Ullrich macht sich "keinen Kopf" über Armstrong

+
Macht sich keinen Kopf: Jan Ullrich

München - Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich beschäftigt sich nicht mit möglichen Folgen der Dopinganklage gegen seinen früheren Rivalen Lance Armstrong.

München (SID) - Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich beschäftigt sich nicht mit möglichen Folgen der Dopinganklage gegen seinen früheren Rivalen Lance Armstrong. "Jan macht sich darüber keinen Kopf. Wir setzen uns damit nicht auseinander und sprechen auch nicht darüber", sagte Falk Nier, PR-Berater des 38-Jährigen, dem SID. Ullrich könnte nachträglich profitieren, sollte der Radsportweltverband UCI dem Texaner dessen sieben Tour-Titel aus den Jahren 1999 bis 2005 aberkennen. Der gebürtige Rostocker war 2000, 2001 und 2003 jeweils Zweiter hinter Armstrong.

Die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA hatte im Zuge der Anklage gegen Armstrong in Betracht gezogen, dessen Erfolge wegen Dopingmanipulation zu annullieren. Dazu müsste jedoch auch die UCI tätig werden, was allerdings unwahrscheinlich ist. Schon nach dem Dopinggeständnis des Dänen Bjarne Riis im Jahr 2007 machte der Verband die achtjährige Verjährungfrist geltend. Riis hatte die Tour 1996 gewonnen. Zudem sind derzeit Ausgang und Zeitpunkt des Endes des Verfahrens gegen Armstrong vollkommen unklar. "Wir wissen ja aus eigener Erfahrung, wie lange sich so ein Fall hinziehen und welche Wendungen er nehmen kann", sagte Nier.

Ullrich war im Februar schuldig gesprochen, gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen zu haben. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte den Olympiasieger von 2000 zwei Jahre gesperrt. Sämtliche Ergebnisse Ullrichs seit dem 1. Mai 2005 waren daraufhin gestrichen worden. Das Urteil erging jedoch erst mehr als fünf Jahre, nachdem die Verwicklung des einstigen deutschen Radstars in die Affäre um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes bekannt geworden war.

Auch interessant

Kommentare