Snowkiten

Mit Ski und Drachen durch den Schnee

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Skifahren am Drachen - Snowkiten.

Beim Snowkiten lässt man sich von einem Drachen durch den Schnee ziehen. Das sieht zunächst einfach aus, ist in Wirklichkeit aber ein ganz schöner Balanceakt. Schließlich gilt es, gleichzeitig den Drachen zu lenken und dabei auf den Skiern zu bleiben.

Wer sich das Anstehen am Lift ersparen will und dem Langlauf zu anstrengend ist, kann sich auch einfach mit einem Drachen durch den Schnee oder auf den Berg ziehen lassen. Snowkiten nennt sich der Wintersport, der in den Alpen immer mehr Anhänger findet. Man kann Snowkiten dabei mit Kitesurfen auf Schnee vergleichen.

 

Ausrüstung

Zum Snowkiten braucht man Ski oder Snowboard und eine möglichst ebene und planierte Fläche für den Anfang, später kann man auch steile Berge erkiten. Zudem benötigt man stabilen Wind und natürlich einen Drachen. „Für Anfänger ist der so genannte 2-Leiner Softkite besser geeignet“, erklärt Snowkitelehrer Florian Schmaldienst aus Obertauern. Hier sind, vereinfacht gesagt, 2 Stoffbahnen ähnlich wie eine Tüte zusammengenäht. Auf der einen Seite befinden sich Öffnungen, sodass der Wind den Drachen aufblasen kann. So bekommt er die nötige Stabilität, um auch bei wenig Wind nicht in sich zusammen zu fallen. „Für Fortgeschrittene gibt es dann 4-Leiner Tubekites“, sagt Florian. Hier wird der Rahmen aufgepumpt. Der Vorteil von Tubekites ist dabei, dass man über die Powerleinen steuern kann, wie viel Wind in den Schirm kommen soll während dies bei einem 2 Leiner Softkite nicht verändert werden kann. Der Softkite fliegt sozusagen immer mit 100 %. Die Intensität bestimmen zu können, gibt einem natürlich mehr Möglichkeiten, erschwert aber die Steuerung.

 

Lenken

„Bevor man sich auf seine Ski oder Snowboard stellt, sollte man sich vorher noch mit dem Drachen vertraut machen“, empfiehlt Florian. „Nur wenn man den Drachen beherrscht und lenken kann, kann man sich auch von ihm ziehen lassen. Entscheidend ist, den Drachen in den Wind zu stellen und wieder locker zu lassen. Dazu muss der Drachen von links nach rechts gelenkt werden. Man lenkt von oben den Drachen in einer Schleife senkrecht nach vorne. Hier ist der Wind am stärksten. Beim Fahren holt man so immer wieder neuen Schwung, indem man, vereinfacht gesagt, den Drachen vor sich in die sogenannte „Powerzone“ und wieder zur Seite lenkt“, erklärt der Snowkite-Lehrer. Das verlangt etwas Übung.

Den Softkite lenkt man über eine Stange, die sogenannte „Bar“, an denen 2-4 Leinen gespannt sind. Man geht leicht in die Knie und hält die Arme leicht angewinkelt. Wichtig ist, dass man den Drachen über Lenkbewegungen wie beim Fahrradfahren steuert. Es bringt nichts, die Strebe nach oben, unten, vorne oder hinten zu führen. Auch das Drehen wie beim Autofahren bringt nichts. Entscheidend ist, dass der Weg an den Lenkleinen zum Drachen verkürzt bzw. verlängert wird. Und das funktioniert nur, indem man die Strebe eben nur auf der einen Seite nach vorne und auf der anderen Seite zum Körper führt.

 

Fahren

Sobald man sich mit dem Softkite vertraut gemacht hat, kann man sich die Skier anziehen und versuchen loszufahren. Das verlangt noch einmal viel Übung, da der Wind in der Regel nie konstant mit einer Geschwindigkeit weht. Wirkliche Tipps gibt es hier keine, solange man es langsam angehen lässt und nicht direkt nur in der Powerzone fährt. Einfach losfahren und versuchen. Wichtig ist nur, den Drachen loszulassen, sobald man dazu neigt, die Kontrolle zu verlieren. Denn wenn Strom- oder Liftmasten in der Nähe sind, kann es gefährlich werden, wenn sich der Drachen darin verfängt. Wichtig ist zudem, nicht auf eine benachbarte Piste zu fahren, da hier eine erhöhte Unfallgefahr durch Zusammenstöße besteht. Den Drachen loszulassen, ist dagegen ein probates Mittel, da der Kite ohne die entsprechende Führung in sich zusammen und dann zu Boden fällt. Und da keine festen Materialien verbaut sind, kann der Softkite auch nicht kaputt gehen.

 

Fazit

Snowkiten ist ein großer Spaß, auch wenn das Wetter auf der Piste einmal nicht mitspielt. Im Vergleich zur Trendsportart Kitesurfen ist es auch deutlich leichter zu lernen. Nach 1-2 Tagen wird man schon die ersten Spuren in den Schnee ziehen. Wem es im Schnee zu kalt ist und lieber auf dem Wasser surft, kann sich trotzdem mit dem Snowkiten beschäftigen. Denn es ist eine tolle Möglichkeit, sich mit dem Drachen vertraut zu machen. Schließlich muss niemand den Kite aus dem Wasser fischen und man braucht auch keine Mindestgeschwindigkeit, um aus dem Wasser zu kommen und dann nicht unterzugehen. Insofern ist es ein gutes Einsteigertraining fürs Kitesurfen.

 

Christian Riedel

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