechte) mit etwas Abstand zum Tuber am Bremsseil (Bild 3;1). Die schwache Hand auf Kopfhöhe am Führungsseil. Beim Sichern wird Seil mit der starken Hand nach oben durch den Tuber gezogen. Die schwache Hand hilft, indem sie nach unten zieht (Bild 3;2). Es ist wichtig zu beachten, dass ein Tuber nur bremst, wenn die Bremshand unterhalb des Sicherungsgerätes ist. Nachdem das Seil also bis zur Kopfhöhe durchgezogen wurde, wird das Bremsseil sofort nach unten zum Oberschenkel geführt (Bild 3;3). Jetzt befindet sich die Hand in Bremsposition. Nun wechselt die schwache Hand nach unten an das Bremsseil (Bild 3;4). Die starke Hand wird leicht geöffnet, so dass sich ein Tunnel bildet, und gleitet am Seil hoch zu der anderen Hand (Bild 3;5). Die schwache Hand kann jetzt wieder in die Ausgangsposition (Bild 3;6). Dieser Zyklus wird solange wiederholt, bis der Kletterer oben angekommen ist.

Abb. 3 groß

Zum Ablassen des Klettersportlers sind beide Hände am Bremsseil unterhalb des Sicherungsgeräts (Bild 4). Die starke Hand gleitet am Seil runter und führt dieses Seilstück durch die andere Hand zum Sicherungsgerät hin.

Abb. 4 groß

 

Partner-Check

Abb. 4: Das Ablassen des Kletterers

Man sollte sich den Partner-Check vor jeder Route zur Gewohnheit machen. Dabei kontrollieren sich die Kletterpartner gegenseitig, ob keine Fehler bei der Vorbereitung gemacht wurden. Kontrolliert werden die Gurte, der Knoten und das Sicherungsgerät. Die Gurte müssen korrekt angezogen und verschlossen sein. Der Achterknoten muss überall zwei Seilpaare haben und das lose Ende muss zwei Handbreit aus dem Knoten ragen. Das Seil muss richtig im Tuber eingelegt und der Karabiner verschlossen sein. Durch den Partner-Check lassen sich kleine, aber gravierende Fehler entdecken und korrigieren, die sonst zum Absturz führen würden.

 

Niko Dick

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