Ausdauertraining

Typische Fehler beim Lauftraining

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Bei vielen Läufern schleichen sich schädliche Lauffehler ein

Es ist zunächst begrüßenswert, dass sich so viele Menschen mit Laufen fit halten. Weniger schön ist jedoch der Umstand, dass die Hälfte aller Läufer im Lande regelmäßig über Beschwerden und Verletzungen klagt. Mit dem richtigen Wissen lässt sich ein Großteil dieser Beschwerden vermeiden.

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) laufen etwa 17 Millionen Deutsche mehr oder weniger regelmäßig. Bei dieser Menge an Läufern ist es nachvollziehbar, dass sich der eine oder andere Fehler ins Lauftraining einschleicht.

 

Zu schnell zu viel wollen

Ein zu hohes Lauftempo im Training ist einer der häufigsten Fehler bei Läufern. Vor allem Männer neigen dazu, sich zu überfordern: „Sport muss weh tun“, sonst habe das Training nichts gebracht. Ständig kurzatmig und mit hochrotem Kopf hetzen sie durch die Lande und übersehen dabei die Signale des Körpers.

Es macht sportwissenschaftlich gesehen wenig Sinn, bei jedem Lauf aufs Tempo zu drücken. Egal, welches Ziel man sich persönlich gesteckt hat, mit der richtigen Dosierung der Intensität erreicht man es schneller.

 

Wenn der Ehrgeiz schadet

Das Gleiche gilt für die Trainingshäufigkeit. Getrieben vom Ehrgeiz schnürt manch einer täglich seine Laufschuhe und gönnt seinem Körper keine Ruhe. Der Mix aus Be- und Entlastung ist es aber, der letztendlich den Trainingseffekt bringt, da der Körper Zeit zum Regenerieren benötigt. In der Ruhepause passt sich der Körper an die gesetzten Trainingsreize an, so dass er beim nächsten Training besser auf die Belastung vorbereitet ist.

Genauso falsch ist es jedoch, sich immer zu unterfordern. Statt sich sportlich zu betätigen, wird das Lauftraining nur alibimäßig betrieben. Das gilt für die Intensität genauso wie für die Trainingsdauer und -häufigkeit. Menschen, die dazu neigen, sich beim Sport zu unterfordern, sind häufig diejenigen, die durchs Sporttreiben sogar zunehmen.

 

Realistisch bleiben

Damit ist natürlich nicht gemeint, dass man durch Bewegung dick würde. Aber es ist eine typische Haltung von vielen Freizeitsportlern, dass man sich nach einem „anstrengenden“ Training doch etwas Süßes zur Belohnung gönnen könne. Dabei verschätzen sie sich bezüglich des Kalorienverbrauchs und der anschließenden Kalorienaufnahme gerne mal.

Übertriebener Ehrgeiz gehört auch zu den größten Läuferfehlern. Grundsätzlich ist es zwar gut, wenn man sich Ziele steckt und danach strebt, diese auch zu verwirklichen, aber dabei sollte man realistisch bleiben. Stecke ich mir zu hohe Ziele, laufe ich Gefahr, meinen Körper zu überfordern.

Leider achten viele Läufer nicht auf ihre Körper, ignorieren Beschwerden, nur weil der eigene Ehrgeiz kein Aufstecken zulässt. Trainiert man trotz Erkältung oder Schmerzen weiter, verliert man damit langfristig mehr, als man kurzfristig gewinnt.

 

Auf den Körper hören

Ein guter Trainingsplan kalkuliert unvorhergesehen Dinge wie eine Erkältung ein. So muss man nicht in Panik verfallen, wenn man mal 1 Woche oder 2 mit dem Laufen aussetzen muss.

Verschleppt man eine Erkältung, statt diese auszukurieren, verliert man viel mehr Trainingszeit. Und trainiert man einfach weiter, kann sich aus einer relativ harmlosen Grippe ein lebensgefährliches Problem entwickeln, wenn die Bakterien oder Viren auf den Herzmuskel übergreifen.

 

Auch wichtig: Der richtige Laufschuh - so finden Sie ihn 

 

Jörg Birkel

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