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Herausforderung Hallentennis - So schaffen Sie den schnellen Wechsel und spielen eine erfolgreiche Wintersaison

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Schwere Umstellung von draußen auf die Halle.

Der Übergang vom Sandplatz in die Halle stellt für viele Spieler eine Umstellung dar. Besonders die Winter-Medenspiele stellen eine Herausforderung dar, weil auf verschiedenen Bodenbelägen gespielt wird. Welche Ziele sollte man sich für die Hallensaison setzen und wie geht man mit den Problemen um?

Vor einigen Jahren wurde die Wintersaison hauptsächlich dazu genutzt, an konkreten technischen Defiziten zu arbeiten. Viele Vereine haben auf die Winter-Hallenrunde verzichtet, weil diese keinen hohen Stellenwert hatte. Besonders mit der Einführung des LK-Systems hat sich dies jedoch geändert. Auch geändert haben sich die Anforderungen an das Training im Rahmen der Wintersaison. Zum 31.10. endet die Sommersaison in der LK-Wertung und im November werden schon die ersten Hallenturniere angeboten. Jeder Spieler hat die Möglichkeit ab November schon wichtige LK-Punkte für die aktuelle Saison zu sammeln. Dies wiederum bedeutet, dass nicht all zu viel Zeit bleibt, an technischen Defiziten zu arbeiten, da es in vielen Fällen direkt mit dem Turniertennis weitergeht.

Übergang vom Sandplatz in die Halle: Rhythmus finden

Versuchen Sie bei Ihren ersten Ballwechseln in der Halle den Rhythmus zu finden. Dies bedeutet, dass Sie mit leichten Grundschlägen anfangen sollten, damit Sie mehr und mehr ein Gefühl für das Sprungverhalten des Balles bekommen. Grundsätzlich springt der Ball auf einem Hallenboden schneller und flacher. Geben Sie sich selbst etwas Zeit, bis Sie das passende Schlag-Timing gefunden haben. Spielen Sie die ersten Male nur von der Grundlinie ohne Aufschlag und fokussieren Sie sich darauf, den Ball zunächst sicher im Spiel zu halten.

Eigene Erwartungshaltung zunächst etwas zügeln

Wenn Sie zu den Spielern gehören, die unmittelbar nach der Sommersaison Die Turnierserie fortsetzen wollen, dann bremsen Sie Ihre Erwartungshaltung zunächst ein wenig. Erstens können Sie Ihr Niveau vom Sandplatz nicht in so kurzer Zeit auch auf den Hallenplatz transportieren und zweitens liegen zwischen Sandplatz- und Hallentennis Welten. So gibt es zum Beispiel Spieler, die auf Sand zwei Klassen besser spielen, als in der Halle und umgekehrt. Zudem ist Hallenplatz nicht gleich Hallenplatz. Es gibt langsamen Teppichboden, schnellen Teppichboden, Schwingboden und Granulatplätze mit viel oder wenig Sand. Jeder Bodenbelag hat seine Besonderheiten und Eigenschaften. So können Sie nicht von sich erwarten, dass Sie auf einem schnellen Teppichboden das gleiche Tennis spielen, wie auf einem langsamen Granulatplatz.

Bei Turnieren und Medenspielen schnell an den Bodenbelag 

Mit ein bisschen Erfahrung kann sich jeder Spieler relativ schnell an einen neuen Bodenbelag gewöhnen. Bei Medenspielen haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit, sich mit Ihren Teamkameraden auf den örtlichen Plätzen einzuspielen, was Sie auch unbedingt machen sollten. Versuchen Sie hier mit langen Bällen und angemessenem Tempo ein Gefühl für das Timing zu bekommen. Lassen Sie Ihre Teamkollegen auch auf jeden Fall aufschlagen, damit Sie auf dem neuen Boden ein paar Returns gespielt haben. Das Einspielen mit dem jeweiligen Gegner sollte dann spätestens dazu führen, dass Sie ein Timing für den Bodenbelag bekommen haben. Bei Turnieren können Sie sich nur selten vor dem Match auf der relevanten Anlage einspielen. Informieren Sie sich daher ein bis zwei Wochen vor dem Turnier, auf welchem Bodenbelag gespielt wird und suchen Sie sich eine Halle in Ihrer Nähe, die den selben Boden hat. So können Sie sich auf das jeweilige Turnier vorbereiten. Es bringt nichts ein Turnier auf schnellem Teppichboden zu spielen und in der Woche vorher 3-Mal auf einem Sandplatz gespielt zu haben. Spielen Sie hier lieber etwas weniger Turniere hintereinander und bereiten Sie sich anständig vor.

Mein Tipp: Wenn Sie in einer Traglufthalle auf Sand trainieren, dann suchen Sie sich Turniere heraus, die entweder auch auf Sand ausgetragen werden oder aber auf Granulat. Hierbei ist die Umstellung nicht all zu groß und Sie können unter anderem mit dem gleichen Schuhwerk spielen. Auf Sand können Sie die Bälle ausrutschen, in der Halle nicht. Auch hier kann sich der Kopf nicht von jetzt auf gleich umstellen, die Verletzungsgefahr ist dementsprechend hoch. Die zuvor beschriebene Problematik der Umstellung ist auch nicht auf jeden Spieler gleichermaßen zu beziehen. Es gibt Spieler, die spielen auf jedem Bodenbelag ohne Training gleich und es gibt wiederum Spieler, die müssen mehrere Male intensiv auf einem bestimmten Untergrund trainieren. Spieler mit mehr Erfahrung haben sicherlich bei der Umstellung erhebliche Vorteile.

Markus Czerner

 

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