Klettersport

Grundlagen der Klettertechnik

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Grundlagen des Kletterns - So klettern Sie richtig und ökonomisch.

Ökonomisches Klettern ist das wichtigste Gebot, das man so schnell wie möglich erlernen sollte. Sie haben vor kurzem mit dem Klettern angefangen und möchten mehr darüber wissen, wie Sie geschickter die Wand hoch kommen? Hier erfähren Sie mehr darüber.

Gut stehen

Abb. 1: Die Fußstellung beim Klettern

Bevor Sie anfangen die Wand hochzuklettern, sollten Sie erst einmal wissen, wie Sie gut und bequem stehen. Am besten stehen Sie aufrecht, mit beiden Füßen schulterbreit auf der gleichen Höhe. Die Hauptlast Ihres Körpers liegt dabei auf Ihren Beinen, während die Arme Sie nur in der Wand halten. Die Arme sind nur leicht angewinkelt bis ganz gestreckt, damit möglichst wenige Muskeln angespannt sind. Man sollte mit den Händen nicht zu hoch greifen, da dadurch der Körper zu nah an der Wand ist und die Bewegungsfreiheit verloren geht. Ebenso wichtig für die Bewegungsfreiheit ist auch die Position der Füße. Man sollte immer sauber mit der Fußspitze auftreten und danach den Tritt belasten.

Häufig gemachte Fehler im Techniktraining sind zum einen das zu hohe Antreten und anschließende runterschaben der Fußspitze an der Wand, was zu einem schnellen Schuhverschleiß führt, und zum anderen das Auftreten mit dem Mittelfuß, wodurch der Bewegungsfreiraum der Beine und des Beckens eingeschränkt wird.

 

Aus den Beinen klettern

Abb. 2: Die Frosch-Technik

Nachdem Sie stabil stehen, können Sie den nächsten Zug planen, indem Sie sich einen Überblick über die kommenden Griffe und Tritte verschaffen und die besten wählen. Um mehr aus den Beinen heraus zu klettern, sollten Sie beide Füße auf geeignete Tritte setzten. Die Tritte sollten so gewählt werden, dass sich der Schwerpunkt Ihres Körpers direkt über der Standfläche befindet. Damit man nah an der Wand bleibt ist es häufig ratsam, die Knie beim Hochtreten nach außen zu drehen (Frosch-Technik). Jetzt können Sie eine Hand lösen, um den nächsten Griff zu greifen ohne herauszufallen. Die Kraft für die Aufwärtsbewegung zum nächsten Griff kommt jetzt hauptsächlich aus beiden Beinen, wobei der eine Arm angespannt wird, um den Körper in der Wand zu halten.

 

Weich greifen

Aufgrund der Aufregung und Anspannung werden die Griffe beim Klettern viel fester gehalten als es eigentlich notwendig wäre, um sie halten zu können. Dies führt zu einem verkrampften Kletterstil und verbraucht unnötig viel Energie, die man später in der Route schmerzhaft vermissen wird. Achten Sie bewusst darauf, die Griffe so locker wie möglich festzuhalten. Es sollte nur so viel Kraft investiert werden, um nicht von ihnen abzurutschen.

 

Vielfalt der Griffe

Die Formen und Orientierungen der Klettergriffe sind sehr unterschiedlich und vielfältig. In leichten Routen trifft man häufig Henkel an, die gut zu halten sind, da man mit den Fingern dahinter greifen kann (Abbildung 3.1).

Abb. 3: Verschiedene Griffe und Grifftechniken im Klettersport

Schmale Griffe mit einer mehr oder weniger guten Kante werden als Leisten bezeichnet. Im Gegensatz zum Henkel ist die Belastungsrichtung bei Leisten deutlich eingeschränkter. Am besten halten sie, wenn die Belastungsrichtung senkrecht zur Grifffläche ist. Wird die Zugrichtung zu stark verändert rutscht man schnell vom Griff ab. Größere Leisten kann man noch mit hängenden Fingern greifen, wobei ein bis zwei Fingerglieder auf der Grifffläche aufliegen (Abbildung 3.2). Bei kleinen Leisten hat man mit dieser Grifftechnik nicht mehr genügend Reibung und muss die Finger auf den Fingerkuppen aufstellen, um genügend Druck auf den Griff zu bekommen (Abbildung 3.3). Dies ist allerdings sehr belastend für die Mittelgelenke und Ringbänder der Finger und birgt einige Verletzungsrisiken. Manche Leisten lassen sich gut mit dem Zangengriff greifen, indem der Daumen auf der anderen Seite des Griffs dagegen gedrückt wird (Abbildung 3.4). Je nach Griff und Belastungsrichtung können Zangengriffe aber recht kraftraubend sein.

Sloper sind große, runde und abschüssige Griffe, die man mit der ganzen Handfläche auf Reibung hält (Abbildung 3.5). Deshalb sind hier die Belastungsrichtung und Zuggeschwindigkeit kritische Faktoren, um nicht abzurutschen. Eine weitere Griffform sind die Fingerlöcher, bei denen je nach Größe 1-4 Finger hängend oder aufgestellt in das Loch passen (Abbildung 3.6).

Je nach Orientierung können alle diese Griffformen mit ihren zugehörigen Grifftechniken als Ober-, Unter-, oder Seitengriff in einer Route vorhanden sein. Bei einem Obergriff sollte der Körperschwerpunkt unter dem Griff sein. Untergriffe lassen sich dagegen besser halten, wenn man höher steht und der Griff unterhalt der Körpermitte ist (Abbildung 3.7). Bei einem Seitengriff steht man neben dem Griff und zieht von der Seite (Abbildung 3.8). Manche Griffe muss man nicht auf Gegenzug belasten, sondern auf ihnen stützen, um an den nächsten Griff zu kommen (Abbildung 3.9). Wichtig ist, dass man in der jeweiligen Situation die Griffe richtig interpretiert und seine Technik anpasst.

 

Niko Dick

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