Wandern im Schnee

Schneeschuhgehen - wo man nicht zu Fuß war ist man nicht gewesen

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Es locken schneebedeckte Berge und einsame Hütten - doch eine Schneeschuh-Wandertour will gut geplant sein.

Schneeschuhwandern ist schon lange keine Randsportart mehr. Die einzigartige Verbindung von einfacher, finanzierbarer Ausrüstung, der Unabhängigkeit von Wegen oder Kondition und Trapperfeeling machen Schneeschuhwandern zu einer beliebten Sportart für Jedermann.

Was macht eine gelungene Schneeschuhtour aus? Das Können, die Ausrüstung, die Gruppe? Zweifelsohne alles beeinflussende Faktoren, doch das Gelingen einer Schneeschuhtour wird vor allem von einem Faktor bestimmt: der Planung.

 

Das Wichtigste zum Thema Tourenplanung

Ende November startet die Schneeschuhsaison im Gebirge. Wunderbare schneebedeckte Berge sowie einsame Hütten und Wege laden Schneeschuhwanderer und Skitourengeher zu Tages- oder Mehrtagestouren ein. Die Planung einer Tour ist hierbei sehr viel umfassender als man denkt.

 

Karten

Ein sicherer Umgang mit Karte, Kompass/GPS und Höhenmesser ist absolut notwendig, denn sich im Gebirge zu verirren ist gefährlich und endet nicht selten tödlich. Unabhängig davon ob man das Gebiet kennt oder nicht, eine Karte sollte (schon allein für den Notfall) immer mit im Gepäck sein. Für die Planung einer Tour ist eine 1:25.000 Karte sinnvoll, da sie das Gebiet detailliert abbildet und man so Schlüsselstellen, Varianten und Entscheidungspunkte besser bestimmen kann. Schlüsselstellen sind Gefahren oder auch technisch schwierige Passagen: Lawinen- oder Absturzgefahr, Gletscherspalten oder Kletterpassagen. Es ist sinnvoll, vorher einen geeigneten Entscheidungspunkt festzulegen, an dem eine Schlüsselstelle beurteilt wird. Des Weiteren sollte man Alternativrouten planen, falls die Schlüsselstelle sich als zu riskant oder unbegehbar herausstellt. Für Tagestouren in bekannten Gebieten reicht auch eine 1:50.000 Karte, Vorteil hier ist die gute Übersicht und Gebietsabdeckung.

Wichtig: Die Gefahr sich zu verlaufen nimmt mit der Höhe zu! Sich nach einem Wetterumschwung in Nebel oder Wolken zurecht zu finden ist ohne Karte, Kompass/GPS und Höhenmesser kaum möglich!

 

Weitere Informationsquellen

Neben Karten bietet natürlich das Internet eine hervorragende Möglichkeit, sich über Touren, Informationen zu Lawinenlage, Wetter oder schöne Orte für eine Tour auszutauschen. In vielen Gebietsführern findet man Tourenvorschläge mit Höhenprofil und Dauer der Wanderung. Alle Angaben beziehen sich auf einen durchschnittlichen Wanderer und können deshalb je nach Kondition abweichen. Des Weiteren sollte man die Erfahrung von Hüttenwirten und Einheimischen nicht unterschätzen, da ihr Wissen in dem Gebiet sehr viel wert ist - also einfach mal ansprechen und nachfragen!

 

Können

Ein entscheidender Punkt ist die gesunde Selbsteinschätzung, eine solide Grundlagenausdauer und Kraftausdauer in den Beinen. Schon vor der Tour sollte man regelmäßig Ausdauersport treiben und Anstiege gezielt trainieren. Hierfür eignet sich z. B. das Nordic Walking sehr gut. (Pilates für Wanderer)

  

Zeitplan/Tourenlänge

Die Tourenlänge wird vor allem von der Kondition, der Schneemenge und Tageslänge bzw. Jahreszeit bestimmt.

Kondition: Ein Richtmaß für die Planung gibt der DAV (Deutsche Alpenverein): Ein durchschnittlich trainierter Wanderer legt ca. 400 Hm (Höhenmeter) im Aufstieg und 4 Km in der Ebene pro Std. zurück. Beide Faktoren werden erfasst und addiert. Da beide Werte separat erfasst werden, wird in der Berechnung der kleinere der beiden zu addierenden Faktoren halbiert.

Beispiel: 800 Höhenmeter bei 4 Km Horizontalentfernung = ca. 2 Std + 1 Std:2 = 2 ½Stunden - ohne Pausen.

Bei einem flachen Abstieg berechnet man die Hälfte von der Aufstiegszeit, bei einem steileren Abstieg ein Drittel. Im Beispiel dementsprechend ca. 1 Std.

Schneemenge: Je nach Schneemenge muss man evtl. spuren, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb ist es immer wichtig, sich kurz vor der Tour über die aktuellen Verhältnisse zu informieren!

Tageslänge/Jahreszeit: Aufgrund der frühen Dunkelheit im Winter sollte auf jeden Fall eine Stirnlampe mitgenommen werden, bzw. die Touren so gewählt werden, dass man vor Einbruch der Dunkelheit am Zielort ankommt. Im Sommer ist es weniger die Tageslänge, die zählt, sondern es ist vielmehr wichtig, die richtige Zeit der günstigen Schnee- und Lawinenbedingungen zu nutzen.

 

Luisa Gramlich

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