WTC: Deutschland kämpft um Finaleinzug

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Philipp Kohlschreiber holt den zweiten Punkt

Düsseldorf - Titelverteidiger Deutschland spielt bei der Mannschafts-WM in Düsseldorf erneut um den Einzug ins Finale.

Düsseldorf (SID) - Florian Mayer war sich nach seinem Sieg gegen Ivan Dodig ganz sicher: "Wenn Ivo Karlovic nicht spielt, dann steht es 2:0 für uns!" Als sich Philipp Kohlschreiber im zweiten Durchgang gegen Ersatzmann Lovro Zovko - Karlovic konnte wegen einer Schulterverletzung nicht antreten - einem Satzball gegenübersah, schaute Mayer auf der Tribüne etwas sparsam. Kohlschreiber machte den Punkt dann doch, gewann 6:2, 7:6 (7:2) und sicherte Deutschland bei der Tennis-WM in Düsseldorf den Sieg gegen Kroatien.

Kohlschreiber versuchte anschließend seine mäßige Leistung sachlich zu analysieren. "In den entscheidenden Momenten hat mir die Energie gefehlt", sagte der 28-Jährige: "Aber Zovko hat sich auch gesteigert, und da habe ich mir gedacht: Mein Gott, dann geh' ich halt in den dritten Satz."

Am Donnerstag und Freitag spielt der Titelverteidiger des Power Horse World Team Cup nun um den Einzug ins Finale gegen Serbien. Beide Mannschaften sind ungeschlagen, und nur der Sieger darf im Endspiel um den Titel spielen.

Gegen Zovko, der nicht einmal in der Einzel-Weltrangliste geführt wird und zum Auftakt im Düsseldorfer Rochusclub gegen Janko Tipsarevic noch hoffnungslos überfordert war, war Kohlschreiber selbst sein größter Gegner. Tipsarevic hatte den Doppelspezialisten Zovko 6:0, 6:0 abgefertigt, ein ähnliches Ergebnis hatte Teamkollege Mayer ebenfalls erwartet.

Im ersten Durchgang schien Kohlschreiber mit seinem Gegner noch gnädig. Zovko freute sich beim Stand von 1:4 über seinen ersten Spielgewinn im Turnierverlauf und reckte die Faust in den Himmel. Kohlschreiber verlor im Verlaufe des zweiten Durchgangs jedoch völlig seine Souveränität und stand plötzlich einem Satzball gegenüber. Ein unverhoffter Moment der Spannung im ungleichen Duell zwischen dem Weltranglisten-27. aus Augsburg und Ersatzmann Zovko.

Spannender wird es gegen Serbien, da ist sich auch Rainer Schüttler sicher. Der frühere Australian-Open-Finalist ist Botschafter des Rochusclubs und darf "in diesem Jahr in die Organisation reinschnuppern". Im Gespräch mit dem SID verriet Schüttler, der seine Karriere noch nicht offiziell beendet hat, dass er sich in Zukunft eine Rolle beim World Team Cup vorstellen könne. "Das könnte der nächste Schritt in meinem Leben werden", sagte der 36-Jährige.

Schüttler hält viel von der familiären Veranstaltung. "Ich hoffe stark, dass es eine Zukunft für Tennis in Düsseldorf gibt", sagte er. Wie diese Zukunft aussieht, kann jedoch selbst Turnierdirektor Dietloff von Arnim nicht sagen. Der Vertrag mit der ATP läuft aus, das Prädikat "Weltmeisterschaft" geht damit voraussichtlich verloren. Die Topspieler Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic, die sich bereits auf die French Open in Paris (27. Mai bis 10. Juni) vorbereiten, machen seit jeher einen Bogen um den Rochusclub.

Die Pläne für das kommende Jahr reifen allerdings bereits. Von Arnim schwebt ein ATP-Turnier in der Kategorie mit 250 Weltranglistenpunkten vor. Der Termin soll bestehen bleiben. Der Westdeutschen Zeitung sagte von Arnim allerdings auch: "Ich glaube immer noch an dieses Format der Tennis-WM - wenn hier die Besten spielen würden. Aber das bekommt die ATP nicht hin."

Immerhin dürfen sich Kohlschreiber und Mayer im Gruppenendspiel mit dem Weltranglistenachten Tipsarevic und dem 31. Viktor Troicki messen. Das klingt eher nach Weltmeisterschaft. Und im möglichen Finale wartet vielleicht noch Tschechiens Tomas Berdych, Nummer sieben der Welt und ehemaliger Wimbledonfinalist. Die noch ungeschlagenen Tschechen treffen im entscheidenden Spiel um den Finaleinzug auf Argentinien.

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