Klettern

Sportklettern – die abenteuerliche Art des Kraft- und Ausdauertrainings

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Trainieren Sie Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit mal abenteuerlich: Beim Klettern

Ganzkörpertraining im Studio ist Ihnen zu langweilig? Dann versuchen Sie es doch einmal mit Klettern! Was genau Sie beim Sportklettern trainieren, welche Formen des Klettern es gibt (Bouldern, Freeclimbing etc.) und welche Ausrüstung Sie benötigen erklärt Kletterexperte Niko Dick.

Welche Muskeln werden beim Klettern trainiert?

Obwohl vermehrt aus den Beinen geklettert wird, ist die erste Muskelgruppe, die etwas vom Klettertraining spüren wird, die Muskulatur der Unterarme. Die Hauptlast ruht zwar auf den Beinen, aber der Kletterer muss sich fortwährend mit den Händen an Griffen festhalten, um nicht aus der Wand zu fallen. Die Muskulatur, die für das Zugreifen der Hände verantwortlich ist, befindet sich zum größten Teil im Unterarm.

Es ist allerdings nicht nur die Muskulatur der Unterarme, die beim Klettern beansprucht wird. So wird bei jedem Kletterzug auch die Muskulatur der Beine, Oberarme, Schultern, des Rückens und des gesamten Rumpfs trainiert. Klettern ist folglich eine spannende und abwechslungsreiche Möglichkeit seinen Körper fast ganzheitlich fit zu halten.

 

Was kann ich beim Klettern trainieren? – Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit

Jeder, der einmal geklettert ist, wird schnell einsehen, dass man zum Klettern Kraft benötigt und diese somit auch trainiert. Es ist allerdings nicht nur die Kraft bzw. Maximalkraft, die nötig ist, um erfolgreich zu klettern. Die Kraftausdauer (Was ist eigentlich "Kraftausdauer"?) ist besonders bei langen Routen absolut notwendig. Ebenso ist die Koordination von komplexen Bewegungsabläufen und Beweglichkeit insbesondere bei Routen in höheren Schwierigkeitsgraden erforderlich.

 

Verschiedene Formen des Kletterns

Beim Sportklettern unterscheidet man einige unterschiedliche Spielformen

Entgegen weit verbreitetem Sprachgebrauch ist Freeclimbing nicht das Klettern ohne Seil, sondern die Kletterform, bei der nur die Hände und Füße und keine Hilfsmittel zum Klettern benutzt werden.

Das Klettern ohne Seil oberhalb der Absprunghöhe wird Free Solo genannt.

Beim Bouldern wird auch ohne Seil, aber auf Absprunghöhe geklettert.

Das Klettern mit Seil wird in Vorstiegsklettern und Top-rope-Klettern bzw. Nachstiegsklettern unterteilt. Diese Kletterformen unterscheiden sich vor allem in den Sicherungstechniken. Das Seil wird beim Vorstiegsklettern vom Kletterer von unten mitgenommen und in Zwischensicherungen eingehängt, während er nach oben klettert. Bei einem Sturz wird er durch die letzte Zwischensicherung gehalten. Das Top-rope-Klettern bzw. Nachstiegsklettern ist für den Kletterer leichter, da das Seil von oben kommt und er sich nicht um das Einhängen des Seils in Zwischensicherungen kümmern muss. Der Unterschied zwischen Top-rope-Klettern und Nachstiegsklettern besteht in der Position des Sichernden. Beim Top-rope steht er auf dem Boden. Das Seil verläuft vom Sichernden durch den Umlenker am höchsten Punkt (top) zum Kletterer. Beim Nachstieg befindet sich der Sichernde eine Seillänge oberhalb des Kletterers und sichert ihn von oben. Diese Technik kommt in Mehrseilrouten zum Einsatz.

 

Was ist das Ziel beim Klettern?

Ob in der Kletterhalle oder draußen am Felsen werden meist bereits definierte Routen oder Boulder geklettert. Ziel ist es diese ohne Sturz oder Pause sitzend im Gurt zu klettern. Wird dies beim ersten Versuch geschafft, ohne jemanden davor in der Route klettern gesehen zu haben, ist das eine on-sight Begehung. Dieser Begehungsstil wird bei Wettkämpfen verwendet. Meist werden schwere Routen in Abschnitten geklettert, um die Route kennenzulernen. Nach diesem Ausbouldern der Route versucht der Kletterer sie am Stück zu klettern.

 

Welches Material brauche ich zum Klettern?

Die Kletterform mit dem geringsten Materialaufwand ist das Bouldern. Dafür werden lediglich Kletterschuhe und Chalk (Kletterkreide) benötigt. In Kletterhallen werden Verletzungen bei einem Sturz durch eine dicke Matte reduziert. Beim Bouldern in freier Wildbahn werden so genannte Crashpads benutzt.

Für das Klettern mit Seil brauche ich außerdem einen Klettergurt und ein Sicherungsgerät. Zum Top-rope-Klettern in einer Kletterhalle wird kein eigenes Seil benötigt. Beim Vorstiegsklettern in der Halle und natürlich draußen am Felsen darf auch das Seil nicht in der Ausrüstung fehlen. Draußen müssen zudem meist auch die Zwischensicherungen selbst mitgebracht werden.

 

Niko Dick

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