Zwanziger: "Fußball hat konservativen Kern"

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Fußball hat für Zwanziger einen konservativen Kern

Hennef - DFB-Präsident Theo Zwanziger ist der Überzeugung, dass es im Profifußball statistisch deutlich weniger Homosexuelle gibt als in der restlichen Gesellschaft.

Hennef (SID) - DFB-Präsident Theo Zwanziger ist der Überzeugung, dass es im Profifußball statistisch deutlich weniger Homosexuelle gibt als in der restlichen Gesellschaft. "Die Prozentsätze sind im Leistungssport in dieser Größenordnung nicht zu finden. Ich kenne die Statistiken, aber auf den Fußball sind sie nicht übertragbar. Das ist meine persönliche Einschätzung", sagte der am 2. März scheidende DFB-Boss beim Dialogforum "Vor dem Ball sind alle gleich - sexuelle Identitäten im Fußball" in der Sportschule Hennef.

Zwanziger untermauerte jedoch, dass der Fußball "mitten in der Gesellschaft" stehe und sich deshalb mit diesem Thema zu befassen habe. "Aber der Sport und der Fußball haben einen konservativen Kern. Und diesen Kern muss man zunächst ein Stück weit abschmelzen", sagte Zwanziger.

Am Montag hatte Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm Fußball-Profis erneut davon abgeraten, sich öffentlich zu ihrer Homosexualität zu bekennen: "Im Stadion geht es selten politisch korrekt zu. Fußball ist wie früher Gladiatorenkampf. Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft schon so weit ist, schwule Profi-Fußballer als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren, so wie es in anderen Bereichen bereits möglich ist."

Zwanziger zeigte am Dienstag in Hennef Verständnis für die Aussage Lahms. "Philipp Lahm kann die Situation aus seinem eigenen Erleben heraus natürlich viel besser beurteilen, als ich das kann. Und ich weiß auch, dass er einer der tolerantesten Nationalspieler überhaupt ist", sagte Zwanziger

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