Verdacht des Epo-Kaufs: Longos Ehemann suspendiert

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Droht eine lange Sperre: Jeannie Longo

Paris - Frankreichs Radsport-Idol Jeannie Longo bleibt in ihrer Heimat in den Negativ-Schlagzeilen. Longos Ehemann und Trainer Patrice Ciprelli soll das Dopingmittel Epo gekauft haben.

Paris (SID) -

Frankreichs Radsport-Idol Jeannie Longo bleibt in ihrer Heimat in den Negativ-Schlagzeilen. Der frühere Profi Joe Papp behauptete im Gespräch mit der Sport-Tageszeitung L'Equipe, er habe Longos Ehemann und Trainer Patrice Ciprelli das Blut-Dopingmittel Epo verkauft. Der französische Radsport-Verband FFC suspendierte Ciprelli umgehend und eröffnete ein Disziplinar-Verfahren.

Der zweiseitige L'Equipe-Bericht verweist auf Fax- und E-Mail-Auszüge zwischen Papp, Ciprelli und einem chinesischen Händler. Nach Aussage Papps, der selbst ein überführter Dopingsünder ist, soll Ciprelli 2007 insgesamt 80.000 Einheiten Epo erstanden haben.

Ciprelli ließ die Vorwürfe über seinen Anwalt Bruno Ravaz zurückweisen: "Er sagt, dass die Dokumente Fälschungen sind und behält sich das Recht vor, wegen Verleumdung zu klagen. Es ist leicht, im Internet ein fremde Identität zu übernehmen", sagte Ravaz der Nachrichten-Agentur Reuters.

Die Luft für die bereits 52 Jahre alte Longo könnte indes dünner werden. Der Olympiasiegerin von Atlanta und 13-maligen Straßen-Weltmeisterin droht ohnehin wegen Missachtung der Dopingregeln eine Sperre zwischen drei Monaten und zwei Jahren, weil sie dreimal gegen die Kontroll-Meldepflicht der französischen Antidoping-Agentur AFLD verstoßen haben soll. Zuletzt war Longo im Juni an ihrem gemeldeten Trainingslager in den USA von den Kontrolleuren nicht angetroffen worden.

Die Anwälte der in Frankeich äußerst populären Sportlerin teilten daraufhin mit: "Jeannie Longo ist in ihrer Karriere so häufig wie kein anderer Athlet auf der Welt getestet worden. Die Ergebnisse ließen nie einen Zweifel an ihrer Professionalität aufkommen." Longo habe nun "vollstes Vertrauen" in den französischen Radsport-Verband.

Das Reglement des Welt-Antidoping-Verbandes WADA besagt, dass Sportler täglich zwischen 6.00 und 23.00 Uhr ein 60-minütiges Zeitfenster angeben müssen, in dem sie für Kontrollen zur Verfügung stehen. Wird diese Meldepflicht verletzt, droht eine Sperre zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Die AFLD hat Longo verwarnt und die Angelegenheit an den französischen Radsportverband weitergeleitet. Dort muss Longo in Kürze zu einer Anhörung erscheinen.

Jeannie Longo gilt in der Sportszene als Phänomen. Die frühere Jugend-Europameisterin im Ski-Langlauf holte bereits 1979 den französischen Straßen-Titel, 32 Jahre später siegte sie in der laufenden Saison bei den Landes-Meisterschaften im Zeitfahren. Zwischen 1984 und 2008 nahm Longo sieben Mal an Olympischen Spielen teil.

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