Verletzter Schleck sagt Tour-Start ab

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Andy Schleck wird die Tour de France verpassen

Luxemburg - Der luxemburgische Radprofi Andy Schleck hat seine Teilnahme an der Tour de France (30. Juni bis 22. Juli) wegen einer Verletzung überraschend abgesagt.

Luxemburg (SID) - Der luxemburgische Radprofi Andy Schleck hat seine Teilnahme an der 99. Tour de France (30. Juni bis 22. Juli) überraschend abgesagt. Der 27-Jährige vom Team RadioShack-Nissan, der wegen des Dopingfalls Alberto Contador nachträglich zum Tour-Sieger 2010 erklärt worden war, laboriert an einem Bruch des Steißbeins. Die Verletzung ist eine Folge von Schlecks Sturz beim Critérium du Dauphiné in der vergangenen Woche.

"Die Diagnose war ein Schock, aber ich bin ein Stehaufmännchen", sagte Schleck bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im luxemburgischen Strassen. "Das ist die schmerzhafteste Verletzung, die ich je hatte, und die größte Enttäuschung meiner Karriere. Wenn ich die Fernsehbilder vom Zieleinlauf auf den Champs Elysees sehen werde, dann wird das hart für mich."

Schleck kann je nach Heilung drei bis sechs Wochen nicht Rad fahren, möchte aber dennoch bei den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) starten. Außerdem sollen ihn die Vuelta in Spanien und die Weltmeisterschaft in niederländischen Region Limburg für das Tour-Aus entschädigen.

Für Tour-Mitfavorit Schleck ist es der Tiefpunkt einer ohnehin mehr als durchwachsenen Saison. Im Frühjahr hatte der Vorjahreszweite nach einer Inspektionstour der Alpen-Etappen der Tour über Kniebeschwerden geklagt. Am vergangenen Donnerstag beim Zeitfahren des Critériums du Dauphiné, seiner Generalprobe für die Frankreich-Rundfahrt, war er bei starkem Wind gestürzt. "Das ist ein Tag zum Vergessen, aber ich mache mir wegen der Tour trotzdem keine Sorgen", hatte er im Anschluss gesagt. Am Samstag war Schleck dann aus der Rundfahrt im Südosten Frankreichs ausgestiegen.

Team-Manager Johan Bruyneel, der die Schleck-Brüder Andy und Frank kürzlich öffentlich unter Druck und damit sogar Wechselspekulationen in Gang gesetzt hatte, klang bezüglich der Aussichten für die Tour schon skeptischer. "Wenn du Probleme hast, einen Aufbau startest, Verbesserungen siehst und dann wieder einen Rückschlag hinnehmen musst, bekommst du niemals eine gute Basis", sagte er: "Andys Situation ist kein gutes Zeichen für die Tour, vor allem, wenn man die Leistungen seiner Konkurrenten sieht."

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