Ratgeber Sportmedizin

Die Rippenprellung

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Alles Informationen, die Sie über eine Rippenprellung wissen sollten.

Wie ist der Brustkorb aufgebaut? Was ist eine Rippenprellung, welche Symptome treten auf und wie sieht die Behandlung aus? Angi Peukert erläutert die wichtigsten Fakten zum Thema Rippenprellung.

Die Rippen bilden zusammen mit der Brustwirbelsäule den Brustkorb, auch Thorax genannt. Sie sind beteiligt an der Aus- und Einatmung durch Senkbewegung und Aufrichtung. Bei allen Sportarten, wo es eine Sturzgefahr gibt, kann es zu einer Rippenprellung kommen. Das Gefühl der Luftnot ist dabei nicht selten. Roman Weidenfeller – Torwart von Borussia Dortmund – beschrieb nach dem Zusammenprall mit Mario Gomez im DFB Pokalfinal 2012: "Ich habe keine Luft mehr bekommen, ich hatte keine Kraft mehr, ich habe gezittert."(1)

 

Wie ist der anatomische Aufbau der Rippen?

Wir haben von den 12 Brustwirbeln ausgehend jeweils eine linke und eine rechte Rippe. Sie verlaufen vom Rücken zum Brustbein. Die 10. Rippe bildet den Rippenbogen und die Ansatzstelle für das Zwerchfell (Diaphragma). An dem 11. und 12. Brustwirbel entspringen ebenfalls Rippen, diese verlaufen allerdings nicht wie die anderen im Bogen nach vorne zum Brustbein, sondern sind eher kleine, verkümmerte Knochen.

Jede der echten Rippen hat einen Rippenbogen, einen Kopf mit zwei Gelenkflächen zu den Wirbelkörpern, da sie im Kontakt mit dem oberen und dem unteren Wirbel steht. Am Rippenhals wird die Rippe dünner. Der Rippenhöcker bildet die Gelenkflächen zu den Querfortsätzen der Wirbel. Der Rippenkörper, die Interkostalnerven und die Gefäße laufen dort hindurch und werden zum Rippenknorpel. Die ersten 10 Rippen stehen in Verbindung mit dem Brustbein, die freien Rippen – 11 und 12 - haben keine Verbindung zum Brustkorb.

 

Was ist eine Prellung?

Eine Prellung (Kontusion) ist eine Schädigung von Organen oder Körperteilen durch eine äußere Gewalteinwirkung, die direkt und stumpf erfolgt. Sichtbare Verletzungen der Haut sind zunächst nicht zu erkennen. Meist kommt es zu einem Ödem des Gewebes und zu einem Bluterguss, da die geschädigten Gefäße ins Gewebe einbluten.

 

Welche Symptome treten bei einer Rippenprellung auf?

Rippenprellungen entstehen häufig beim Sport, etwa bei Kampfsportarten, Ballsportarten aber auch durch Stürze beim Fahrradfahren oder Skifahren. Zu einem Bruch in dem Bereich kommt es eher selten, da die Rippen durch die Form sehr biegsam und elastisch sind.

Eine Rippenprellung ist sehr schmerzhaft, da das Gewebe über den Rippen zusammengedrückt wird. Die miteinhergehende Quetschung der Blutgefäße führt zu einer Reizung der umliegenden Nervenenden.

Der Bluterguss, der sich durch die Quetschung bildet, liegt unterhalt des Brustkorbs und führt zu Schmerzen bei der Atmung und bei sonstigen Bewegungen des Brustkorbes. Es lässt sich nur noch bedingt ohne Schmerzen atmen und husten, da es, je nachdem wie groß das Hämatom ist, immer wieder zu Druck durch die Bewegung bekommt.

 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Wie bei allen Sportverletzungen steht zunächst die PECH- Regel im Vordergrund der Behandlung. Bei einem Sturz auf die Rippen sollte der betroffene Bereich gekühlt werden. Dadurch wird der Schwellung entgegengewirkt und der Schmerz wird gelindert. Die Therapie der Wahl ist in dem Bereich eine Schonung des verletzen Bereichs, das heißt Sportler sollten eine Pause einlegen.

Die Einnahme von Schmerz- und Entzündungehemmern ist ratsam, sowie die Salbenversorgung.

Die Anlage von Kinesiotape kann den Sportler ein wenig bei der Atmung unterstützen und somit entlastend wirken. Manchmal wird auch ein Stützverband angelegt.

Wie lange die Prellung auskuriert werden muss, ist abhänging von der Schwere der Verletzung und sehr individuell. Grob kann man sagen, dass die Regeneration ca. 2-6 Wochen braucht.

 

Angi Peukert

 

Lesen Sie auch: Das Karpaltunnelsyndrom 

 

Quellenangabe:

1. http://www.fnp.de/hk/region/hessen/bvbtorwart-weidenfeller-erleidet-rippenprellung_rmn01.c.9835027.de.html

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