Ratgeber

Triathlon – Material für Einsteiger

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Von sinnvollen Anschaffungen für Anfänger bis zum Profi-Equipment für Triathleten.

Triathlon macht ein bisschen süchtig, und das ist auch gut so. Doch was braucht man überhaupt für seinen ersten Triathlon? Oder besser gesagt, was braucht man vor allem nicht?! Mit diesen Fragen befasst sich Sportexperte Benjamin Herrera.

„Einmal im Leben einen Triathlon schaffen“ – Das ist das Ziel vieler Gelegenheitsjoggerinnen und -jogger in Deutschland. Und zu Recht, es ist ein wirklich berauschendes Gefühl endlich nach den vorangegangenen Strapazen die Ziellinie zu erreichen. Nicht umsonst werden sie fast alle zu Wiederholungstätern. Triathlon macht ein bisschen süchtig, und das ist auch gut so. Doch was braucht man überhaupt für seinen ersten Triathlon? Oder besser gesagt, was braucht man vor allem nicht?!

 

Materialschlacht der Altersklassen-Athleten

Bei genauerer Betrachtung des Materials von herkömmlichen Triathleten kann dem Ottonormalverbaucher schon mal die Kinnlade ein wenig entgleisen. Beeindruckend sehen die High-Tech-Räder aus, auf denen die Amateure und Profis über die Radstrecke fliegen. Noch beeindruckender sind dabei die Preise, bzw. die Bereitschaft der Triathleten Geld auszugeben. Fahrräder im Wert von über 5000 € sind keine Seltenheit mehr. Zeitfahrhelme und Radschuhe können ebenfalls bereits 200 € oder mehr kosten. Und das Allerwichtigste, die verspiegelte Sonnenbrille, darf natürlich auch nie fehlen! Bleibt die Frage, ob es wirklich so viel sein muss, um seinen ersten Triathlon einfach nur zu beenden. Das „einfach“ steht hier vielleicht an falscher Stelle, wem es wirklich „nur“ darum geht, seinen ersten Triathlon zu „finishen“, der braucht deutlich weniger.

 

Der Neoprenanzug – der schnelle Kälteschutz

Fürs Schwimmen wird eine Schwimmbrille benötigt. Ein Neoprenanzug, der vor Kälte schützt und die Wasserlage und damit die Schwimmzeit verbessert (2), kann, falls er benötigt wird, auch einfach geliehen werden. Die Leihgebühr von ca. 50 € ist im Vergleich von einem Anschaffungspreis zwischen 300 und 600 € sinnvoll investiert. Ein richtiger Triathlonanzug, d. h. der 1- oder 2-teilige „Strampelanzug“, kann nützlich sein, ist aber nicht zwingend erforderlich. Ein passender Helm ist Pflicht, ebenso ein Fahrrad. Auch hier spricht nichts dagegen, sich mit seinem voll funktionstüchtigen Stadtrad an den Start zu stellen oder sich ein Rad zu leihen. Wichtig hier: Bremsen vorher checken lassen! Zum Laufen fehlen dann nur noch die Laufschuhe und schon kann es eigentlich losgehen. Handtuch und Startnummernband gehören noch in die Tasche und dann steht dem ersten Triathlon materialtechnisch nichts mehr im Weg.

 

Was wirklich wichtig ist – clever investieren

Wer sich seiner Fitness nicht zu 100 % sicher ist und seine Chancen auf eine erfolgreiche Teilnahme am Triathlon erhöhen möchte, sollte vorher allerdings schon etwas Zeit und Geld investieren. Dabei sollte vor allem die Verletzungsprophylaxe sowie die Effizienz durch Technikoptimierung an erster Stelle stehen. Eine Schwimmanalyse oder Schwimmtechniktraining bei einem entsprechend kompetenten Personal Trainer ist für schwächere Schwimmer eine enorme Hilfe, um das Schwimmen im Wettkampf langfristig mit Spaß zu meistern. Ebenfalls gehört ein auf den Körper des Athleten abgestimmtes Rad mittelfristig ganz nach oben auf die Prioritätenliste. Eine falsch eingestellte Sattelhöhe beispielsweise sorgt neben einer geringeren Effizienz auch vor allem im Kniebereich zu einem deutlich erhöhten Verletzungsrisiko(3). Eine falsche Lauftechnik oder falsches Schuhwerk können mittel- und langfristig zu Überlastungsschäden führen. Daher sollte auch hier eine umfassende Beratung stattfinden. Grundsätzlich sollten Investitionen in den eigenen Körper an erster Stelle stehen.

Wem es um eine Verbesserung der Zeit geht, dem stehen auf Materialseite natürlich auch viele Optimierungsmöglichkeiten offen. Gerade auf dem Rad, wo der Luftwiderstand das größte zu überwindende Hindernis darstellt, können mit aerodynamischem Material viele Sekunden „geschunden“ werden. Ebenso kann die Schwimmzeit durch einen flexibleren und damit besseren Neoprenanzug gedrückt werden.

 

Fazit

Also, trauen Sie sich in die Laufschuhe! Achten Sie auf Ihren Körper und geben Sie sich genug Zeit zu regenerieren, dann werden Sie viel Freude und Spaß bei Ihrem ersten Triathlon haben!

(Lesen Sie auch: Triathlon: Spagat zwischen Beruf, Privatleben und Sport)

  

Benjamin Herrera

 

Quellenangaben:

1. Chatard, J.C., Senegas, X., Selles, M., Dreanot P., Geyssant, A. (1995). Wet suit effect: a comparison between competitive swimmers and triathletes. Med Sci Sports Exerc. 1995 Apr;27(4):580-6.

2. Bini, R., Hume, P.A., Croft, J.L. (2011). Effects of bicycle saddle height on knee injury risk and cycling performance. Sports Med. 2011 Jun 1;41(6):463-76.

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