Studie Triathlon

Windschattenschwimmen: Triathlonleistung verbessern

Triathlon hat sich im letzten Jahrzehnt zur beliebtesten multidisziplinarischen Sportveranstaltung entwickelt. Die Wettbewerbe gehen über eine Vielzahl von Distanzen: Vom Triathlon Sprint (750 m Schwimmen, 20 km Rad, 5 km Laufen) bis zum mörderischen Ironman, der in einem Marathon gipfelt. Aus dieser Beliebtheit resultiert, dass eine bedeutende Anzahl neuer Forschungen sich mit der Untersuchung der Erfolgsfaktoren für den Triathlon befasst.

Bis heute haben sich die meisten Untersuchungen auf den Übergang vom Rad zum Lauf konzentriert, da ein bedeutender Zusammenhang zwischen der Rad- und Laufzeit, sowie der insgesamten Triathlon-Ausführung festgestellt werden kann. Der Einfluss des Schwimmens auf die darauf folgende Radzeit wurde im Verhältnis dazu vernachlässigt.

Jetzt hat eine neue Studie aus Frankreich gezeigt, dass das Windschattenschwimmen die nachfolgende Radfahreffizienz signifikant verbessern kann und somit auch die allgemeine Triathlon-Leistung gesteigert wird.

Die Forscher zeigten in einer vorigen Studie, dass die Verwendung eines Kälteschutzanzugs beim Schwimmen einer 750-m-Distanz die metabolische Belastung und die Pulsrate um 11 % verringert, sowie eine 12 %ige Effizienzsteigerung bei der nachfolgenden 10-minütigen Radfahrübung (verglichen mit dem Schwimmen ohne Kälteschutzanzug) zur Folge hatte. Die verhältnismäßig niedrigere Intensität beim Schwimmen mit einem Kälteschutzanzug wird klassischerweise durch eine Verringerung des hydrodynamische Widerstands durch erhöhte Tragkraft erklärt.

Dieser hydrodynamische Widerstand kann auch durch das Windschattenschwimmen, d. h. durch das Schwimmen direkt hinter einem anderen Schwimmer, reduziert werden. Deswegen erforschten Wissenschaftler jetzt den Effekt des Windschattenschwimmens auf das nachfolgende Radfahren in einer Gruppe von 8 männlichen Triathleten, die auf regionaler und nationaler Ebene kämpfen.

Nachdem Labortests zur Feststellung der maximalen Sauerstoffaufnahme und der maximalen Ausdauerkraft (maximal aerobic power MAP) gemacht wurden, unterzog sich jeder Triathlet 3 submaximalen Runden, die mindestens 48 Stunden auseinanderlagen und wie folgt aussahen:

1. Ein 750 m Einzelschwimmen in Sprint Triathlon-Wettkampfgeschwindigkeit, um die Schwimmintensität jedes einzelnen zu bestimmen;

2. Ein 750 m Schwimmen, in der aus der ersten Runde übernommenen Geschwindigkeit, gefolgt von einer 15-minütigen Fahrt auf einem Radergometer bei 75 % der MAP und frei gewähltem Rhythmus;

3. Ein 750 m Schwimmen im Windschatten, bei gleicher Geschwindigkeit wie zuvor, gefolgt von einer 15-minütigen Fahrt bei gleicher Intensität.

Die Triathleten trugen bei allen Schwimmversuchen Neoprenanzüge und schwammen im Schatten eines hochtrainierten Schwimmers, der auf internationaler Ebene kämpft.

Obwohl zwischen den beiden Schwimmvorläufen keine signifikanten Leistungsunterschiede beobachtet wurden, konnten dem Windschattenschwimmen klare Vorteile zugewiesen werden:

- Aus dem Windschattenschwimmen resultierte eine signifikante durchschnittliche Verringerung der Pulsrate von 7 % während der letzten 4 Minuten des Schwimmens bei bedeutend geringeren Laktatwerten (im Vergleich zum Einzelschwimmen);

- Die direkt nach dem Schwimmen erfassten RPE Werte (Skala der wahrgenommenen Anstrengung) deuteten darauf hin, dass die Anstrengung nach dem Windschattenschwimmen als deutlich geringer empfunden wurde;

- Die Radfahrleistung im Windschattenschwimmversuch war signifikant verbessert, wobei die Sauerstoffaufnahme, Herzfrequenz und Laktatwerte deutlich geringer waren;

- Eine bedeutend geringere Tret-Rate konnte beim Radfahren nach dem Windschattenschwimmen beobachtet werden.

Nach Meinung der Forscher weist das Hauptergebnis der aktuellen Studie darauf hin, dass die metabolische Schwimmbelastung einen bedeutenden Effekt auf die Sauerstoffkinetik und Effizienz des nachfolgenden Radfahrens bei Wettkampftempo hat.

An dieser Stelle wird daraufhin gewiesen, dass weitere Studien nötig sind, um zu untersuchen, welche Auswirkung diese verbesserte Radfahrleistung auf das Laufen hat, und ob sich die Beobachtungen in einem echten Triathlon Wettkampf bestätigen.

Medicine Science of Sports and Exercise, 2003, Bd. 35 (9), S. 1612–1619

 

Auch interessant

Kommentare