Wintersport

Skitourengehen auf der Piste?

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Skitourengehen ist wundervoll, aber es müssen einige Regeln beachtet werden.

Draußen unterwegs, den Schnee unter den Skiern, den Berg ohne spuren zu müssen erklimmen und dann die wunderschöne Abfahrt unter optimalen Bedingungen genießen. Immer mehr Tourengeher nutzen die präparierten Pisten in den Skigebieten beim Aufstieg - ein Risiko oder ein Plus an Sicherheit?

Der Vorteil von präparierten Pisten liegt auf der Hand: ideale Bedingungen für den Aufstieg und die Abfahrt. Doch viele Tourengeher vergessen, dass sie nicht allein unterwegs sind. So kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten zwischen Skitourengehern und anderen Pistennutzern, z. B. Skifahrern.

 

Die größten Gefahren für Skitourengeher: Sturz und Lawinen

Laut der DAV-Unfallstatistik 2011 ist bei den Skitourengehern die häufigste Unfall-/Notfallursache ein Sturz. Bei 72 Unfällen im Jahr 2011 sind 54 % davon auf einen Sturz zurückzuführen, 13 % auf Lawinen. Bei den tödlichen Unfällen sieht das Bild gleich ganz anders aus: 57 % der 7 gemeldeten tödlichen Unfälle von Mitgliedern sind durch Lawinen verursacht - 13 % durch einen Sturz.

So wundert es nicht, dass immer mehr Tourengeher präparierte Pisten vorziehen. Zum einen muss man sich weniger Gedanken um Lawinen machen, geschweige denn im Tiefschnee spuren und auch für die Abfahrt herrschen meist optimale Bedingungen. Doch gerade an unübersichtlichen Stellen, an Engstellen und bei viel Betrieb kommt es schnell zu Zwischenfällen. Auch für Skitourengeher, die nach dem regulären Betrieb unterwegs sind, kann es schnell gefährlich werden, wenn bspw. Lawinen abgesprengt werden.

Aus diesem Grund hat der DAV 10 einfache, klar verständliche Regeln zum Skitourengehen auf Pisten aufgestellt(1):

1. Aufstiege und Abfahrten erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.

2. Aufstiege nur am Pistenrand vornehmen (FIS-Regel Nr. 7). Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen. Auf den Skibetrieb achten.

3. Besondere Vorsicht vor Kuppen, in Engpassagen, Steilhängen, bei Vereisung und beim Queren der Pisten. Keine Querungen in unübersichtlichen Bereichen.

4. Keinesfalls gesperrte Pisten begehen. Lokale Hinweise und Routenvorgaben beachten.

5. Größte Vorsicht und Rücksichtnahme bei Pistenarbeiten. Bei Einsatz von Seilwinden sind die Skipisten aus Sicherheitsgründen gesperrt. Es besteht Lebensgefahr.

6. Frisch präparierte Skipisten nur in den Randbereichen befahren. Bei Dunkelheit stets mit eingeschalteter Stirnlampe gehen, reflektierende Kleidung tragen.

7. Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, achten. Keine Skitouren in Skigebieten durchführen, wenn Lawinensprengungen zu erwarten sind.

8. Skitouren nur bei genügend Schnee unternehmen. Schäden an der Pflanzen- und Bodendecke vermeiden.

9. Rücksicht auf Wildtiere nehmen. Bei Dämmerung und Dunkelheit werden Tiere empfindlich gestört. Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen.

10. Regelungen an den Parkplätzen sowie Parkgebühren respektieren. Umweltfreundlich anreisen.

 

Doch bei zu hoher Frequentierung der Piste stoßen auch diese Verhaltensregeln an ihre Grenzen. Infolgedessen setzen sich immer mehr Skigebiete mit der Problematik der Pistennutzung durch Skitourengeher auseinander und entwerfen zukunftsweisende Angebote, die ein möglichst risikofreies Miteinander ermöglichen. In Garmisch-Partenkirchen gibt es bspw. eine ausgewiesene und präparierte Aufstiegsspur, die einen entspannten Start einer Skitour in dem Skigebiet ermöglicht.

Der DAV und der VDS gehen hierbei noch einen Schritt weiter und haben sich das gemeinsame Ziel gesetzt, dass es in allen bayrischen Skigebieten Aufstiegsmöglichkeiten für Tourengeher geben soll.

Ein Ziel, das durch innovative Ideen und Angebote durchaus erreichbar ist.

 

Luisa Gramlich

 

Quellenangabe:

1. http://www.alpenverein.de/chameleon/outbox/public/10012/regelnpistentouren.pdf

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