"Unterirdisch": Heidler scheitert in EM-Quali

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Aus für Betty Heidler bei der EM

Helsinki - Gold-Favoritin Betty Heidler ist bei der Leichtathletik-EM überraschend in der Hammerwurf-Qualifikation gescheitert.

Helsinki (SID) - Gold-Favoritin Betty Heidler ist bei der Leichtathletik-EM überraschend in der Hammerwurf-Qualifikation gescheitert. Die Weltrekordlerin (79,42 m) und Titelverteidigerin aus Frankfurt/Main erreichte nach zwei ungültigen Versuchen mit enormen technischen Problemen mit 65,06 m nicht den Vorstoß ins Finale der zwölf Besten am Samstag. Sie wurde Neunte in Gruppe A und wurde dann in Gruppe B schnell von vier Werferinnen übertroffen.

"Ich glaube, ich komme nicht mehr nach Helsinki, das ist mir hier jetzt schon zum zweiten Mal passiert", erinnerte Betty Heidler an ihre dunkle Stunde mit drei ungültigen Versuchen in der WM-Qualifikation 2005 an gleicher Stelle.

Ihre Probleme führt sie darauf zurück: "Ich bin die Würfe falsch angegangen, habe oben zu viel getan und unten zu wenig. Vor dem dritten Versuch ging gar nichts mehr. Dabei hatte ich mich auf den Wettkampf gefreut, ging locker rein. Ich habe mich dann zu viel auf die Technik konzentriert und zu wenig auf die Dynamik. Das mache ich bei Olympia in London anders. Verunsichert bin ich vor Olympia jetzt nicht."

Trainer Michael Deyle meinte nach dem zweiten ungültigen Versuch: "Das ist jetzt Psycho-Terror. Ich habe jetzt keinen Einfluss mehr." Vergeblich hatte er vor dem letzten Wurf gehofft: "Sie soll ruhig machen, ruhig andrehen und dann Druck machen." Als auch dieser missglückte, meinte der Bundestrainer: "Das war leider unterirdisch. Das was sie hier abgeliefert hat, geht nicht. Technisch war das eine Katastrophe. Dabei lief es im Training gut. Vor den Olympischen Spielen ist es natürlich schlimm, sich so eine Ohrfeige abzuholen. Wir müssen jetzt trotzdem positiv an die Aufarbeitung gehen."

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