Triathlontraining

Triathlon ist männlich – Was ist anders für Frauen? Teil 3: Die Kleidung

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Die richtige Kleidung kann auch bei Frauen über den Erfolg im Triathlon mitbestimmen

Ein Triathlon erfodert neben optimaler Vorbereitung auch für Frauen das passende Equipment..

 Trikot/Oberteil

Das Oberteil muss zur Jahreszeit und zur Trägerin passen. Modische Akzente werden gerne gesetzt, aber die Funktionalität sollte nicht aus den Augen verloren werden. Durchgehende Reißverschlüsse vorne und Rückentaschen sind von Vorteil.

Für Wettkämpfe an kühlen Tagen statt einer Jacke eine winddichte Weste und Armlinge mitnehmen. Falls beim Wettkampf ein Trikot nach dem Schwimmen angezogen werden soll, darauf achten, dass man das Trikot so anzieht, dass der Inhalt der Rückentaschen nicht herausfällt. Wenn möglich ein blickdichtes Trikot wählen und ggf. einen Sport-BH als Sichtschutz anziehen, sonst gibt es den „Wet-T-Shirt-Contest“-Effekt.

 

Sport-BH

Ein Sport-BH muss passen, er darf nicht drücken, scheuern, sondern sollte optimal auf die Größe der Brust abgestimmt sein. Sport-BH´s sollen die Brust nicht nur stützen, sie können auch formen. Frauen mit kleinerer Körbchengröße bevorzugen es, keinen BH zu tragen. Viele Oberteile haben einen eingearbeiteten BH. Frauen mit größerer Körbchengröße sollten zusätzlich einen Sport-BH zu tragen, um das Bindegewebe zu entlasten und die Brust möglichst fest und schwingungsfrei zu schützen.

Tipp für den Wettkampf: einen BH tragen, der schnelltrocknend ist, flache Nähte hat und für alle 3 Disziplinen nutzbar ist (keine Bügel)!

 

Radhose

Wichtig ist, dass die Radhose zur Trägerin passt. Es gibt so viele Modelle in so vielen Varianten, man muss ausprobieren, welche Hose passt. Und natürlich auch abwägen, wofür man die Hose braucht: Trainingslager, Radausfahrt oder einen Wettkampf. Meist hat man je eine Hose für verschiedene Anforderungen. Wichtig ist, dass man ein blickdichtes, mattes Damenmodell wählt, möglichst mit flachen Nähten und einem Gummizug, der am Bein nicht verrutscht und einem Bund, der am Bauch nicht einengt. Mit der Farbe schwarz kann man nichts falsch machen, sie passt zu allem, kaschiert und auch unangenehme Flecken fallen nicht sofort auf.

 

Einteiler oder Zweiteiler

Die Frage ob man einen Einteiler oder Zweiteiler trägt, muss man sich stellen und dann abwägen. Versierte Triathletinnen bevorzugen oft einen Einteiler, weil da nichts verrutschen kann. Bei einem Wettkampf mit Schwimmbadstart, also ohne Neoprenanzug, hat ein Einteiler ebenfalls Vorteile, weil zum Beispiel die Hose bei der Wende nicht verrutschen kann. Anfängerinnen bevorzugen allerdings meistens einen Zweiteiler, weil der erfahrungsgemäß auch im Training mehr Verwendung findet. Bei einem Wettkampf erleichtert ein Zweiteiler den Gang zur Toilette kurz vor dem Startschuss.

Tipp für den Wettkampf: Wenn man einen Einteiler anhat, diesen nur bis über die Brust hochziehen und erst kurz vor dem Start komplett anziehen.

 

Unterwäsche

Keine Unterwäsche unter die Radhose oder den Einteiler, diese würde sich vollsaugen und kann durch den Anzug nicht abtrocknen. Außerdem können Nähte unangenehm scheuern.

 

Rad- und Laufschuhe

Auch hier gilt, ausprobieren und Frauenmodelle testen

Neue Kleidung und Schuhe vor dem Wettkampf in wettkampfähnlicher Simulation (z.B. beim Wechseltraining) ausprobieren, auch die Dauer des Wettkampfs bedenken, manchmal scheuert der Stoff erst nach einer längeren Tagezeit!

 

Accessoires

Die Handschuhe nicht vergessen, wenn es kühl ist, das gilt auch für Duathlons. Ein Buff ® ist multifunktional einsetzbar, als Halstuch, Ohrenschützer oder unter dem Helm. Wichtig ist auch die Brille oder Sonnenbrille mit getönten oder ungetönten Gläsern. Das Modell sollte gut sitzen und robust sein. Bei Wettkämpfen im Sommer ist Sonnencreme wichtig. Je nach Produkteigenschaften entscheiden, ob nach dem Schwimmen eincremen besser ist. Das sollte man unbedingt vorher ausprobieren, z.B. beim Wechseltrainig vom Schwimmen, dann kann man sich in der Wechselzone eincremen und dann auf das Rad.

 

Carpe diem – mach was draus!

Wichtig ist, auch wenn es bei einem Wettkampf nicht so läuft, nicht den Mut zu verlieren. Es gibt viele Kleinigkeiten, die schief gehen können, das passiert sogar den Top-Athleten. Eine Fehleranalyse ist gut, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Aufgeben ist ebenso keine Schande, die Gesundheit geht immer vor. Wenn ein Wettkampf gut gelaufen ist, dann hat man sich den Kuchen danach verdient und eine ordentliche Regeneration ist selbstverständlich. Mit guter Muskel- und Seelenpflege kann der nächste Wettkampf kommen.

Frauen sind beim Triathlon noch in der deutlichen Minderheit und sie bereichern die Szene. Nicht nur wegen der teilweise auffälligen Kleidung, sondern auch durch beachtliche Leistungen. Die Leistungsfähigkeit der Frauen ist im Ganzen betrachtet enorm, viele der Athletinnen sind berufstätig, haben Familie und finden trotzdem Zeit für intensives Training.

Durch uns ist die Szene bunter geworden und der Anteil der weiblichen Athleten wird stetig wachsen. Als Ausdauerwunder mit den vorhandenen Defiziten und Vorteilen macht es einfach Spaß, sich immer wieder der Herausforderung der drei Disziplinen Schwimmen-Radfahren-Laufen zu stellen.

 

Monika Sturm-Constantin

 

Weiterführende Artikel:

Triathlon ist männlich – Was ist anders für Frauen? Teil 1: Die Physiologie

Triathlon ist männlich – Was ist anders für Frauen? Teil 2: Das Training

 

Literaturtipps:

M. Penker, H. Aschwer, Triathlon für Frauen, 2007,

B. Lindberg, M. Krell, Triathlon für Berufstätige: Erfolgreich trainieren neben Job und Familie, 2010

Neumann, Pfützerner, Hottenrott, Das große Buch vom Triathlon, 2004

G. Frank, Koordinative Fähigkeiten im Schwimmen, Der Schlüssel zur perfekten Technik, 5. Auflage, 2008

A. Lynn, Conditioning for Swimmers, A guide to land-based training, 2007

M. van Straten, the little black dress diet, 2001

E. Crawford, Balance on the Ball, 2000

P. Gaymnanns, Wellness-Hühner, 2004

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