Verband sperrt Fenerbahce für Champions League

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Fenerbahce für Champions League gesperrt

Istanbul - Der türkische Fußballverband TFF hat Meister Fenerbahce Istanbul wegen dessen Verstrickung in den Manipulationsskandal für die Champions League 2011/12 gesperrt.

Istanbul (SID) - Der türkische Fußballverband TFF hat Meister Fenerbahce Istanbul wegen dessen Verstrickung in den Manipulationsskandal für die Champions League 2011/12 gesperrt. Das teilte der TFF am Mittwoch mit. Derzeit laufen in diesem Zusammenhang noch Ermittlungen gegen den Fenerbahce-Präsidenten Aziz Yildirim. Die Gruppenphase der Königsklasse wird am Donnerstagabend in Monte Carlo ausgelost.

Um dem vom Manipulationsskandal erschütterten türkischen Fußball wieder neues Leben einzuhauchen, hatte der Verband im Einklang mit den 18 Erstligisten zuvor beschlossen, in der Süper Lig ab kommender Saison ein Play-off-System einzuführen. Der neue Meisterschaftsmodus in Anlehnung an das belgische System sieht vor, dass am Ende der Spielzeit 2011/2012 die vier bestplatzierten Teams eine Finalrunde ausspielen. "Wir werden das ausprobieren. Vielleicht wird es in der Zukunft auch wieder eingestellt, aber wir glauben, dass es jetzt frischen Wind bringt. Die Klubs werden mehr Geld einnehmen. Der Fußball wird attraktiver", sagte TFF-Präsident Mehmet Ali Aydinlar.

Wegen der andauernden Ermittlungen im Betrugsskandal hatte der TFF den Saisonstart der neuen Spielzeit bereits um einen Monat auf den 9. September verschoben. 19 Partien der ersten und zweiten Liga sollen in der vergangenen Spielzeit manipuliert worden sein, gegen über 30 Spieler und Offizielle wurde Untersuchungshaft angeordnet.

Derzeit laufen die Ermittlungen der türkischen Justiz auf Hochtouren. Wie Fenerbahce-Boss Aziz Yildirim stehen auch der Trainer von Pokalsieger Besiktas Istanbul (Tayfur Havutcu) sowie einige Profis unter dringendem Verdacht, Spiele verschoben zu haben. Unter anderem steht das Pokalfinale zwischen Besiktas und Istanbul BB (6:5 n.E.) im Fokus.

Der achtmalige deutsche Nationalspieler Roberto Hilbert vom Pokalsieger Besiktas glaubt aber nicht an eine Verstrickung seines Klubs in den Skandal. "Ich kann mir im Leben nicht vorstellen, dass dieses Spiel manipuliert wurde. Das war ein großartiges Spiel mit zwei starken Mannschaften", sagte Hilbert dem Magazin 11Freunde: "Ich habe mir das Spiel sogar vor einigen Tagen nochmals in Ruhe angeschaut, konnte aber beim besten Willen keine Szene erkennen, in der jemand absichtlich neben das Tor schoss oder etwas in der Art. Da war alles sauber."

Besiktas hatte das Endspiel gegen Istanbul Büyüksehir Belediye Spor im Elfmeterschießen gewonnen. Zwei Büyüksehir-Spieler haben danach behauptet, sie hätten vor dem Spiel 100.000 US-Dollar angeboten bekommen.

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