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Tennis: Wie gehe ich mit dem neuen Punktesystem am besten um?

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Über die neuen LK-Wertungen im Tennis

Seit der Einführung der Leistungsklassen-Wertungen (LK-Wertungen) in jedem Tennisverband hat sich im Amateurbereich des deutschen Tennis einiges getan. Was hat sich verändert und wie gehen Sie am besten mit dem neuen Punktesystem um?

Seit der Einführung der LK-(Leistungsklassen-)Wertungen in jedem Tennisverband hat sich im Amateurbereich des deutschen Tennis einiges getan. Jeder Medenspieler ist gewissermaßen gezwungen, an LK-Turnieren teilzunehmen, ansonsten kann es passieren, dass man aus seinem Team rutscht. Für die Tennisvereine bedeutet dies jedoch wesentlich mehr Aktivitäten im Verein. Seit der Sommersaison 2012 finden in jedem Tennisverband nahezu wöchentlich LK-Turniere statt.

Vor dem neuen Punktesystem wurden die Mannschaftsaufstellungen für die Medenspiele nach Einschätzung des Trainers und der Mannschaft aufgestellt. So kam es oft vor, das aus taktischen Gründen zum Beispiel der schlechteste Spieler an Position 1 gesetzt wurde, damit die Stärkeren unten wichtige Punkte holen konnten. Mit dem neuen Punktesystem ist dies nicht mehr möglich. Die Mannschaft muss nach den Leistungsklassen der einzelnen Spieler aufgestellt werden. Nur bei gleicher LK mehrerer Spieler, kann nach eigenem Ermessen aufgestellt werden. Punkte für die eigene Leistungsklasse können nur bei den Medenspielen, Kreis-, Bezirks- und Verbandsmeisterschaften sowie LK-Turnieren erzielt werden. Um sich als Spieler zu verbessern, müssen Siege gegen Spieler mit einer höheren LK erzielt werden, ansonsten kann es passieren, dass sich die eigene LK verschlechtert.

 

Viele Turniere werden in LK-Gruppen eingeteilt

Es gibt mittlerweile zahlreiche Turniere, auf denen Punkte gesammelt werden können. Jedoch hat man als Spieler keinen Einfluss darauf, ob man gegen bessere LKs spielt. Es ist also mit sehr viel Losglück verbunden. Bei den meisten LK-Turnieren werden Spieler ähnlicher LKs in eine Gruppe eingeteilt. So kann zum Beispiel in der Staffelung LK 1 – 7, LK 8 – 13 und LK 13 – 21 gemeldet werden. Sehr beliebt und auch effektiv sind die sogenannten LK-Nights. Hier hat jeder Spieler 2 Spiele an einem Tag. Bei diesem Schema wird in der Regel in Gruppen gespielt. Auch bei Turnieren, die im K.O.-System ausgetragen werden, sind in der Regel 2 Spiele garantiert, da die meisten Organisatoren eine Nebenrunde anbieten.

 

Im Winter schon das Soll erfüllen

Jeder Spieler kann sich auf der Webseite seines Tennisverbands die aktuelle LK und die aktuelle Tendenz angucken. So hat man als Spieler einen Überblick, wie viele Punkte man gerade hat und wie viele Punkte eventuell noch zu der nächst höheren LK fehlen. Eine LK-Wertung hält immer vom 01. Oktober bis zum 31. September des nächsten Jahres. Es bleibt also ein Jahr Zeit, LK-Punkte zu sammeln. Es ist empfehlenswert während der Wintersaison schon damit anzufangen. Da nicht jeder Verein auch im Winter an den Medenspielen teilnimmt, empfiehlt sich das Spielen von Turnieren. Versuchen Sie sich im Winter schon um eine LK zu verbessern oder Ihre aktuelle LK zumindest schon einmal abzusichern, so dass Sie sich für den Rest des Jahres nicht mehr verschlechtern können. Das nimmt einiges an Druck heraus, so dass Sie die Medenspiele im Sommer weitaus entspannter spielen können. Es ist leider nicht die Regel, dass man bei den Medenspielen nur gegen bessere LKs spielt. Meistens ist es genau anders herum: Es ist die Ausnahme! Umso größer ist der Druck, wenn Sie dann gegen eine bessere LK spielen und unbedingt die Punkte benötigen.

 

Turniere aussuchen, wo realistisch Punkte gesammelt werden können

Viele Turniere sind neben der LK-Wertung auch noch Wertung für die deutsche Rangliste. Da jeder Spieler, der auf der deutschen Rangliste steht, automatisch LK 1 ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie auch gegen solche spielen. Wenn Sie selbst kein Ranglisten-Spieler sind, dann vermeiden Sie die Meldung für solche Turniere. Lesen Sie sich die Turnierausschreibungen intensiv durch. Viele Veranstalter garantieren bei Turnieren Spiele gegen Spieler einer höheren LK oder zumindest der gleichen LK. Solche Turniere bieten sich an. Auch können Sie kurz vor Meldeschluss bei den Organisatoren nachfragen, welche LKs bisher gemeldet haben. Diese müssen Ihnen zwar keine Auskunft geben, jedoch wissen auch die Veranstalter dass ein Turnier für Sie witzlos ist, wenn keine höhere LK mitspielt. Hier gilt die Devise: Fragen kostet nichts!

Auch die Ausrichter haben keinen Einfluss darauf, welche Leistungsklassen sich anmelden. Es kann also durchaus passieren, dass Sie ein Turnier spielen, was Ihnen in Bezug auf Ihre eigene LK nichts einbringt. Das geht jedoch jedem Spieler so. Wie zuvor schon erwähnt, ein wenig Losglück gehört einfach dazu. Nutzen Sie solche Turniere um Wettkampfpraxis zu sammeln.

 

Fazit

Mit dem neuen LK-Punktesystem ist viel Bewegung in den Tennissport gekommen. Es gibt seit diesem Jahr zahlreiche Turniere, wo zum Beispiel jeder Spieler mit seiner LK in Gruppen eingeteilt wird. So kann es kaum noch vorkommen, dass ein Spieler bei einem Turiner in der ersten Runde vom Platz geschossen wird, weil der Gegner 5 Klassen besser ist. Besonders die sogenannten LK-Nights oder auch LK-Days sind bei den Spielern sehr beliebt, denn hier werden 2 Spiele an einem Tag gespielt. So muss zum Beispiel nicht über eine Turnierwoche hinweg jeder Tag fürs Tennis blockiert werden.

Eines steht jedoch fest: Das LK-Punktesystem braucht noch 1 bis 2 Jahre, bis es sich eingependelt hat und die Spieler auch wirklich die LK haben, die leistungsmäßig zu Ihnen passen. Es bieten sich jedoch mittlerweile für Vereine und die Spieler ganz neue Möglichkeiten, bei denen unter dem Strich der Tennissport an Popularität hinzu gewinnt.

 

Markus Czerner

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